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Regie
Philip Tiedemann
Bühnenbild
Etienne Pluss
Kostüme
Stephan von Wedel
Musik
Ole Schmidt
Thomas Hudetz, Stationsvorstand
August Zirner
Frau Hudetz
Marianne Nentwich
Alfons, ihr Bruder, Drogeriebesitzer
André Pohl
Der Wirt zum „Wilden Mann“
Alexander Waechter
Anna, seine Tochter
Maria Köstlinger
Ferdinand, deren Bräutigam
Martin Bretschneider
Leni, Kellnerin beim „Wilden Mann“
Eva Mayer
Frau Leimgruber
Adelheid Picha
Ein Waldarbeiter
Alexander Grill
Ein Vertreter
Erich Altenkopf
Ein Gendarm
Wolfgang Klivana
Kohut, ein Heizer
Siegfried Walther
Ein Staatsanwalt
Alexander Strobele
Ein Kommissar
Friedrich Schwardtmann
Ein Kriminaler
Mario Hellinger
Ein Streckengeher
Fritz Muliar /
Siegfried Walther
Pokorny, ein seliger Lokomotivführer
Michael Dangl
Ein Gast
Hans Wolfgang Pemmer
Ein Kind
Viktoria Niebauer / Franziska Michler
unterstützt von
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Ödön von Horváth
Der jüngste Tag
Premiere: 28. Februar 2008
Spieldauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause
Thomas Hudetz, Bahnhofsvorsteher eines kleinen Ortes, unglücklich verheiratet mit einer krankhaft
eifersüchtigen Frau, wird von Anna, der hübschen Dorfwirtstochter, in ein Gespräch verwickelt, und
von ihr geküsst - gerade in dem Augenblick, da er ein Signal hätte betätigen sollen. Ein
Eilzug rast am Bahnhofsgebäude vorbei und stößt gleich darauf mit einem Güterzug zusammen. Frau
Hudetz, Augenzeugin des verhängnisvollen Kusses und der Folgen - achtzehn Fahrgäste sind ums
Leben gekommen - sagt vor Gericht gegen ihren Mann aus, Anna aber schwört unter Eid, dass der
Bahnhofsvorsteher das Signal rechtzeitig betätigt habe.
"Wie in allen meinen Stücken versuchte ich auch diesmal, möglichst rücksichtslos gegen
Dummheit und Lüge zu sein, denn diese Rücksichtslosigkeit dürfte wohl die vornehmste Aufgabe eines
schöngeistigen Schriftstellers darstellen."
Ödön von Horváth
Pressestimmen:
Regisseur Philip Tiedemanns Interpretation dagegen verströmt eine urtümliche Empathie. Sie wirkt im
besten Sinne altmodisch. Statt Künstlichkeit findet schwerblütiges Volkstheater statt, wenn auch
modernisiert, stilisiert. Die Schauspieler erscheinen wie poliert, bis in die kleinsten
Nebenrollen: August Zirner als Hudetz, ein Mensch, eingesperrt in seine traurige Existenz; Herr und
Frau Hudetz (Marianne Nentwich) sind ein tragisches Paar, er depressiv, sie verrückt vor
Eifersucht, sie normalisiert sich erst, als sie von dem Mann befreit und zu ihrem Bruder
(berührend: André Pohl) gezogen ist. Maria Köstlinger als Anna wirkt gereift und stark. Sie alle
überzeugen. (Presse)
Im Theater in der Josefstadt begegnet Regisseur Philip Tiedemann dem Stück, das nicht gänzlich frei
von Manierismen und Unschärfen ist, mit bewundernswerter Geradlinigkeit. Das elegante und überaus
wandlungsfähige Bühnenbild von Etienne Pluss und die stilvollen Kostüme von Stephan von Wedel
versetzen die Handlung in die späten 1930er Jahre, die Entstehungszeit des Stücks. August Zirner
ist ein „Herr Vorstand“ wie aus dem Bilderbuch, ein herrlich stocksteifer Langweiler, mit bis
zuletzt zusammengebissenen Lippen. Maria Köstlinger ist eine wunderbar leichtfüßige Anna, die
zusehends von der Last des Meineids erdrückt wird; präzis stimmt bei ihr einfach jede Geste. (Wiener Zeitung)
Auf der Haben-Seite firmiert ein großartiges Protagonistenpaar: Maria Köstlinger als
emotional-verspielte Anna und August Zirner als „zerrissener“ Hudetz. Viel Applaus für die
Darsteller. (Österreich)
Das Ensemble, angeführt von August Zirner und Maria Köstlinger, spielt bemerkenswert diszipliniert
und stark. (Kurier)
Eine gut gearbeitete und durchdachte Inszenierung. (OÖ Nachrichten)
Horváth-Kunst-Stück! Tiedemann leistet Maßarbeit: Die schuldhafte Verstrickung des
Stationsvorstandes Thomas Hudetz, die zur Zugskatastrophe und in der Folge zum Mord an der
Wirtstochter Anna führt, seine abstoßende Selbstgerechtigkeit, seine Verdrängung von Schuld -
das alles gibt dieser Regie Atmosphäre. Mythos ist angesagt. Alle sind irgendwie Opfer. Sie erleben
eine Vertreibung aus dem Paradies der Unschuld...
Tiedemanns Figuren sind Meister in der Kunst Horváth’schen aneinander Vorbeiredens. Besonders
August Zirner - soeben mit dem Oscar-gekrönten „Fälscher“-Film geehrt - trifft den
kunstvoll gemessenen Ton genau. In die Stille zwischen seinen Sätzen packt er die dunklen
Gedankengänge, sein Lächeln - das Lächeln eines Schlaflosen - und sein Verstummen
maskieren nur die Gemeinheit. Maria Köstlinger als Wirtstochter Anna spielt kein Mädel, sondern
eine junge Frau. Selbstbewusst, fordernd. Eine, die sich in ihren doppelbödigen Sätzen auf die „
Verlobung“ (ihre Ermordung) zutreiben lässt. Viel Beifall. (Kronen Zeitung)
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