|
Regie
Janusz Kica
Bühnenbild
Kaspar Zwimpfer
Kostüme
Karin Fritz
Musik
Stanko Juzbašić
Mirandolina, eine Wirtin
Sandra Cervik
Fabrizio, ihr Kellner
Xaver Hutter
Der Cavaliere von Rippafratta, ein Geschäftsmann
Ulrich Reinthaller
Der Baron von Ciccio
Fritz Muliar / Alexander Grill / Peter Scholz
Traspiro, sein Diener
Mario Hellinger
Der Marchese von Albafiorita, ein verarmter Adeliger
Florian Teichtmeister
Dejanira, eine Schauspielerin
Alexandra Krismer
Ortensia, eine Schauspielerin
Eva Mayer
|
|
Peter Turrini
Die Wirtin
frei nach Carlo Goldoni
Premiere: 29. Januar 2009
In Goldonis Komödie um Mirandolina ist alles möglich. Obwohl die Gesellschaft von Männern
beherrscht wird, hat eine Frau ein Gasthaus. Obwohl der Kellner ein armer Schlucker ist, nimmt ihn
die Wirtin zum Mann. Obwohl die Möglichkeit der Aristokratie unbegrenzt ist, lässt sich ein
Blaublut von der Wirtin pflanzen, rollen, reinlegen. Erst zeigt sie ihm die heiße Schulter. Kaum
fängt der arme Stockfisch Feuer, zeigt sie ihm die kalte Schulter. Bei Goldoni ist die
Selbständigkeit der Frau eine Frage des Charakters.
Ich liebe die Komödie, aber ich halte eben vieles nicht für möglich. Damals schon gar nicht
und heute noch immer nicht. In meiner Version schuftet und erniedrigt sich eine Frau jahrelang, bis
sie ein Gasthaus pachten kann. Der Kellner liebt die Wirtin, weil er zu einem Gasthaus kommen will.
Das Blaublut lässt sich von der emanzipierten Wirtin zwar anständig einseifen, schlägt aber dann
umso brutaler zurück.
Wer die Macht hat, hat die Möglichkeit. Kurz: Mein Stück zeigt den Zusammenhang zwischen
Liebe und Ökonomie.
Peter Turrini
Pressestimmen:
Applaus und Jubel. Turrini hat seine Wirtin der Schauspielerin Sandra Cervik auf den Leib
geschrieben. Und die – man vergebe mir die Anzüglichkeit – ist ausgesprochen sexy. Mit
offenherzigstem Dekolleté, roten High Heels und atemberaubend engem Kleidchen stöckelt Mirandolina,
so resolut wie verführerisch, durch ihre Wirtshaus – Pension. Die Turrini lustigerweise im Bibione
der fünfziger Jahre angesiedelt hat. Hinreißend. Klar, dass nicht nur das Josefstädter Publikum,
sondern auch sämtliche Mannsbilder in Turrinis sehr heiterer Komödie auf die forsche Titelheldin
flogen (...). (Österreich)
Im Theater in der Josefstadt wird Mirandolina (...) nun von Sandra Cervik mit Witz, Charme und
Coolness verkörpert. Die Akteurin ist das Epizentrum des knapp zweistündigen Abends, der sich in
der zurückhaltenden Regie von Janusz Kica amüsant und kurzweilig präsentiert (...). Turrini hat
seine Krachkomödie überarbeitet, das Stück auf Hochglanz poliert; die Pointen sitzen (...). Wie
Cervik um den unwilligen Liebhaber herumscharwenzelt, zählt zu den stärksten Augenblicken des
Abends. (Wiener Zeitung)
Sandra Cerviks Wirtin erfreut mich draller Erotik, die sie umgebenden Karikaturen haben scharfe
Konturen. Ulrich Reinthaller und Florian Teichtmeister schaffen brillante, akrobatische
Verfremdungen in Richtung Commedia dell’ Arte. (News)
Die Erotik ist derb, aber witzig, die Botschaft bissig. (Presse)
Sandra Cervik (…) ist eine sehr gute, listig-erotische Wirtin, die den verklemmt-gefährlichen
Rippafratta mit Vergnügen ver- und vorführt. (...) Die Inszenierung ist Turrinis zwischen
Derbheiten und Subtilitäten wechselnden Stil angemessen, temporeich, mehr an den komödiantischen
als an den tragischen Aspekten interessiert, stellenweise deutlich im Schwank beheimatet. (Kurier)
(...) starke Hauptdarsteller. (Falter)
Sandra Cervik als Mirandolina. Eine Idealbesetzung. Immer wieder ins Publikum plaudernd und
kokettierend, liest sie sämtlichen Herren die Leviten, verführt und bestrickt, hat viel Köpfchen
und auch ein bisschen Herz. (Neues Volksblatt)
|
|