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Regie
Stephanie Mohr
Bühnenbild und Kostüme
Miriam Busch
Melchior Gabor
Felix von Bredow
Moritz Stiefel
Christian Erdt
Ernst Röbel
Laurenz Laufenberg
Hänschen Rilow
Béla Bufe
Wendla Bergmann
Liliane Amuat
Martha Bessel
Johanna Paliege
Thea
Marlena Keil
Ilse, ein Modell
Hilde Dalik
Frau Bergmann / Frau Gabor / Professor Hungergurt / Habebald / Ein Schlossermeister
Michou Friesz
Herr Gabor / Rentier Stiefel / Professor Knochenbruch / Rektor Sonnenstich / Dr. Prokrustes
Peter Scholz
Der vermummte Herr
Heiner Stadelmann
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Frank Wedekind
Frühlings Erwachen
Premiere: 2. Dezember 2010
Spieldauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause
Fassung von Stephanie Mohr
In Zusammenarbeit mit dem Max Reinhardt Seminar
Wedekind thematisiert das schwierige Aufwachsen dreier Jugendlicher im ausgehenden 19.
Jahrhundert, also einem Zeitalter rigider Ansichten in Sachen Moral und Sexualität. Der rebellische
Melchior schwängert die 14-jährige Wendla. Der zarte Moritz begeht Suizid. Harter Stoff, oder um
mit Wedekind selbst zu sprechen: eine Kindertragödie.
Wedekind ließ sein 1890 entstandenes Stück auf eigene Kosten drucken. Schon die erste
Buchausgabe wurde von der Zensur als "Pornografie" verfolgt. Auf die Bühne fand das Stück erst im
November 1906 in den Berliner Kammerspielen, unter der Regie von Max Reinhardt. Wedekind selbst
spielte am Premierentag die Rolle des "vermummten Herren".
In den Wiener Kammerspielen, die regelmäßig Wedekinds Stücke in ihrem auf Gegenwartsdramatik
ausgerichteten Spielplan aufführten, wurde es im November 1918 gezeigt.
Pressestimmen:
Stephanie Mohr hat mit Reinhardt-Seminaristen gearbeitet, Statements heutiger Jugendlicher
eingefügt, die, trotz der ungleich größeren Freiheit als zu Wedekinds Zeiten, erstaunlich viel
Unsicherheit in Sachen Sex verraten. Ferner gibt es tolle Musiknummern.
Die Besetzung ist wunderbar, allen voran Christian Erdt als Katastrophenkind Moritz Stiefel,
Felix von Bredow als Melchior und die hinreißende Liliane Amuat als ungewohnt rustikale und vitale
Wendla. Aber auch Peter Scholz und Michou Friesz in wechselnden Rollen beeindrucken.
Dieser Aufführung kann man sich ohne viel nachzudenken ergeben und sie genießen. Sie ist
keine Sekunde überoriginell, aber auch nicht langatmig. 1918 wurde „Frühlings Erwachen“ in den
Kammerspielen gezeigt, zum 100. Geburtstag der Bühne leistet man sich sozusagen Riskantes. Das
sollte öfter probiert werden. (Presse)
Es brillierten Liliane Amuat als Wendla, Felix von Bredow als Melchior und Christian Erdt als
Moritz. Enthusiastisch, spannungsgeladen und mit überschäumender Energie rissen sie das Publikum in
die Geschichte hinein. (Kronen Zeitung)
Mohr setzt auf Tempo, raschen Szenenwechsel und ein junges, unverbrauchtes Ensemble. Von Bredow,
Erdt, Amuat, dieses Trio spielt großartig. Eine Klasse für sich ist auch Michou Friesz, die in
mehreren Rollen brilliert. Wie auch Hilde Dalik als gefallenes "Modell" Ilse extrem starke Szenen
hat. Dieses "Frühlings Erwachen" tut den Kammerspielen in vielerlei Hinsicht extrem gut. (Kurier)
Wedekinds schönen, glutvollen Sätze lässt die Regisseurin ihre ganze, hellwache Aufmerksamkeit
angedeihen. Auf der anderen Seite wird uns Nachgeborenen aber auch ohne Not tüchtig heimgeleuchtet.
Auf einen schönen Antikkasten, dessen diverse Flächen sich prächtig als Schauplätze für erotische
Selbstversuche wie auch für Paarungsbemühungen eignen (Bühne: Miriam Busch), projiziert ein Beamer
Jugendliche. (Standard)
Die Schauspielstudenten, tadellos ergänzt durch Michou Friesz. Hilde Dalik und Peter Scholz,
leuchteten, wie nur ganz Junge und ganz Alte es können. Von Liliane Amuat (fabelhaft), Johanna
Paliege, Marlena Keil, Felix von Bredow, Christian Erdt, Laurenz Laufenberg und Béla Bufe sollte
man noch hören. (News)
Auf den ersten Blick hin wirkt Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" wie ein erratischer Block im
Repertoire der Kammerspiele, wo man seit Jahrzehnten auf niveauvolles Lachtheater setzt. Doch das
war nicht immer so. Längst ist in Vergessenheit geraten, dass sich das Haus in der Rotenturmstraße
in seinen Anfängen auch als Ort für provokante zeitgenössische Dramatik profilierte – etwa mit der
skandalumwitterten Wiener Premiere von Schnitzlers "Reigen" (1921).
Mit der Stückwahl von Wedekinds einst heftig umfehdeter Kindertragödie, die hier schon 1918
zu sehen war, möchte nun Intendant Herbert Föttinger zum 100-Jahr-Jubiläum der Kammerspiele an
diese verschüttete Tradition erinnern; und wohl auch programmatisch ein Zeichen für eine Koexistenz
von Unterhaltung und provokanter Innovation setzen. Eine schöne und vielversprechende Idee, an der
es nicht das Geringste auszusetzen gibt. (Wiener Zeitung )
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