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Regie
Stephanie Mohr
Bühnenbild und Kostüme
Miriam Busch
Musik
Joachim Steffenhagen
Heinrich, Anglist
Joachim Bißmeier
Edith, Heinrichs Frau
Tatja Seibt
Isabel, Heinrichs und Ediths gemeinsame Tochter
Emily Cox
Peter, Heinrichs Sohn
Florian Teichtmeister
Marietta, Ediths Tochter aus einer früheren Ehe
Maria Köstlinger
Sonja, Ediths Nichte
Ruth Brauer-Kvam
Die Professorin
Marianne Nentwich
Nadja, ihre Tochter, eine junge Studentin
Silvia Meisterle
Ein Hase
Emanuel Kastner /
Martin Zlabinger
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Roland Schimmelpfennig
Besuch bei dem Vater
Österreichische Erstaufführung
Premiere: 22. November 2008
Besuch bei dem Vater ist ein modernes bürgerliches Drama, das mit fast mythischer Wucht
den Vater-Sohn-Konflikt in Szene setzt und dabei ganz beiläufig im Stil Tschechows beginnt.
Heinrich, Anglist, wohnt mit seiner Frau Edith und Tochter Isabel auf dem Lande. Man führt ein
offenes Haus, so sind auch Marietta, Ediths Tochter aus erster Ehe sowie Ediths Nichte Sonja,
zu Gast. Im Zentrum allerdings thront Heinrich, dessen Charme aufblüht, wenn er mit Sonja
auf Entenjagd geht. Plötzlich taucht ein junger Mann auf: Peter, Heinrichs Sohn, der seinen
Vater besucht, den er in seinem Leben noch nie gesehen hat.
Aus geständnishaften Kurzszenen und Dialogsequenzen komponiert Schimmelpfennig eine lockere
Folge, die sich inhaltlich immer mehr verdichtet. Heinrichs Machtrefugium, das er Peter gegenüber
mit dem Satz „Hier sind nur Frauen! Nur Frauen und ich!" definiert hat, beginnt zu wanken.
Roland Schimmelpfennig ist der zurzeit meistgespielte Gegenwartsdramatiker
Deutschlands. Seine Stücke werden in über 40 Ländern aufgeführt. Schimmelpfennig wurde 1967 in
Göttingen geboren und ging nach dem Abitur als Journalist nach Istanbul. Nach einem Regiestudium an
der Otto-Falckenberg-Schule wurde er als Regieassistent an die Münchener Kammerspiele
engagiert und wurde später Mitarbeiter der Künstlerischen Leitung. Außerdem war
er Dramaturg an der Berliner Schaubühne. Seit 1996 arbeitet Schimmelpfennig als freier Autor.
Er erhielt mehrere Preise, darunter den Else-Lasker-Schüler-Preis, Einladungen zu den Mülheimer
Theatertagen, den Nestroy-Theaterpreis.
Aufführungen seiner Stücke u.a.: Münchener Kammerspiele, Schaubühne am Lehniner Platz,
Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus Zürich, Burgtheater, Akademietheater, Schauspielhaus
Bochum, Deutsches Theater Berlin, Thalia Theater und Schauspielhaus Hamburg.
