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Regie
Janusz Kica
Bühnenbild
Kaspar Zwimpfer
Kostüme
Marie-Thérèse Jossen
Musik
Arturo Annecchino
Sappho
Ulli Maier
Phaon
Heiko Raulin
Eucharis, Sapphos Dienerin
Marianne Nentwich
Melitta
Silvia Schuh /
Maria Köstlinger
Rhamnes
Hermann Schmid
Landmann
Peter Moucka /
Peter Scholz
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Franz Grillparzer
Sappho
Premiere: 10. Januar 2002
Sappho, die berühmteste Dichterin der griechischen Antike, kehrt siegreich vom Dichterwettstreit in
Olympia auf ihre Heimatinsel Lesbos zurück. Zum Erstaunen ihres Lehrers und Vertrauten Rhamnes und
ihrer Dienerin Eucharis wird Sappho von Phaon, einem jungen Mann, den sie bei den olympischen
Wettkämpfen kennenlernte, begleitet. Sie stellt ihn als neuen Herrn in ihrem Hause vor. Mit ihm
will sie als erfüllte Frau und Dichterin ein neues Leben beginnen. Von der Reise und den
Begrüßungszeremonien erschöpft und verwirrt, zieht Phaon sich zurück. Er wird Zeuge der Klagen der
jungen, bei Sappho lebenden Melitta, die im Kindesalter aus ihrer Heimat entführt und von Sappho
gekauft und gerettet wurde. Das Schicksal des Mädchens berührt den jungen Mann, als Trost und
Zeichen seiner Zuneigung steckt er Melitta eine Rose an und verlangt eine andere als Geschenk von
ihr. Beim Versuch, eine hochhängende Blüte zu erreichen fällt Melitta in Phaons Arme. Er hält sie
fest und drückt einen Kuß auf ihre Lippen. Sappho hat die Szene beobachtet; sie schickt Melitta auf
ihr Zimmer und warnt Phaon vor weiteren unbedachten Schritten. Später bittet sie Melitta zu sich
und fordert von ihr jene Rose, die Phaon dem Mädchen geschenkt hat. Melitta weigert sich die Rose
herzugeben, und Sappho bedroht Melitta mit einem Dolch. Als sich Phaon schützend vor das Mädchen
stellt, beschließt Sappho Melitta heimlich von der Insel fortbringen zu lassen. Doch Phaon
vereitelt den Plan, er flieht mit Melitta. Nach Stunden gelingt es den Bewohnern von Lesbos, das
junge Paar einzuholen und zurückzubringen. Phaon sagt sich von Sappho los und erfleht ihren Segen
für seine Verbindung mit Melitta. Sappho hat ihren Lebensinhalt, den Mann, den sie liebt und die an
Kindes statt angenommene Melitta verloren. Sie sieht keinen anderen Ausweg und stürzt sich ins
Meer.
Die Liebestragödie der griechischen Dichterin Sappho und ihr missglückter Versuch, den
unauflösbaren Widerspruch zwischen Kunst und Leben aufzuheben, wurde von Janusz Kica inszeniert.
Die Rolle der Sappho spielt die vom Hamburger Thalia-Theater nach Wien heimgekehrte Ulli Maier, die
an der Josefstadt bereits als Agathe in
Der Mann ohne Eigenschaften beeindruckte.
Die Uraufführung der
Sappho 1818 im Burgtheater war eine Sensation. "Höchstens
meinten einige, das Stück sei nicht griechisch genug, was mir sehr recht war, da ich nicht für
Griechen, sondern für Deutsche schrieb. Ebenso war es mit einem weiteren Tadel: Ich hatte in Sappho
mehr das Weib als die Dichterin geschildert. Ich war nämlich immer ein Feind der Künstlerdramen.
Künstler sind gewohnt, die Leidenschaft als einen Stoff zu behandeln. Dadurch wird auch die
wirkliche Liebe für sie mehr eine Sache der Imagination, als der tiefen Empfindung. Ich wollte aber
Sappho einer wahren Leidenschaft und nicht einer Verwirrung der Phantasie zum Opfer werden lassen.”
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