Regie
Stephanie Mohr
Bühnenild und Kostüme
Miriam Busch
Musik
Joachim Steffenhagen

Heinrich, Anglist
Joachim Bißmeier
Edith, Heinrichs Frau
Tatja Seibt
Isabel, Heinrichs und Ediths gemeinsame Tochter
Emily Cox
Peter, Heinrichs Sohn
Florian Teichtmeister
Marietta, Ediths Tochter aus einer früheren Ehe
Maria Köstlinger
Sonja, Ediths Nichte
Ruth Brauer-Kvam
Die Professorin
Marianne Nentwich
Nadja, ihre Tochter, eine junge Studentin
Silvia Meisterle

Florian Teichtmeister
Roland Schimmelpfennig
Besuch bei dem Vater
Österreichische Erstaufführung

Premiere: 20. November 2008

Ein Landhaus im tiefen Winter. Peter steht vor der Haustür und möchte seinen Vater Heinrich aufsuchen – den er in seinem Leben noch nie gesehen hat.

Peters Erscheinen zerstört in kürzester Zeit ein bestehendes Gefüge, ein sehr morsches, aber immer noch funktionierendes – mit dem Ziel den Vater zu demütigen?
Roland Schimmelpfennig: Peter ist auf der Suche, er hat kein ihm klares Ziel. Er hat eine Erschütterung erfahren. Die ihn für den Rest seines Lebens prägen wird: Seine Mutter hat ihm den Vater verschwiegen, aus was für Gründen auch immer. Sein Leben ist aus den Fugen. Peter versucht sich zu orientieren, er versucht, den Weg zurückzuverfolgen, er kann nicht aufhören, nachzudenken – außer, manchmal, auch nicht immer, beim Sex. Auch wenn das Ziel manchmal etwas diffus und widersprüchlich ist, haben die Figuren meiner Stücke ein Ziel. Es geht in meinen Texten um Veränderung, um Bewegung – und sei es eine Bewegung, die die Figuren verhindern möchten. Ich wollte immer Stücke schreiben, bei denen man als Zuschauer mitgenommen wird – wie auf eine Reise.

Die Zuschauer kriegen von Ihnen keine Ratschläge mit auf den Weg?
Roland Schimmelpfennig: Mich interessiert die Reduktion, die Verdichtung – oder auch die Auslassung, die Verweigerung bestimmter Informationen und Details. Die Reduktion lässt den Zuschauer bestimmte Teile selbst zusammensetzen, entdecken, abwägen. Das ist ein dialogischer Umgang mit dem Zuschauer. Es geht darum, die Geschichte so zu erzählen, dass man dem Zuschauer die Chance lässt, das Geschehen abzugleichen, zu überprüfen. Ich mag Theater als offenes System. Das Theater verkürzt den Weg, überspringt lange Prozesse und sucht die Eskalation, Theater ist immer Eskalation.

Aus: Gespräch zwischen Friederike Emmerling, Uwe Carstensen und Roland Schimmelpfennig



Roland Schimmelpfennig ist der zurzeit meistgespielte Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Seine Stücke werden in über 40 Ländern aufgeführt. Schimmelpfennig wurde 1967 in Göttingen geboren und ging nach dem Abitur als Journalist nach Istanbul. Nach einem Regiestudium an der Otto-Falckenberg-Schule wurde er als Mitarbeiter der Münchner Kammerspiele engagiert. Er arbeitete außerdem an der Berliner Schaubühne, dem Burgtheater und der Volksbühne Berlin. Er erhielt mehrere Preise, darunter den Else-Lasker-Schüler-Preis, Einladungen zu den Mülheimer Theatertagen, den Nestroy-Theaterpreis.
Aufführungen seiner Stücke u.a.: Münchner Kammerspiele, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus Wien, Burgtheater, Akademietheater, Schauspielhaus Bochum, Deutsches Theater Berlin, Thalia Theater und Schauspielhaus Hamburg.