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Regie
Herbert Föttinger
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Musik
Michael Rüggeberg
Orsola, eine Bewohnerin des Campiello
Sona MacDonald
Zorzetto, ihr Sohn
Stefano Bernardin /
Roman Blumenschein (altern.)
Pasqua, eine Bewohnerin des Campiello
Isabella Gregor
Gnese, ihre Tochter
Daniela Golpashin
Catte, eine Bewohnerin des Campiello
Sigrid Hauser
Lucietta, ihre Tochter
Silvia Meisterle
Anzoletto, der Verlobte der Lucietta
Ljubiša Lupo Grujčić
Fabrizio, ein Bewohner des Campiello
Siegfried Walther
Gasparina, seine Nichte
Therese Lohner
Sansuga, ein asthmatischer Wirt
Martin Zauner/
Peter Scholz
Cavaliere, ein ortsfremder Aristokrat
André Pohl
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Peter Turrini frei nach Carlo Goldoni
Campiello
Premiere: 13. Januar 2011
Spieldauer: ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
In der trist-kargen Welt des Campiello streiten und lieben sich die Leute. Zank und Eifersucht,
aber auch unbändiges Gelächter bestimmen den Alltag. Leben heißt für die armen Leute am Campiello
überleben. Das macht sie schamlos, wild und gefährlich. Den allein stehenden älteren Frauen muss
jedes Mittel recht sein, ihre Existenz und die ihrer Kinder zu sichern. Eine Möglichkeit für die
jungen Frauen ist die Ehe, eine Form, in der sie ökonomisch überleben können. Und sind die Kinder
erst einmal verheiratet, können sich auch die Mütter dem Traum von Liebe und Ehe hingeben. Ein
Cavaliere bringt Unruhe in den turbulenten Alltag, mit Eheversprechungen nährt er die
Liebessehnsüchte der Frauen. Was für ihn aufregende Unterhaltung ist, bedeutet für die Leute vom
Campiello Chaos.
"Es hat mich schon immer gestört, wenn das Publikum über die Liebessehnsucht älter werdender
Frauen lacht. Dieses Auslachen, das so krampfhaft die Angst vorm eigenen Altwerden kaschiert,
wollte ich dem Publikum nicht schenken. Ich wollte zeigen, daß es nicht lächerlich ist, wenn älter
werdende Frauen auf ihrer Sehnsucht nach Liebe bestehen, sondern mutig."
Peter Turrini, 1982
Pressestimmen:
Auf einem heruntergekommenen Platz in Venedig werden heftig Ehen, Liebschaften und
Vermögenstransfers angebahnt. Von Carlo Goldoni geschaffen, von Peter Turrini vor fast 30 Jahren
bearbeitet, von Herbert Föttinger in der Josefstadt auf die Bühne gebracht: In dieser Kombination
kann bei "Campielo" kaum etwas arg schiefgehen. Föttinger findet vor einer Baustellenkulisse schöne
Bilder für die Karnevalsburleske im Schnee. Mit Andrea Händler und Sigrid Hauser gelingt auch eine
überzeugende Besetzung für die Matronen Pasqua und Catte. Die beiden verkuppeln ihre Töchter,
hoffend, dass damit der Heiratsmarkt für sie selbst wieder frei wird. Beinahe rührend: Am Ende
erkennen sie, dass ihre Zeit vorbei ist. Harmlos, aber lustig. (Falter)
Föttinger hat das Bühnenplätzchen mit einer illustren Runde bevölkert. Neben den Gästen Hauser und
Händler spielen etwa die fabelhafte Daniela Golpashin und (wunderbar scheinbar prüde) Therese
Lohner. (Kurier)
Grujčić und Bernardin erfüllen wunderbar das Klischee junger Italiener: Sie schwirren mir der Vespa
über die Piazza und schwärmen vom Theaterleben.
Wie in den Beiseite-Szenen der Commedia dell'arte treten auch die Turrini'schen Figuren an
die Rampe und entäußern ihr Intimstes: Aufgewiegelt von der Idee einer besseren Zukunft liefert
Sigrid Hauser eine Opernparodie, Daniela Golpashin wird zur enthemmten Lulu, die verführerisch ins
Stehmikro haucht, und Therese Lohner mimt den Tod der Julia. (Furche)
Diese Übertragung ist flott und poetisch, die Inszenierung charmant und gar nicht besonders
ordinär, wenn man den Inhalt bedenkt, der sich fast nur um das eine dreht. Sie bietet Glanzpunkte
wie aus jenen TV-Sendungen, die den Superstar suchen, denn einige Schauspielerinnen dürfen sich
richtig produzieren. (Presse)
Peter Turrinis Goldoni-Bearbeitung Campiello ist eine sympathische Liebeserklärung an nicht mehr
ganz junge Frauen. (Österreich)
Die drei Witwen Orsola (gefällt: Gundula Rapsch), Pasqua (überzeugendes
schauspielerisch-vielschichtiges Talent: Andrea Händler) und Catte (Mut zu verlebtem Aussehen und
schrill als Verdis Violetta: Sigrid Hauser). (Kronen Zeitung)
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