|
|
|
|
|
|
|
Regie
Dieter Giesing
Bühnenbild
Erich Wonder
Kostüme
Falko Herold
Karl, ein alter Artist
Hans-Michael Rehberg
Robert, sein Bruder, ein alter Schauspieler
Helmuth Lohner
|
|
Thomas Bernhard
Der Schein trügt
Premiere: 12. Oktober 2000
Die Brüder Karl und Robert, ein Artist und ein Schauspieler, beide alt, verbindet eine
zwiespältige, komplizierte Geschwisterliebe. Vor kurzem ist Mathilde, Karls Lebensgefährtin,
gestorben. Die "Lebensmittelhändlerstochter", "die gescheiterte Pianistin", wie Karl sie
verächtlich nennt, mit der er so viele Jahre verbracht hat, die ihn "im ungünstigsten Moment
verlassen" hat. Ihn irritiert, daß sie nicht ihm, sondern seinem Bruder Robert das
Wochenendhäuschen vermacht hat. Nun teilt Karl seine Einsamkeit mit Maggi, Mathildes Kanarienvogel.
Jeden Dienstag und jeden Donnerstag treffen die Brüder einander. Die gegenseitigen Besuche sind zu
einem Ritual geworden. Man erinnert sich, die Gespräche sind vielfach geübt und wiederholen sich,
kreisen immer um das gleiche: die Kunst. Robert, der sich nach Mathildes Tod noch mehr in die
Krankheit geflüchtet hat, träumt immer noch von einem großen Auftritt als "König Lear". Karl, der
sich nicht nur als Künstler sondern auch als philosophischen Kopf begreift, betont die stets
überprüfbare handwerkliche Dimension seiner Tellerkunst und demütigt den kränkelnden Bruder, den er
für einen "Antikünstler" hält - wie "Schauspieler überhaupt".
"Der Schein trügt", 1982 erschienen und 1984 in Bochum in der Regie von Claus Peymann
uraufgeführt, zählt zu den burlesken Künstlerdramen von Thomas Bernhard. Die beiden Brüder haben
sich wie viele von Thomas Bernhards Figuren "naturgemäß" in Verrücktheit und Skurrilität verrannt
und spielen uns auf berührend komische Weise eine Komödie des Alterns vor. "Wir ziehen die
Konsequenz, wir übernachten hier auf der Welt sozusagen." (Karl)
Thomas Bernhard wird zum erstenmal an der Josefstadt gespielt, ein Josefstadt-Debüt auch für
den Regisseur Dieter Giesing und den Schauspieler Hans-Michael Rehberg, der Vierte im prominenten
Bund ist Hausherr Helmuth Lohner.
|
|
|
|