Geboren 1961 in Wien, nach der Matura privater Schauspielunterricht bei Peter Jost. Erstes
Engagement am Städtebundtheater Hof, dann über Detmold, Hildesheim und das Grazer Schauspielhaus
ans Wiener Volkstheater. Seit 1993 ist Herbert Föttinger Ensemblemitglied des Theaters in der
Josefstadt. Sein Debüt war der Alfred in "Geschichten aus dem Wiener Wald" unter der Regie von
Karlheinz Hackl; es folgten zahlreiche Hauptrollen wie der Jaromir in Hofmannsthals "Der
Unbestechliche", Serge in "KUNST", Oberst in "Jacobowsky und der Oberst", Flottwell in Raimunds
"Der Verschwender", Sigismund in Calderóns "Das Leben ein Traum", Don Juan in Frischs "Don Juan
oder Die Liebe zur Geometrie", Jean in "Fräulein Julie", Benedikt in "Viel Lärm um Nichts". In
"Heimliches Geld, heimliche Liebe" brillierte er in seiner ersten Nestroy-Rolle. Weiters war er zu
sehen als Gregers in "Die Wildente", als Molnárs "Liliom", als Rappelkopf in "Der Alpenkönig und
der Menschenfeind" und als Mackie Messer in "Die Dreigroschenoper", Titelrolle in "Amphitryon",
Torvald Helmer in "Nora" und Lady Bracknell in "Bunbury". 2007/08: Vicomte de Valmont in
"Gefährliche Liebschaften" und die Männerrollen in Schnitzlers "Reigen".
In der Spielzeit 2004/05 Regiedebüt an der Josefstadt mit Nestroys "Kampl", weitere
Inszenierungen: "Das vierte Gebot", "Mein Nestroy", "Der Diener zweier Herren", "Nächstes Jahr -
gleiche Zeit", "Buddenbrooks", "Halpern & Johnson" und "Der blaue Engel".
Neben seinem Engagement an der Josefstadt realisierte er eigene Produktionen ("Talk Radio",
"Die Bernfeld-Revue") und engagierte sich regelmäßig für gesellschaftskritische Projekte wie z.B.
"Schlussstrich" (Reden österreichischer Politiker über die Judenfrage) oder "Künstler an der
Macht".
Festspiele und Gastspiele: 1991-93: Festspiele Bad Hersfeld, 1994: Ernst Deutsch-Theater
Hamburg, 1995: Salzburger Festspiele ("Jedermann" und "Antonius und Cleopatra", Regie: Peter
Stein), 1998/99: Schauspiel Köln (Sternheims "1913", Regie: Günter Krämer). Seit 1997 gastiert er
immer wieder bei den Sommerspielen in Reichenau, u.a. 1998 in "Ein Monat auf dem Lande", 2001:
Anatol und 2003: Prof. Ebenwald in "Professor Bernhardi", 2004: Friedrich Hofreiter in "Das weite
Land".
Fernsehfilme u.a.: "Angst vor der Idylle" (Regie: Götz Spielmann), "Ein glücklicher Tag"
(Regie: Paul Henge)
Auszeichnung: Wiener Schauspieler Ring
Herbert Föttinger ist seit September 2006 Künstlerischer Leiter des Theaters in der
Josefstadt.