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Regie
Otto Schenk
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Harras, General der Flieger
Sieghardt Rupp
Lüttjohann, sein Adjutant
Ronald Kuste
Korrianke, sein Chauffeur
Christian Pätzold
Friedrich Eilers, Oberst
Friedrich Schwardtmann
Hartmann, Fliegeroffizier
Alexander Löffler
Hastenteuffel, Fliegeroffizier
Robert Grass
Pfundtmayer, Fliegeroffizier
Anton Pointecker
Sigbert von Mohrungen
Harald Harth
Baron Pflungk, Attaché im Außenministerium
Franz Robert Wagner
Dr. Schmidt-Lausitz, Kulturleiter
Toni Slama
Oderbruch, Ingenieur im Luftfahrtministerium
Eugen Stark
Anne Eilers
Petra Morzé
Waltraut von Mohrungen, genannt Pützchen
Elke Winkens
Olivia Geiß, Diva
Gertraud Jesserer
Diddo Geiß, ihre Nichte
Maria Köstlinger
Lyra Schoeppke, gennant die Tankstelle
Adelheid Picha
Otto, Restaurateur
Alfred Reiterer
Francois, Kellner
Max Müller
Herr Detlev, Kellner
Peter Moucka
Buddy Lawrence, ein amerikanischer Journalist
Alexander Waechter
SS-Wache
Florian Brüggler
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Carl Zuckmayer
Des Teufels General
Premiere: 17. Dezember 1998
General Harras ist Gegner des nationalsozialistischen Regimes und dient ihm dennoch, weil er
leidenschaftlich gerne fliegt und von der Wehrmacht alle Möglichkeiten zur Verfügung gestellt
bekommt. Er entdeckt, dass sein Freund und Mitarbeiter, der Chefingenieur Oderbruch, Sabotage
treibt in der Überzeugung, dass das Ende der Hitler-Diktatur nur durch die Niederlage der Deutschen
zu erreichen ist. Seinem Charakter gemäß kann sich Harras, der als Verantwortlicher für die
Abstürze als Sündenbock dienen soll, weder dem Saboteur anschließen, noch weiterleben: Wer auf
Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat - der muss ihm auch Quartier in der
Hölle machen - er begeht Selbstmord, indem er mit einer der durch die Sabotage tödbringenden
Maschinen fliegt, und erhält ein Staatsbegräbnis.
Zuckmayer schrieb sein Theaterstück
Des Teufels General, das im Nachkriegsdeutschland
Kontroversen von einer später nicht mehr vorstellbaren Heftigkeit auslösen sollte, 1942-1945 im
amerikanischen Exil mit einer unerhörten Treffsicherheit im Jargon. Im Dezember 1941 war in der
amerikanischen Presse eine kurze Notiz vom unrühmlichen Ende des ehemaligen Jagdfliegers und
nunmehrigen Generalluftzeugmeisters der Wehrmacht Ernst Udet, mit dem Zuckmayer lange befreundet
war, erschienen. Zuckmayer vergrößert die Propagandalüge vom Absturz Udets, der für die
Harras-Figur Modell stand, ins Titanische: Aus dem eher zufälligen Absturz Udets, den die Nazis
meldeten - tatsächlich erschoss er sich soldatisch-korrekt mit seinem Lieblingsrevolver - wird der
bewusst sühnende Selbstmord des Generals Harras. Die Uraufführung fand im Dezember 1946 in der
Regie von Heinz Hilpert mit Gustav Knuth in der Titelrolle statt - am legendären Zürcher
Schauspielhaus. Der deutschen Erstaufführung 1947 in Hamburg folgten allerorten unzählige weitere
Aufführungen, die zugleich die Debatte um die Realitätsfähigkeit des Stückes vorantrieben - und es
damit rettungslos überforderten. Denn die Kritik galt oft nicht dem, was der Text wirklich meinte,
sondern seiner vermeintlichen Wirkung: dem Geist der Zeit, die es aufnahm, den Argumenten seiner
Verehrer und Gegner, den Lügen der Vergangenheitsbewältigungsdiskussion der 50er Jahre etc. Heute
liest es sich anders, vielleicht so, wie man es seinerzeit schon hätte lesen können, wenn nicht die
zeitliche Nähe der Ereignisse jede emotionale Distanz unmöglich gemacht hätte. Die spezifisch
zuckmayerische Genauigkeit besteht eben gerade darin, dass er seinen Figuren nicht ins Wort fällt -
dass er sie gleichsam um Kopf und Kragen reden lässt. Die damals noch falsch beeindruckende Figur
des Harras gibt hinter ihrem verführerischen Glanz ihre Jämmerlichkeit preis, hinter dem
Gesellschaftspanorama wird das Bestiarium sichtbar; eine deutsche Idylle des verblendeten Redens,
Denkens und Handelns - eine Idylle mit mörderischen Konsequenzen. Das dramatische Protokoll einer
Bewusstseinslage, die dem Druck ihrer Zeit nicht gewachsen war. Das ist schrecklich und komisch
zugleich; so komisch wie jenes letzte Billet, das der Selbstmörder Ernst Udet hinterlassen hat:
"Eiserner, Du hast mich verraten", steht da geschrieben, an Göring gerichtet.
Sieghardt Rupp, der in der Saison 1997/98 für seine Darstellung des ebenfalls ins Nazi-Regime
verstrickten Dirigenten Wilhelm Furtwängler mit der Kainz Medaille ausgezeichnet wurde, spielt den
General Harras.
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