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Regie
Torsten Fischer
Bühnenbild
Vasilis Triantafillopoulos
Kostüme
Andreas Janczyk
Florence Foster Jenkins
Désirée Nick
Cosme McMoon
Lars Reichow
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Stephen Temperley
Souvenir
Gastspiel des Renaissance-Theaters Berlin
Premiere: 4. Februar 2010
Eine Fantasie über das Leben der Florence Foster Jenkins
Deutsch von Lida Winiewicz
Die Geschichte ist wahr, obwohl sie wie ein Märchen klingt: Ein Mädchen will klassische
Sängerin werden, aber Papa ist dagegen. Vielleicht hat er einfach intakte Ohren. Denn das, was die
Kleine von sich gibt, würde man keiner singenden Säge durchgehen lassen. Nach dem Tod des Vaters
jedoch erbt die Tochter so viel Geld, dass sie nie mehr arbeiten muss, nach New York ziehen und
dort ihre Obsessionen hemmungslos ausleben kann - ganz und gar in die Welt der Musik
einzutauchen, die für sie aus großen Sopran-Arien besteht. Das Unikum wird zum skurrilen Star. Das
Verdienst des englischen Autors Stephen Temperley ist es, dass er diese 1868 in Pennsylvania
geborene Florence Foster Jenkins in seinem Stück dem Publikum keineswegs zum Fraß vorwirft.
Stattdessen feiert er sie als grandiose Traumtänzerin, die sich von der schnöden Realität nicht in
ihren Sehnsüchten beschränken lässt.
Pressestimmen:
Ein Glücksgriff, dass Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger die deutsche Erstaufführung vom
Berliner Renaissance-Theater nach Wien geholt hat. Bei der Premiere am Donnerstag gab's bereits
nach wenigen Minuten Szenen-Applaus und am Ende Jubel und Bravo-Rufe. Schräg und schrill.
Hinreißend Wie Desirée Nick diese zwischen Pfusch und Parodie, zwischen Realitätsverweigerung und
Irrsinn angesiedelten Witzfigur verkörpert, die noch 76-jährig mit einer zum Gotterbarmen
misstönenden Arie der Königin der Nacht in der von ihr gemieteten und ausverkauften Carnegie Hall
auftrat. Entzückend, wie sich die Berliner Komödiantin, TV-Zuschauern auch als lästernde,
Känguruhoden-verzehrende Dschungelqueen bekannt, mit überspitztem Lispeln, exzessivem Tremolo,
genüsslich zelebrierten Dissonanzen ebenso schräg wie schrill durch die Opernliteratur koloraturt,
lustvoll aber vergeblich Spitzentöne ansteuert, um sie schließlich doch zu verfehlen, und damit
jede Sopran-Arie zu massakrieren. Chapeau! Man muss schon sehr gut singen können, um wie die Nick
mit der eingespielten Originalaufnahme der Foster Jenkins bei den demolierten Noten und den
falschen önen so richtig mithalten zu können. Wunderbar trockenhumorig: Lars Reichow als
Klavierbegleiter Cosme McMoon, der Madame Flo wieder auf die Beine hilft, als nach der Pause das
Komische ins Tragische kippt. (Kurier)
Es ist ein seltsames Paar, das hier mit witzigen, pointierten, aber auch sentimentalen, ja
tragischen Dialogen zusammengeschweißt wurde. (...) Schnarrend ist ihre Sprache, schrill ihr
Gesang. Désirée Nick spürt und fühlt "Madame Jenkins" nach, ist dennoch eine eigene Persönlichkeit.
Nur einmal hört man das Original: mit Mozarts Arie "Der Hölle Rache..." - die klingt bei Nick ganz
anders, macht den attaktiven [sic!] Bühnenstar zu einer neuen Florence und nicht nur zur Kopie.
(...) Torsten Fischer hat das Kammerstück mit Musik von Oper bis zu "Barsongs" der 40er Jahre
perfekt inszeniert. (Kronen Zeitung)
Einen Glücksgriff bedeutet für die von Torsten Fischer amüsant, sensibel und gescheit inszenierte
deutsche Erstaufführung im Renaissance-Theater das Engagement der Berliner Trash-Ikone Desirée
Nick. Elegant im Stil der Zwanziger Jahre herausgeputzt, bringt sie mit überspitztem Lispeln,
ausgeprägtem Tremolo, genüsslich zelebrierten Dissonanzen, sadistisch überzogenen Koloraturen und
den so schräg wie schrill, so vergeblich bemühten wie lustvoll angesteuerten, verfehlten,
demolierten Noten die Fensterscheiben zum Zittern. Als durch Foster Jenkins’ kakophonische
Darbietungen gequälter, ob ihrer Talentlosigkeit verzweifelter, von ihrer Energie und Besessenheit
trotzdem beeindruckter Klavierbegleiter Cosme McMoon sorgt der wunderbar trockene Kabarettist Lars
Reichow zumindest manchmal für schmerzensgeldfreie Musik. Unsterblich wurde die melodietrunkene
Donna Quixote trotzdem, und wie Desirée Nick in dieser bravourösen Aufführung zeigt, völlig zu
Recht. (Berliner Zeitung)
Nick ist mondän und exquisit manieriert. Sie lispelt manchmal zuckersüß, nicht nur das „C“. Sie
spielt diese stinkreiche „Freistil“-Sopranistin, die meinte, man könnte die Genauigkeit der Töne
auch „übertreiben“, mit unerbitterlichem Witz. Sie ist perfekt. (...) Ganz am Ende ist das Publikum
aus dem Häuschen, wie bei der richtigen Jenkins, aber ganz ohne Häme. (Berliner Morgenpost)
Désirée Nick, der singende Realitätsverlust. Ihre Rehblicke verzaubern, ihre Rehsprünge
verstolpern. Im Dilettantismus zeigt sie ein echtes Naturtalent. (Die Welt)
Denn ja, die Nick singt. Mit messerscharfer Präzision immer einen halben Ton daneben. Und wenn sie
die Königin der Nacht hinrichtet, rast das Renaissance Theater. Zum Schluss aber, wenn sie nach
ihrem schaurigen Ave Maria erstmals erkennt, wie töricht sie war, wird es mucksmäuschenstill im
Saal. Das war ganz groß, Désirée! (B.Z.)
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