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Regie
Michael Gampe
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Frieda, Witwe
Marianne Nentwich
Ulf, Tischler, geschieden
Erich Schleyer
Heinz, Automechaniker
Dietrich Siegl
Gila, Witwe
Tatja Seibt
Julia, Maklerin
Anna Franziska Srna/
Anika Mauer
Friedrich, Schuldirektor
Heribert Sasse
Britta, Bibliothekarin
Bigi Fischer
Jan, Seminarleiter
Peter Scholz
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Lutz Hübner
Blütenträume
Österreichische Erstaufführung
Premiere: 24. November 2011
Spieldauer: ca. 2 Stunden, 20 Minuten, eine Pause
Drei Männer und vier Frauen wollen es noch einmal wissen und buchen in der Volkshochschule einen
Flirtkurs. Zielgruppe: die Generation 55 . Ein professioneller Coach soll die bereits Geschiedenen
oder Verwitweten dabei unterstützen, einen neuen Partner/eine neue Partnerin fürs Leben zu finden.
Voller Elan stürzen sie sich in erste Speeddating-Übungen und Flirtimprovisationen.
Pressestimmen:
"Blütenträume" nennt der 1964 geborene deutsche Autor Lutz Hübner sein Stück, in dem sich
verzweifelte Senioren Tipps und Tricks für Kontaktaufnahme und Partnersuche erhoffen und doch auf
sich und ihre Probleme zurückgeworfen werden.
Für die von Michael Gampe inszenierte Österreichische Erstaufführung gab es gestern,
Donnerstag, reichlich Applaus.
Heribert Sasse gibt den eitlen pensionierten Schuldirektor, der die Prüfungen des Lebens mit
betont jovialem Auftreten und aufgesetzter Lebensfreude zu bestehen hofft. Dietrich Siegl ist ein
kommunikationsgestörter Automechaniker, dem Dackelfalten das eigene Gesicht zur Knautschzone
gemacht haben und nicht nur das Getriebe ordentlich ins Stottern gekommen ist. Erich Schleyer
gefällt als vom Aussteigertrip zurückgekehrter verträumter Tischler, der die Scharten seines
eigenen Lebens gerne auswetzen würde. Marianne Nentwich rührt als Witwe, die die Kränkungen durch
ihren nach langer Demenzerkrankung verstorbenen Gatten gerne vergessen würde. Tatja Seibt würde als
unternehmungslustige Witwe gerne nicht weiterhin alleine trinken müssen. Bigi Fischer will als
schnippisch-selbstbewusste Bibliothekarin eine neue Seite ihres Lebens aufschlagen, und Anna
Franziska Srna ist als Immobilienmaklerin zwar viel jünger, aber auch viel unsicherer als alle
anderen.
Dass sie alle resistent sind gegen jene Verkaufstechniken und Selbstvermarktungsstrategien,
die ihnen im Kurs beigebracht werden sollen, ist vorhersehbar. Aber sie sind liebevolle Figuren
voller Details von hohem Wiedererkennungswert. Und sie bieten einiges zu lachen. Größter Lacher des
Abends: "Ich trinke darauf, dass ich das erste Mal seit Jahrzehnten auf einem Fest bin, bei dem ich
mit keinem einzigen Gast verwandt bin." Für etwaige Verwirklichung eigener "Blütenträume" gibt es
übrigens eine Pause. 15 Minuten mögliches Speed-Dating. Nicht der beste, aber jedenfalls ein
möglicher Gesprächsanfang: "Und, wie gefällt es Ihnen?" (APA)
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[...] Von Michael Gampes Inszenierung kann man nicht genug schwärmen. Jeder Schauspieler ist
ein kleines Wunder für sich. Warum sind diese Leute so großartig wie sonst selten? Das schlichte
Geheimnis lautet: typgerechte Besetzung. Zwei Witwen sitzen im Sesselkreis dieses
Altenkindergartens: die verhärmte Frieda (Marianne Nentwich), die ihren an Alzheimer leidenden Mann
jahrelang gepflegt hat und dabei beinahe draufgegangen ist, und Gila (die immer wieder grandiose
Tatja Seibt), deren Gatte kurz nach der Pensionierung an einem Schlaganfall gestorben ist. [...]
Heribert Sasse brilliert als altmodischer, ehemaliger Schuldirektor, der sich ausgerechnet
die emanzipierte Ex-Bibliothekarin Britta (hinreißend herrisch und elegant: Bigi Fischer) aufreißt.
