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Regie
Dolores Schmidinger
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Musikalische Einrichtung
Bernhard van Ham
Andrea Händler
mit
Adelheid Picha
Dolores Schmidinger
Susanna Wiegand
Peter Moucka
Otto Schenk
Gideon Singer
Martin Zauner
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Elizabeth T. Spira
Alltagsgeschichten
Bühnenfassung von Dolores Schmidinger
Premiere: 3. Mai 2007
"Die grellsten Erfindungen sind Zitate", sagt Karl Kraus. Die
Alltagsgeschichten von Elizabeth T. Spira, eine fast zum Kult gewordene
Fernseh-Dokumentation, ist realistisch und hautnah an den Originalen. Die Menschen zeigen sich, wie
sie wirklich sind. Nichts ist erfunden, alles zitiert. Die Direktheit, mit der Spiras
Interview-Partner ihre Lebensumstände schildern, ist oftmals erdrückend, zugleich berührend,
poetisch und unglaublich komisch.
"Diese Alltagsmenschen, die uns umgeben und denen auch wir angehören, haben mich fasziniert
und dazu animiert, eine Bühnenfassung für die Kammerspiele herzustellen. Ein Panoptikum über unser
Leben, wie es eben ist."
Dolores Schmidinger
Pressestimmen:
Da joggt etwa Otto Schenk als Mehlspeismann, der sich mit Marzipanstrudel über seine physischen
Defizite hinwegtröstet, über die Bühne, um später in die Rolle eines Gerichtsmediziners zu
schlüpfen, der selber eines Psychiaters bedarf. Gideon Singer steuert hier als seniler
Schachspieler oder als tätowierter Fremdenlegionär sowohl fein-komische als auch drastische
Miniaturen bei, Vera Borek beeindruckt mit souveränen Milieustudien und berührt als 70-jährige
Braut eines um 30 Jahre jüngeren Mannes.
Andrea Händler, obwohl durch eine Verletzung gehandicapt, brilliert nicht nur als
voyeuristisch-schwatzhafte Witwe, sondern auch als resche, halbseidene Tätowiererin und als
serbische Putzfrau. Daneben verleihen auch Peter Moucka, Martin Zauner und Susanna Wiegand ihren
Alltagstypen, denen man lieber nicht begegnen möchte, unverwechselbares Profil. (Wiener Zeitung)
In den Kammerspielen, wo Dolores Schmidinger eine szenische Blütenlese aus Frau Spiras Archiv vor
einer Donauufer-Fototapete (Bühne: Rolf Langenfass) serviert, hat man alle Skrupel souverän
beiseite geräumt. Die durch Schicksal, durch eigenes Ungeschick erniedrigten und Beleidigten reißen
das p.t. Publikum zu wahren Lachstürmen hin. Nichts versöhnt verlässlicher mit einer
unübersichtlich und bedrohlich gewordenen Lebenswelt, als Otto Schenk in Parkwächteruniform den
autoritären Charakter des amtlichen Spießers entblößen zu sehen: „Dann streite ich ein!“ (Standard)
Dolores Schmidinger destillierte aus den Alltagsgeschichten einzelne Nummern, gliederte sie
thematisch und fügte sie zu einer bluesigen Revue zusammen, die vor Rolf Langenfass‘
hübsch-verspielter Kaisermühlener Kulisse handelt. Zwar werden in den Kammerspielen einige Szenen
augenzwinkernd verblödelt, was Lacher bringt, aber Spannung nimmt. Doch kommen einzelne Szenen den
funkelnden Sketches von Helmut Qualtinger sehr nahe. Und in diesem Metier glänzt natürlich die
Qualtinger-Witwe und Josefstadt-„Novizin“ Vera Borek (etwa als geifernde Rassistin).
(Österreich)
Das Erschreckende, Anrührende, Menschliche dieser Personen und ihrer zwischen Larmoyanz,
patscherter Weisheit und purer Niedertracht wechselnden Selbstdarstellung weicht bei dieser
Fremddarstellung einer unangenehm gemütlichen, relevanzlosen Heiterkeit. Die Darsteller -
allen voran Otto Schenk, Vera Borek und Martin Zauner - verfügen über genügend Mittel, das
Premierenpublikum dennoch oder genau deshalb köstlich zu amüsieren. Und das ist dann eben doch
schon wieder: traurig. (Kurier)
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