Pressestimmen:
Tatja Seibt, Emily Cox, Maria Köstlinger, Ruth Brauer-Kvam, Marianne Nentwich und Silvia Meisterle
sind ein facettenreiches, komisches, sehnsuchtsvolles Frauen-Sextett. Ihre Grabenkämpfe und
Gruppen-Choreographien sind Stephanie Mohr eindeutig am Besten gelungen. (...) Eine engagierte,
achtbare, zeitgenössische Aufführung, die hoffentlich ihr Publikum finden wird. (APA)
Regisseure, die mit Charme, Witz und Dämonie verstörende und unterhaltende Geschichten erzählen
können, sind heute eine Minderheit. Stephanie Mohr kann es. Den Nachweis erbringt sie in Roland
Schimmelpfennigs Familienepos „Besuch bei dem Vater“. Und dieser Umstand erhöht die Bewunderung
noch. Schimmelpfennigs Figuren wirken kryptisch, geben nur wenig von sich preis, lassen aber
brunnentiefe Seelenabgründe erahnen. (...) Mohr führt ihr exzellentes Personal mit Präzision und
versteht es, auch mystische Momente zu erzeugen. Joachim Bißmeier gibt großartig den alternden
Despoten mit dem Faible für Miltons „Paradise Lost“. Florian Teichtmeister spielt den Eindringling
so intensiv, als ginge es ums Überleben. Tatja Seibt, Maria Köstlinger und Ruth Brauer agieren auf
gleicher, brillanter Höhe. (News)
Schimmelpfennig schreibt anspielungsreichen Zeitgeist-Boulevard. Es ist ihm viel eingefallen zu
seinen Figuren. Stephanie Mohr zeichnet sie liebevoll und mit vielen Ideen: Die Schauspieler sind
durchwegs gut. Bißmeier absolviert die ungewohnte Rolle mit der ihm eigenen Präzision, aber auch
hinreißender Situationskomik, deren Selbstverständlichkeit staunen macht. (Die Presse)
Dass jede Schimmelpfennig-Produktion für die Ausführenden zur Entdeckungsreise wird, liegt auf der
Hand. Stephanie Mohr hat sie bei ihrer Inszenierung der österreichischen Erstaufführung von „Besuch
bei dem Vater“ im Theater in der Josefstadt mit Fantasie, hintersinnigem Witz, Ironie und einem
Hauch unsentimentaler Poesie bewältigt. (...) Alles in allem: ein perfekter, zu Recht bejubelter
Schauspielerabend. (Wiener Zeitung)
Stephanie Mohr inszeniert das Spiel um eine nur scheinbar fröhliche Theaterfamilie mit Witz. Ihr
konsequenter Versuch, nicht nur den Worten Raum zu geben vor dem sich immer drehenden Zylinder mit
Türen und Fenstern, sondern dem Stück auch Stimmung, gelingt. (...) Joachim Bißmeier macht aus dem
Familienoberhaupt einen drahtigen, russische Literatur hassenden Papa, der wie ein Sexguru seinen
Harem bewacht. Da selbst seine orientierungslose Frau Edith in Gestalt der hinreißenden Tatja Seibt
junger Potenz verfällt, kann dieser Theatermann mit Neigung zu grotesken Zügen nur ausrasten. (Kronen Zeitung)
Regisseurin Stephanie Mohr konzentriert sich auf die triste, aber humorvolle Melancholie des
Textes. Sie verdichtet und schafft starke Bilder. Der Humor, den sie herausgearbeitet hat, trifft
ins Schwarze. (...) Mohr hat das Beste aus dem Text herausgearbeitet: die momenthafte
Charakterisierung eines heutigen soziologischen Gefüges. (...) Auch Dank der präzise
ausgearbeiteten Zeichnungen der Darsteller. Joachim Bißmeier als treffsicher zynischer und
alternder Vater, der sein Revier (und damit seine Existenz) vor dem fremden Sohn verteidigen muss.
Florian Teichtmeister als präsent begehrender und dennoch mysteriös bleibender Sohn. Tatja Seibt,
Emily Cox, Maria Köstlinger, Ruth Brauer-Kvam, Marianne Nentwich und Silvia Meisterle decken mit
ihren Frauenfiguren enorm viele Facetten (und Altersstufen) des Weiblichen ab. (...) Eine über
weite Strecken stimmig gebaute Momentaufnahme der Einsamkeit. (Kurier)
Hervorragende Schauspielleistungen erbringen Joachim Bißmeier und Tatja Seibt als Elternpaar. (Der Standard)
Stephanie Mohr hat es intelligent und witzig inszeniert. (...) In einem spielfreudigen Ensemble ist
Joachim Bißmeier ein blendender Darsteller des schimpfenden, scheinheiligen Vaters. (Salzburger Nachrichten)
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