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mit
Martin Zauner
Regie
Elke Schwab
Bühnenbild und Kostüm
Lothar Hüttling
unterstützt von
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Norbert Silberbauer / Probebühne
Firlinger
Probebühne
Uraufführung
Premiere: 10. März 2009
Der ehrenamtliche Mesner Firlinger ist verunglückt. An einem Sonntag. Ein herabstürzender Engel
hat ihn in der Kirche erschlagen. Firlinger hat sein Lebtag lang streng nach den Zehn Geboten
gelebt und die zwölf Aposteln namentlich wiedergeben können. Zum Sündigen blieb bei so viel
religiösem Engagement keine Zeit.
Jetzt ist Firlinger tot und wartet auf seine Auferstehung, seine Himmelfahrt, seinen Engel,
der ihn an der Hand zum Erlöser führen wird. Doch aus der Sicherheit werden Zweifel und
Verzweiflung, schließlich endet sein Warten in Resignation. Er denkt zurück, spult seinen
Lebensfilm ab, kommentiert dessen trostlose Stationen und betet. In seiner Bilanz tauchen seine
Sünden auf, seine Vergehen. Wut auf die Menschen, die ihn allein gelassen haben, Verbitterung und
Hass. Ohne Frau ist er geblieben, ohne Liebe.
Schließlich fordert er Gott heraus, aber Gott reagiert nicht. Er lässt ihn warten.
Norbert Silberbauer offenbart in diesem Monolog eines Toten, der sich bei aller
Tragik als Komödie versteht, das verpfuschte Leben eines naiven Menschen, die verpassten
Gelegenheiten des gottesfürchtigen Kirchendieners. Firlinger - das fromme Geschöpf Gottes -
Firlinger, der sich seinen Himmel kaufen wollte, der den Menschen aus purer Berechnung geholfen
hat, um im Jenseits dafür belohnt zu werden.
Achtung - Einlass 10 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Zuspätkommende können
leider nicht mehr eingelassen werden.
Pressestimmen:
Ein fulminantes Solo. (...) Elke Schwab hat hervorragend inszeniert, indem sie aus dem Komödianten
Martin Zauner den Charakterdarsteller, der er immer schon war, den er aber nicht immer herzeigt,
hervorgetrieben hat. So verwandelt sich Zauner vom räsonierenden Kirchenmann auf unheimliche Weise
zum monumental Verzweifelten, derart, dass er am Schluss kaum mehr erkennbar ist. (Die Presse)
Zauner ist ein großer Charakterdarsteller. Schon wenn man diesem Firlinger begegnet, der so heiter
tut, spürt man genau die Spannungen, die in diesem Menschen wohnen. Und in der ungemein
feinfühlig-klugen Regie von Elke Schwab wird dieser Mesner „abgeschält“ wie eine Zwiebel, Schicht
um Schicht der Lügen abgetragen, nachdem die geschönte Version des Beginns nicht lange
standgehalten hat. Und die Erkenntnis, dass es im Schoß der Mutter Kirche gar nicht so beglückend
und befriedigend war, wie es gerne verkündet wird, sollte vielen zu denken geben – nicht nur den
Besuchern von „Firlinger“, die Zauner bei der Premiere den verdienten Triumph bereiteten. (Der neue Merker)
Zauner meistert sein banges Hoffen auf Erlösung bravourös. (...) Langanhaltender Applaus,
Bravo-Rufe und Standing-Ovations für die One-Man-Show von Martin Zauner beschloss den Abend, der
angesichts des frühen Todes des Autors - Silberbauer hatte seinem Leben angesichts einer schweren
Erkrankung vorzeitig ein Ende gesetzt - besonders betroffen macht. (APA)
Martin Zauner ist die Idealbesetzung für diesen am Leben gescheiterten Gottesmann. In der
einfühlsamen Regie von Elke Schwab porträtiert der Schauspieler die tragikomische Figur präzise,
prägnant, pointiert. Ohne ins Sentimentale oder Kitschige zu kippen, offenbart Zauner die kleinen
Sorgen und tiefen Abgründe Firlingers, der eingangs von sich behauptet: „Wenn ich nicht in den
Himmel komme, wer dann?“ (Wiener Zeitung)
Zauner spielt das unfassbar eindringlich, setzt mit Bravour bitterböse Pointen, ringt in dieser
ewigen Vorhölle mit sich und seinem Nicht-Mehr-Sein. Da stimmt jede Gestik, da lässt sich anhand
von Zauners Mimik jede Befindlichkeit ablesen. Ein furioses, abgründiges Solo des Schauspielers,
das unter die Haut geht. Sehr stark. (Kurier)
Der Text Silberbauers gibt das Tempo bereits vor, Zauner verdichtet ihn in seinem beklemmenden
Erlösungs-Spiel, das den armen Firlinger vom Glauben immer weiter entfernt. (Der Standard)
Martin Zauner, ein Meister des Skurrilen, mit dem Zeug zum Volksschauspieler, unterhält ab sofort
als Silberbauers „Firlinger“ auf der Probebühne des Theaters in der Josefstadt. Eine kleine aber
feine Uraufführung. (Kronen Zeitung)
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