Regie
Herbert Föttinger
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Musikalische Einrichtung
Michael Rüggeberg
Choreographie
Gabriele Barth

Kampl, Bader
Helmuth Lohner
Gabriel Brunner, vormals Kanzleidiener
Otto Schenk
Bernhard Brunner, Schlosser
Franz Robert Wagner
Wilhelm, Gabriels Sohn
Peter Scholz
Netti, Bernhards Tochter
Ursula Strauss
Hyppolit Schwamm Edler von Waschhausen
Siegfried Walther
Sidonia, seine Gemahlin
Marianne Nentwich
Ludwig Baron von Auenheim
Boris Eder /
Erich Altenkopf
Cäcilie, Waschhausens Schwester
Elfriede Schüsseleder
Pauline Baronesse von Kellburg
Therese Lohner
Madame Müller, ihre Kammerfrau
Susanna Wiegand
Baron Felsbach
Toni Slama
Herr von Gerbrand
Alexander Strömer
Herr von Zackenburg
Alexander Waechter
Herr von Habmann
Ronald Seboth /
Christian Futterknecht
Frau von Siebling
Karoline Zeisler
Ida, ihre Tochter
Elke Hagen
Pichtl
Daniel Serafin
Fakler
Martin Muliar
Strunk
Hans Wolfgang Pemmer
Frau Schulzmann, Witwe
Inge Toifl
Henriette, ihre Tochter
Manuela Linshalm
Amalie, ihre Tochter
Jasmin Eisl
Gerbrands Mutter
Inge Toifl
Ein Notar
Ronald Seboth
Bedienter bei Waschhausen
Franz Zimprich
Damian, Kampls Gehilfe
Martin Muliar
Doktor Muschl
Ronald Kuste /
Herbert Föttinger
Frau Wilker, eine arme Arbeiterin
Karoline Zeisler
Ein Bauer
Hans Wolfgang Pemmer
Gesellschaft, Dienerschaft
Julia Kneussel, Catherine Oborny, Claudia Kottal/Gabriele Klein, Robert Herzl/Stefan Forster, Michael Menzel, Marek Oravec

Kampl
Johann Nestroy
Kampl

Premiere: 9. Dezember 2004

Kampl, Bader aus freier Wahl und ehemaliger Doktor der vornehmen Gesellschaft, bekommt Besuch von seinem Freund Baron Felsbach und dem konservativen Badearzt Doktor Muschl. Felsbach ist auf der Suche nach seiner zweiten Tochter. Er hatte damals seine Frau des Ehebruchs verdächtigt, sie mit der älteren Tochter in die Bäder geschickt und das zweite ungewollte Kind dem Kampl übergeben. Dieser wiederum gab es seiner ungetreuen Frau, die mit dem Kind verschwand und nicht mehr gesehen wurde. Inzwischen ist Felsbachs erste Tochter Pauline nach dem Tod ihrer Mutter zu einer reichen Erbin geworden. Doktor Muschl hat das letzte Wort bei der Verheiratung Paulines. Kampl verwandelt sich flugs in die Gestalt des abgereisten Doktors und nimmt die Sache in die Hand.
Kampl, 1852 uraufgeführt, ist eine hinreißende volkstückhafte Posse, eine verwickelt-verzwickte Komödie in realistischem Milieu (Revolutionsjahr 1848 wird angedeutet). Ein Stück über eine unterdrückte, vereinsamte Jugend auf der Suche nach Liebe, die sich von der geldgierigen Elterngeneration emanzipiert. Nestroys erfolgreichstes Altersstück, verfasst in der mit brillanten Bonmots, Metaphern und grandiosen Raisonnements gespickten, meisterhaften Sprache, in sensationeller Besetzung: mit Helmuth Lohner als Kampl und Otto Schenk als Gabriel, gleichzeitig das Debut von Herbert Föttinger als Regisseur.

Pressestimmen:

"Herbert Föttinger hat unter hoher öffentlicher Aufmerksamkeit inszeniert, und der Weg ist richtig: Vor weißen Wänden auf fast leerer Bühne wird präzises Worttheater in großer Besetzung gespielt. Helmuth Lohner und Otto Schenk sind das Gegensatzpaar: Lohner der idealistische Mediziner Kampl, der als ordnende Instanz auf der Seite der Loyalität und das Charakters kämpft; Schenk als grandioses opportunistisches Monstrum, als Apotheose der Charakterlosigkeit. Unter Therese Lohners Zugriff wird eine fade Wurze zur brillianten Studie." (NEWS)

"Herb und lebensnah ist der Charme der "Kampl"- Aufführung - selten hat man Nestroy so vom Kitsch befreit, rüschenlos, unsentimental und uneitel gesehen. Noch dazu hat Nestroys letztes Stück einiges zu bieten: Liebende quer durch die Schichten, jede Menge Filous, Scheinheilige und Geldgier in allen Variationen." (Kronen Zeitung)

"Otto Schenk hat in Brunner eine Idealrolle gefunden; als pensionierter Kanzleidiener mit "Sinn fürs Höheres" ist er zwischen großkotzigem und untertänigem Getue immer auf der richtigen Seite. Therese Lohner überrascht als Pauline, tritt mit Stolz, Würde und im unvorteilhaften Outfit gegen schmierige Heiratskandidaten an. Ursula Strauß zeigt eine Netti, die ihre Resolutheit klug hinter Armeleut-Getue versteckt. Auch Toni Slama als Baron Felsbach und Franz Robert Wagner , der Schlosser, fallen im gut eingespielten Ensemble mit Prägnanz und starker Präsenz auf." (Kurier)