Mit seinem markanten Profil gehört der Österreicher Karl Markovics zu den renommierten und
wandelbaren deutschsprachigen Charakterschauspielern, der in Uniform wie in Zivil, als Schurke,
Reporter, Arzt, Offizier oder Wirt mit knorrigem Auftreten ebenso überzeugt wie als Anstaltsinsasse
oder Erzherzog. Markovics beherrscht elegant-komische Herren und ambivalent bösartige oder
schmierige Typen. Er war drei Jahre TV-Star in
Kommissar Rex und
Stockinger und gab Fernseharbeit und mögliche
Serienkarriere von einem Tag auf den anderen auf, weil er nicht in Routine erstarren wollte.
Seit Ende der 1990er Jahre ist er wieder vermehrt in Kino- und Fernsehfilmen zu sehen,
zuletzt 2006 in der Hauptrolle des jüdischen Geldfälscher-Königs Solomon Sorowitsch, der in Stefan
Ruzowitzkys oscar-prämierten Film
Die Fälscher von den Nazis zum Leiter der Fälscherwerkstatt
im KZ Sachsenhausen gemacht wird und so ein makabres "süßes Leben" führt.
Karl Markovics wurde 1963 in Wien geboren und hat auf vielen Wiener Bühnen gespielt, vom
Serapionstheater bis zum Volkstheater Wien, wo er klassische und moderne Rollen übernahm und 2005
Eugène Ionescos
Die kahle Sängerin inszenierte. Er spielte 1996/97 den
Conférencier im Musical
Cabaret und 2002 den Schneider Zwirn in Nestroys Komödie
Lumpazivagabundus.
An der Josefstadt war er 2006/07 als Nestroy in
Mein Nestroy zu sehen.
Mit dem Film kam Markovics 1993 als Taxifahrer in
Halbe Welt und als Kirchingerwirt in Josef Harathers
Road-Movie-Kultfilm
Indien in Berührung. Er war in der Bau-Satire
Hinterholz 8 (1998) dabei und gehörte in der Groteske
Drei Herren (1998) zum Trio der aus der Psychiatrie
geflohenen sanften Debilen, spielte den schleimigen Boulevardreporter in Helmut Dietls Satire
Late Show (1999) und an der Seite von Josef Hader und Simon
Schwarz den an den Rollstuhl gefesselten Ex-Rettungswagenfahrer in Wolfgang Murnbergers
Kriminalkomödie
Komm, süßer Tod (2000, nach Wolf Haas).
Für das Fernsehen arbeitete Markovics als Bezirksinspektor Ernst Stockinger in der Serie
Stockinger (Sat.1, 1996) und legte den Polizisten als
völlig normale Person ohne Kanten und Macken gegen das Rollenklischee an. Die Figur des Stockinger
stammte aus der Serie
Kommissar Rex. Markovics spielte ihn in drei Staffeln von
1994-1996. In Fernsehfilmen war er in
Die Villen der Frau Hürsch, in der
Pro7-Märchenstunde, als Erzherzog Karl in
Andreas Hofer (2002) und als Sturmbannführer in
Annas Heimkehr (2003, mit Veronika Ferres) zu sehen. Eine
ähnliche Nazi-Rolle spielte er als
SS-Hauptsturmführer in Stefan Ruzowitzkys Kinofilm
Die Männer Ihrer Majestät (2001, mit Matt LeBlanc und
Nicolette Krebitz).
Karl Markovics lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Wien.