Die Dame hat eine Zunge wie ein Schwert und ist das Gegenteil von dem, was der dominante Friedrich
zu suchen glaubt, nämlich ein braves Frauchen. Am Ende wird er gezähmt. Erich Schleyer berührt
nachhaltig als schrulliger Tischler, den die Frau verlassen hat. Dietrich Siegl begeistert
ebenfalls auf unauffällige Weise: als Macho-Automechaniker, der dem Coach eins auf die Nase gibt,
weil das Reden nun einmal nicht seine Sache ist. [...]
"Blütenträume" sind Boulevard, wie man ihn sich wünscht und selten bekommt. Das Drama ist
kein rasant gedrechseltes Klipp-Klapp, sondern psychologisch wie sprachlich stimmig, als hätte Lutz
Hübner die Story recherchiert. Gampe hat die Kümmernisse dieser Leute ernst genommen und mit einem
emotional richtig aufgeladenen Ensemble eine schöne Aufführung geschaffen. (Die Presse)
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Lutz Hübners Stück "Blütenträume" kommt in der österreichischen Erstaufführung von Michael
Gampe leichtfüßig daher, es gibt viel zu lachen. Bei aller Unbeschwertheit aber ist diese
Aufführung ein starkes Statement gegen die Verramschung von Gefühlen. Die bis ins kleinste, nervöse
Zucken fein gezeichneten Figuren sind dem Zuschauer schnell ans Herz gewachsen.
Ulf (Erich Schleyer), der kindliche Riese, der wenig, aber ausschließlich Wichtiges sagt, hat
Frieda eben seine Liebe gestanden. Marianne Nentwich spielt sie als lebenskluge Dame. Dann wäre da
noch der unsichere Heinz (Dietrich Siegl), Gila mit rauer Stimme und überbordender Lebenslust
(Tatja Seibt), Bibliothekarin Britta (Bigi Fischer), bissig und trocken, und Schuldirektor
Friedrich. Heribert Sasse macht aus ihm ein ungustiöses Highlight, einen selbstverliebten Gockel,
ohne jedes Gespür für die eigene Peinlichkeit. Und Julia schließlich, die völlig (und bisweilen
allzu sehr) hysterisierte, erfolgreiche Singlefrau.
Ein großartiges Ensemble, das bei aller Vergnüglichkeit niemals ins Belanglose abdriftet. Und
mit leichter Hand essenzielle Lebensthemen anfasst. (Der Standard)
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Es gibt herrliche Charakterstudien zu bewundern: Heribert Sasse als eitler, schmieriger
Ex-Schuldirektor im Trachtengewand, Erich Schleyer als sensibler Tischler mit verpatzter
Aussteigerkarriere, Dietrich Siegl als Automechaniker mit handfestem "Haklercharme", Bigi Fischer
als nicht unbissige Bibliothekarin, Tatja Seibt als mütterliche Witwe und beschwipste Oma, und Anna
Franziska Srna, die Jüngste, mit dem höchsten Hysterieanteil. Kursleiter Peter Scholz gerät
glaubwürdig außer sich. Für tiefer gehende Momente sorgt Marianne Nentwich mit ihren Erlebnissen an
der Seite eines Demenzkranken. Da wird es glatt still im lachfreudigen Publikum. (Salzburger Nachrichten)
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Regisseur Michael Gampe lässt das überaus spielfreudige Ensemble recht munter vor sich hin
werken und groß aufspielen. Ein recht unterhaltsamer Abend auch für Menschen unterhalb des
Pensionsalters. (Oberösterreichische Nachrichten)
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In der perfekten Ausstattung von Rolf Langenfass hat Michael Gampe ganz vorzüglich
inszeniert, stellt eine glückliche Balance aus Komödie und Tiefgang her und lässt – Hübner ist ein
gerechter Dramatiker, er schreibt für die Praxis – jeden Darsteller aufblühen, denn alle bekommen
ihre Möglichkeiten. Dass diejenigen, die aus der Reihe tanzen, am meisten Aufmerksamkeit bekommen,
ist auch im Leben so – Heribert Sasse und Bigi Fischer nützen dies, besser auffallen als gemocht
werden. Marianne Nentwich als die Verschlossene und Tatja Seibt als die Gutwillige formulieren die
sympathischen Damen nach ihren Persönlichkeiten, Erich Schleyer und Dietrich Siegl tun dies auf das
schönste mit ihren schlicht-gemütigen Figuren. Peter Scholz kämpft vergebens um die Anerkennung der
Oldies und Anna Franziska Srna nervt, wie es die Rolle verlangt, ganz ergötzlich mit ihrem Ego.
Am Ende hat man, und das ist das wahre Kunststück, geradezu das Gefühl, ein Stück gesehen zu
haben, in dem es um etwas geht. (Merker)
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