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Regie
Herbert Föttinger
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Musikalische Einrichtung
Bela Koreny
Michael Rüggeberg
Prof. Immanuel Rath, genannt Unrat
Erwin Steinhauer
Lohmann, Schüler
Rasmus Borkowski
von Ertzum, Schüler
Ferdinand Stahl
Angst, Schüler
Rafael Schuchter
Der Direktor des Gymnasiums
Christian Futterknecht
Rosa Fröhlich, genannt Lola Lola
Katharina Straßer
Herr Kiepert, Zauberkünstler und Leiter der Kiepert´schen Kompanie
Peter Scholz
Frau Kiepert, seine Frau, genannt Guste, Artistin
Sona MacDonald
Ein Clown
Rafael Schuchter
Der Wirt vom “Blauen Engel“
Alexander Strobele
Ein Kapitän, Besucher des Varietés
Alexander Waechter /
Peter Moucka
Sascha Samolevic, Pianist
Bela Koreny
Eine Tänzerin
Beata Vavken
unterstützt von
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nach Heinrich Mann / Josef von Sternberg
Der blaue Engel
Uraufführung
Premiere: 17. September 2009
Fassung des Theaters in der Josefstadt
mit Unterstützung von
Peter Turrini
nach dem Roman "Professor Unrat" von Heinrich Mann und dem Film "Der blaue Engel" von Josef
von Sternberg, unter Verwendung des Drehbuches von Carl Zuckmayer, Robert Liebmann und Karl Gustav
Vollmoeller
Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen, Premiere im Theater am Kornmarkt am 19. August
2009
„Da er Rath hieß, nannte die ganze Schule ihn Unrat.“ - Der tyrannische und verknöcherte
Gymnasiallehrer Professor Rath, der sein bisheriges Leben der Mission der Bildung untergeordnet
hatte, gerät auf der fanatischen Jagd seiner ihn peinigenden Schüler in die Fänge eines
verwirrend-fremdartigen Dunstkreises, der erotischen Halbwelt. Sie, das ist Lola, eine „
Barfußtänzerin“ im Tingeltangel Variéte „Der blaue Engel“. Für Unrat bleibt sie die „Künstlerin“;
auch dann noch, als er sich um Ruf und Stellung sorgen muss und diese schließlich verliert.
Der blaue Engel - Eine Satire über eine ungleiche Liebe? Auf alle Fälle ist diese
Geschichte das Psychogramm einer exotischen Beziehung, die sich ihr Recht erwirkt, wenn die
gesellschaftlichen und politischen Mechanismen durchschaut sind. „Unrat, dieses lächerliche
Scheusal ... hat doch einige Ähnlichkeit mit mir“, so der Autor Heinrich Mann in einem wenig
beachteten Zitat über eine Gestalt, die seinen Weltruhm als Autor begründen und ihn für den
amerikanischen Film interessant machen sollte. Ein viertel Jahrhundert nach Erscheinen des Buches
lernte er Ende der Zwanziger Jahre im berüchtigten Westberliner Amüsierviertel Nelly Kröger kennen;
ein Mädchen mit der „Seele der Halbwelt“. Kurz darauf wurde nach der Romanvorlage der erste
deutsche Tonfilm gedreht: „Der blaue Engel". Marlene Dietrich war mit einem Schlag berühmt, und mit
ihr trat Heinrich Mann endlich aus dem Schatten seines Bruders, des Nobelpreisträgers. Die verpönte
Nelly Kröger sollte seine Begleiterin ins Exil werden. Leben und Literatur - einmal mehr im
Leben der Manns erwies sich das eigene literarische Werk für Heinrich als self-fulfilling prophecy.
Pressestimmen:
Immer tragisch, im Komischen wie auch im komisch wirkenden Autoritären und auch in der zur
Verblendung wachsenden Verliebtheit, gibt Erwin Steinhauer eine ausgezeichnete Vorstellung. (...)
