|
Bühnenfassung und Regie
Anna Maria Krassnigg
Bühnenbild und Licht
Bert de Raeymaecker
Kostüme
Eva Wandeler
Komposition und Sounddesign
Christian Mair
Fräulein Else
Maria Köstlinger
Herr von Dorsday / Der Vater
Peter Scholz
Die Tante / Die Mutter
Marianne Nentwich
Der Cousin Paul
Ronald Kuste
Frau Cissy Mohr
Therese Lohner
Die Marchesa
Doina Weber
Der Pianist
Christian Mair
Der Römerkopf, ein Filou
Stefan Forster
Sein Freund, kein Filou
Marek Oravec
Der Jüngling
Michael Menzel
Das Mädchen
Eva Maria Scholz
|
|
Arthur Schnitzler
Fräulein Else
Premiere: 21. Oktober 2004
Else, Tochter aus gutem jüdischen Haus, verbringt ihre Ferien mit der reichen Tante und ihrem
Cousin in einem Nobelhotel in den Dolomiten. Sie bewegt sich auf eigenartig traumwandlerische Weise
durchs Leben und legt ungewöhnliche Verhaltensweisen an den Tag. Sie hat es sich nämlich zu eigen
gemacht, alle Vorgänge rund um sich messerscharf wahrzunehmen und zu durchschauen, andererseits, in
einer irrealen "Traumwelt" innerhalb ihres Kopfes, sieht sie die Dinge und Menschen der Umgebung in
ihrer nervösen Phantasie phantastisch verzerrt oder grotesk vergrößert. Kleine imaginierte Szenen
spielen sich so nur in ihrer Vorstellung ab. Die Novelle von Schnitzler schildert die zunehmende
Verstrickung in ihr Innenleben, ausgelöst durch einen dringenden Brief der Eltern um Geld, da nur
so eine Verhaftung des Vaters abzuwenden sei. Else soll dazu benutzt werden, bei Dorsday, einem
reichen Kunsthändler, die Summe zu erbitten. Als dieser nun die Bedingung stellt, sie dafür nackt
sehen zu wollen, löst diese Forderung eine Kettenreaktion in Else aus, die schließlich zu einer
Entblößung vor den versammelten Hotelgästen führt und in einer Überdosis Veronal endet.
Ausschlaggebend für diesen nahezu filmisch auf den Höhepunkt der Novelle zusteuernden
Handlungsverlauf ist das Verhältnis zu Elses Vater. Zum Schlüssel für das Verhalten von Fräulein
Else wird ein immer wieder angedeutetes Missbrauchserlebnis in der Vergangenheit, das prägend für
ihre weitere emotionale und sexuelle Entwicklung wurde. Vor allem die Dramatisierung der Novelle
Schnitzlers von Anna Maria Krassnigg macht deutlich, dass es sich bei Else um eine traumatisierte
junge Frau handelt, die sich aus Abhängigkeit und Liebe zum Vater dem Kunsthändler verkauft, dessen
Gestalt sich am Ende jedoch in erschreckender Weise mit der des Vaters zu überblenden beginnt.
Die Erzählung
Fräulein Else, von Arthur Schnitzler als innerer Monolog
komponiert, wurde in der Bearbeitung von Ernst Lothar 1936 im Theater in der Josefstadt
uraufgeführt. Die Regisseurin Anna Maria Krassnigg bringt nun
Fräulein Else in einer neuen Dramatisierung auf die Bühne
des Theaters in der Josefstadt.
Pressestimmen:
"Aus Schnitzlers Novelle hat Krassnigg ein richtiges Stück gemacht, in dem Elses innere
Stimmen auf die zitierten Personen verteilt werden. In den rund 2 ¼ Stunden dominiert die noch
etwas unrunde, aber enorm vehemente Else Maria Köstlingers die Bühne mit ihren atemberaubenden
psychischen Schwüngen zwischen Jungfrau und Luder, Hure." (Presse)
"Köstlinger jedenfalls spielt mit Rieseneinsatz, versucht, die Else als heutiges, junges
Mädchen zu zeigen, das gern mit ihren Reizen spielt, aber nicht will, dass mit ihr gespielt wird:
Schrill, rotzig, ausgelassen, schnippisch, durchgeknallt, Nerven zerfetzend." (Kurier)
"Erfrischend: Therese Lohner als Freundin Cissy und in Ansätzen komisch Roland Kuste als
Cousin und Frauenarzt." (Salzburger Nachrichten)
|
|