Regie
Stephanie Mohr
Bühnenbild
Miriam Busch
Kostüme
Aleksandra Kica
Musik
Joachim Steffenhagen

mit
Sandra Cervik
und
Herbert Föttinger

Herbert Föttinger, Sandra Cervik
Arthur Schnitzler
Reigen

Premiere: 8. September 2007


Schnitzlers Reigen feierte in den Wiener Kammerspielen seine österreichische Erstaufführung. Das erotische Thema reichte damals, 1921, für einen handfesten Skandal mit Polizeiaufgebot und gewalttätigen Protesten. Ebenso wie die Berliner Aufführung des Reigen rief die Wiener Aufführung vom 1. Februar 1921 interessierte und einfühlsame Reaktionen der liberalen Theaterkritik hervor, aber auch heftige Abwehr nationalistischer und antisemitischer Kreise. Der erste Sturm gegen die Wiener Kammerspiele begann bereits gut zwei Wochen, nachdem das Stück auf den Spielplan gesetzt wurde. Unverkennbar war dies ein Protest des sogenannten „arischen Wien“ gegen die „jüdische Vergiftung der Volksseele“.

Pressestimmen:

Unterhaltsamer Zwei-Personen-"Reigen" in den Kammerspielen: Stephanie Mohr gelingt mit Sandra Cervik und Herbert Föttinger eine überzeugende und leichtfüßige Neuinszenierung der einst skandalisierten Szenenfolge.
Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger schafft derzeit etwas Erstaunliches: Ein fulminanter Saison-Start trotz wegen Umbau geschlossenen Hauses. Gemeinsam mit Sandra Cervik verkörpert der Prinzipal sämtliche Rollen im "Reigen" und beweist in der erfrischend humorvollen und modernen Inszenierung von Stephanie Mohr, dass Schnitzlers Szenenfolge keineswegs Staub angesetzt hat.
Sandra Cervik und Herbert Föttinger gelingt der, oft nur durch minimale Kostüm- oder Requisitenwechsel begleitete wiederholte Rollentausch ganz ausgezeichnet, ohne Penetranz oder Peinlichkeit. Selbst bei den ersten Annäherungsversuchen des mit Sex-Heftchen und Anatomie-Atlas bewaffneten jungen Herrn an die Putzfrau, als "Dirne" und "Soldat" in der Peepshow, als sich an Luftballons klammerndes "Stubenmädchen" oder als mit Trainingsjacke und Männerrock gekleideter Jungdichter machen sie gute Figur.
(APA)

Cervik und Föttinger zeigen die Macht- und Ohnmachtsverhältnisse modern und ziemlich stadtneurotisch. Dass das Schauspielerpaar sich so vertraut ist, kommt der Griffigkeit ihres Spiels zugute.
(Kurier)

Glasklare Inszenierung. Herbert Föttinger und Sandra Cervik sind wirklich phänomenal in der Verkörperung der Liebeskrüppel samt ihren patscherten, feigen, verlorenen, verklemmten menschenverachtenden Aktionen „davor“ und „danach“.
Was bisweilen ganz schön beklemmend wirkt, wie eine Laboranalyse des vertrackten menschlichen Paarungsverhaltens. Dann aber auch immer wieder sehr komisch wird.
Dass man als Zuschauer dieses eigenwilligen Reigen die Umzüge der beiden Akteure kaum bemerkt und die Rollenwechsel als völlig „normal“ empfindet, spricht für die Perfektion, mit der das Josefstadt-Couple aufeinander eingespielt ist.
(Österreich)

Ein schlüssiges Konzept, das sich als tragfähig erweist. In einem witzigen Bühnenbild (Miriam Busch), das immer wieder überraschende Effekte bietet, gelingen Föttinger und Cervik so komische Szenen, dass wohl auch das auf Boulevard konditionierte Stammpublikum der Kammerspiele auf seine Rechnung kommt.
(Falter)

Sandra Cervik und Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger erreichen dabei außerordentliches darstellerisches Niveau. Fabelhaft, wie die beiden mit Schnitzlers Sprache umgehen.
(News)

Furioso. Ohne die von Schnitzler fein ausgeschriebene Bitterkeit des Textes zu verzuckern und in einem grazilen Traumnovellen-Rahmen gelingt Stephanie Mohr eine feine, witzige Inszenierung, die durch Joachim Steffenhagens Soundtrack und Miriam Buschs fantastische Bühne stark mitgetragen wird.
Es ist faszinierend, die beiden Protagonisten beim Rollenwechsel zu beobachten. Ein intimer, wunderbarer Theaterabend.
(Kleine Zeitung Graz)

Auch dank des grandiosen Spiels der beiden Darsteller wird der „Reigen“ lustig und geistreich.
(Salzburger Nachrichten)