Großer Jubel. (...) Zwei Stunden gehobene Unterhaltung und ein Star in Hochform. (Presse)
Die Aufführung wurde schon zur Bregenzer Festspielpremiere sehr gelobt - jetzt weiß man,
weshalb. Peter Turrini half bei der Theaterwerdung von Heinrich Manns "Professor Unrat",
Herbert Föttinger orientierte sich am Film und formte die Geschichte des tyrannischen Lehrers und
der Nachtklubsängerin als beklemmende Revue. Fabelhaft Erwin Steinhauer, dem man den autoritären
Pädagogen, den verzweifelten Liebhaber und am Ende den gedemütigten Clown in jedem Augenblick
abnimmt. Katharina Straßer (...) ist eine Lola, die mit der Kraft der Verzweiflung
verführt und agiert. Feines, sehenswertes Theater. (News)
Eine schauspielerische Großtat. (...) Katharina Straßer (...) scheint ihre Rolle der
manisch-depressiven Lola inzwischen magnetisch aufgeladen zu haben. Hervorragend, wie schon in
Bregenz, Sona MacDonald. (Österreich)
Famos - Sona MacDonald erzählt als Kiepers Frau in ein paar Verächtlichkeitsgesten die Tragödie
eines ganzen Berufsstandes. (Standard)
Riss das Premierenpublikum zu Ovationen hin, wie man sie in dieser Lautstärke und Intensität schon
lange nicht mehr erlebt hat. Und die Geschichte tut auch in Peter Turrinis mit sicherem Gespür und
ohne gröbere Eingriffe vorgenommener Bühnenfassung und in Herbert Föttingers milieugetreuer
Inszenierung auf der von Schauplatz zu Schauplatz rotierenden Drehbühne (Rolf Langenfass) ihre
Wirkung. (...) Im Gegensatz zur Dietrich (...) strahlt Katharina Straßer als Star des übel
beleumdeten Vergnügungsetablissements Der blaue Engel den Charme einer ungenierten,
zärtlichkeitsbedürftigen Kindfrau aus. (...) Zum Erlebnis wird der Abend jedoch durch Erwin
Steinhauer als Professor Immanuel Rath. (Wiener Zeitung)
Pressestimmen zur Premiere in Bregenz (am 19. August 2009)
Es ist der große Verdienst von Regisseur Föttinger und seine kongenialen Bühnenbildner Rolf
Langenfass dass „Lola – Der Blaue Engel“ zeitlos wirkt. Föttinger hat auf der sehr praktischen
Drehbühne präzise, flott und mit leichter Hand inszeniert und auf das Können seiner Protagonisten
vertraut. (...) Völlig zu Recht. Denn Erwin Steinhauer ist ein schlicht grandioser, unendlich
anrührender Professor, der zusehends den Boden unter den Füßen verliert. Wie Steinhauer bis zuletzt
um seine Würde und um seine Liebe zu Lola ringt, wie er diesen gebrochenen Mann in all seiner
Ambivalenz darstellt, ist großartig. An seiner Seite Katharina Straßer als Lola. Eine Kindfrau,
eine Lolita mit Stimme und Kraft, die auch in alle Lieder („Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe
eingestellt“) etwas Bekenntnishaftes einbringt. Eine starke Leistung. Dazu kommt ein homogenes
Ensemble, das von der hinreißenden Sona MacDonald und dem markanten Peter Scholz angeführt wird.
Sie alle sind Teil eines packenden Liebesdramas. (Kurier)
Das Ereignis des Abends hieß (...) Professor Unrat und Erwin Steinhauer. Denn einmal mehr gelang es
diesem genialen Darsteller die Fallhöhe eines Menschen so drastisch und nuanciert nachvollziehbar
zu machen, dass einem beklommen ums Herz wurde.
Erwin Steinhauer (...) der geniale Charakterdarsteller erzählt eine drastische
Fall-Geschichte. Die Entwicklung des Spießers zum Menschen und dessen Sturz in die Hölle des armen
Teufels. Am Ende bankrott und von seiner Frau im Stich gelassen, wird er als Clown auf die
Cabaret-Bühne getrieben und muss – während rohe Eier auf seinen Kopf fallen – Kikeriki schreien.
Ein tragischerer „Fall“ ist kaum denkbar. Und die dichtesten Szenen dieser Inszenierung wirkten auf
Rolf Langenfass‘ suggestiver, geisterbahnähnlicher Drehbühne wie ein frischer Horváth. (Österreich)
So hat es Katharina Straßer als "Dietrich-Nachfolgerin" auch am schwersten. (...) Gerade mit ihren
fein nuancierten Gesangsparts überzeugt sie als souveräne Lola vollends. Ihr gelingt das
Kunststück, Marlene und die Filmvorlage im Hinterkopf zu vergessen. (APA)
Steinhauer läuft (...) im zweiten Teil zur Hochform auf. Der mittlerweie
heruntergekommene Professor muss in seiner ehemaligen Heimatstadt als dummer August auftreten. Wenn
Eier auf seinem Kopf zermatscht werden und er in schierer Verzweiflung sein "Kikeriki" kräht, dann
zerreißt es einem - verzeihen Sie den Pathos - vor Mitgefühl fast das Herz. Hier ist eine
Intensität, eine Wahrhaftigkeit zu spüren (...). (Tiroler Tageszeitung)
Kein Abklatsch entstand, sondern selten kostbare Momente auf der Bühne sind geschaffen worden, die
das Festspielpublikum nach der Premiere am Mittwoch zu Begeisterung hinriss. (...) Wie Professor
Unrat zuletzt vom Leiter der Truppe in seiner Heimatstadt vorgeführt wird, ist großes Theater.
(...)
Die schauspielerischen Leistungen sind hervorragend. Erwin Steinhauer steht als tragisches
Talent ganz im Vordergrund, auch Katharina Straßer als Lola beweist nicht nur stimmliche Stärke.
Auch in den Nebenrollen wird beachtliches geleistet, Rasmus Borkowski als Schüler Lohmann und Sona
MacDonald als Frau des Theaterchefs sind hervorzuheben. (...) Es ist eine Liebeserklärung an das
Theater. (Salzburger Nachrichten)
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