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Regie
Michael Kreihsl
Bühnenbild und Kostüme
Hugo Gretler
Emmi Rothner
Ruth Brauer-Kvam
Leo Leike
Alexander Pschill
unterstützt von
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Daniel Glattauer
Gut gegen Nordwind
Premiere: 7. Mai 2009
Spieldauer: ca. 2 Stunden 10 Minuten, eine Pause
Bühnenfassung von Ulrike Zemme und Daniel Glattauer
Gibt es in einer vom Alltag besetzten Wirklichkeit einen besser geschützten Raum für gelebte
Sehnsüchte als den virtuellen?
Ein einziger falscher Buchstabe lässt Emmi Rothners Mail irrtümlich bei Leo Leike landen.
Leike antwortet, und es beginnt eine nette Plauderei zwischen den beiden. Mit jeder weiteren Mail
kommen sich Emmi und Leo näher und schon bald entsteht zwischen den beiden eine ganz besondere
Brieffreundschaft. Doch mit der Zeit stellt sich den beiden die Frage: Könnte das, was sich aus
ihrer anfänglichen Freundschaft entwickelt hat, auch Verliebtheit oder sogar Liebe sein? Und ist
dies angesichts der Tatsache, dass sie sich nie persönlich begegnet sind, überhaupt möglich? Bald
scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann es zum ersten persönlichen Treffen kommt….
Gut gegen Nordwind ist ein Briefroman im Internet-Zeitalter - ein eMail-Roman. Glattauer
gelingt es, den Leser gemeinsam mit Leo und Emmi auf jede neue Nachricht warten zu lassen. Das
Leiden wird körperlich fühlbar, wenn eine Mail eine Zeit lang ausbleibt, eine Frage nicht sofort
beantwortet wird oder nur vage. Beide leiden unter der Ungewissheit, ob sie - bzw. der andere - dem
in den Mails entstandenen Bild je entsprechen können. Und beide wissen irgendwann, dass sie
aufhören müssen, sich näher zu kommen, doch sie gehen weiter - Schritt um Schritt - wohl wissend,
dass jede Annäherung die Sehnsucht immer stärker werden lässt - nach dem, den man nicht kennt und
doch so sehr.
„Zu meinem Glück gehören E-Mails von Leo“, schreibt Emmi. Auch Leo lässt sich hinreißen: „
Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem
Kopf.“
Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, studierte Pädagogik und Kunstgeschichte
und schrieb drei Jahre lang für "Die Presse". Seit 1989 schreibt er unter dem Kürzel "dag" in der
Tageszeitung "Der Standard" Kolumnen, Gerichtsreportagen und Feuilletons. "Gut gegen Nordwind" ist
seine achte, bisher erfolgreichste Buchveröffentlichung. Sein neuer Roman "Alle sieben Wellen"
befindet sich aktuell auf der österreichischen Bestsellerliste.
Homepage Daniel Glattauer
Pressestimmen:
Vom Roman zum Stück zum Erfolg. Glattauers „Gut gegen Nordwind“ hat ungefähr alles was ein Hit
braucht. Eine wichtige Bemerkung vorweg: Mit dieser Produktion sind die Kammerspiele nun dort
angekommen, wohin Josefstadt- Direktor Herbert Föttinger diese Spielstätte immer führen wollte. Zu
einem heutigen, modernen, geistreichen witzigen Boulevard mit Tiefgang der auch berührt und zum
Denken anregt. Das Rezept dafür ist im konkreten Fall ganz einfach: Man nehme einen erfolgreichen
Roman, lasse diesen vom Autor selbst behutsam für die Bühne adaptieren, vertraue auf einen
Regisseur, der nicht an Selbstverwirklichung denkt, und engagiere Schauspieler die völlig uneitel
echte Charaktere aus Fleisch und Blut kreieren können und wollen. Als das trifft auf die Aufführung
von Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ zu.
Mit seinem E-Mail-Roman „Gut gegen Nordwind“ hat Daniel Glattauer 2006 einen großen Erfolg
gelandet. Denn die Geschichte um die im realen Leben gebundene Emmi, die dank Leo in eine Traumwelt
entfliehen kann, die aber letztlich zerbricht, hat viel Charme und starke Identifikationsfiguren.
Regisseur Michael Kreihsl gelingt es perfekt, ein lebendiges Theaterstück zu erschaffen. Da werden
Sehnsüchte geweckt, da wird Rotwein getrunken, da knistern die Monologe förmlich vor Verlangen,
Begehren und Erotik. Fantastisch gespielt. Denn Alexander Pschill als Leo und Ruth Brauer-Kvam als
Emmi liefern sich das Duell ihres bisherigen Schauspielerlebens. Von hart bis zart, von trotzig bis
hingebungsvoll, von schnoddrig bis verzweifelt von unfassbar komisch bis unendlich traurig- keine
Gefühlslage bleibt da ausgespart. Stark. Fortsetzung erbeten. Fazit: Eine brillante, tragische
Komödie. (Kurier)
Daniel Glattauer hat seine Version einer unwiderstehlichen Mischung aus Distanz und Intimität, die
zwischen Fremden durch elektronische Botschaften entstehen können, im Roman „Gut gegen Nordwind“
perfekt unserer Zeit angepasst. Jubel!
„Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit
dem Kopf.“ Doch dabei bleibt es auch. Ein persönliches Treffen kommt nicht zustande- oder doch?
Ruth Brauer-Kvam und Alexander Pschill haben regelrecht eine knisternde wie erotische Spannung ins
Publikum gebracht: Vorfreude, Neugierde, Wut, Zärtlichkeit, Enttäuschung, Verrat, Liebe, Erotik,
Entschlossenheit, Wankelmütigkeit, Angst, Traurigkeit, Verzweiflung... All diese Dinge meistern sie
mit Bravour. (Kronen Zeitung)
Daniel Glattauers E-Mail-Roman „Gut gegen Nordwind“ versetzt nun auch das Theaterpublikum in
Verzückung.
Der E-Mail-Roman, vom Autor gemeinsam mit Dramaturgin Ulrike Zemme für das Theater neu
gefasst, beweist von Anfang an seine Bühnentauglichkeit. Die Künstlichkeit des auf der Bühne
getrennt miteinander Kommunizierens gibt Michael Kreihsls konventioneller Inszenierung sogar
Auftrieb und verschafft dem Kammerspiel die nötige Luftigkeit. Ruth Brauer-Kvam und Alexander
Pschill halten gut den Grat von Nähe und Distanz. Große Begeisterung beim Publikum. Und die Wünsche
nach einer Bühnenversion des Folgeromans wurden laut... (Standard)
Die Erwartungen an dem Abend - eine szenische Lesung? - werden übertroffen. Mit vielen kleinen
Kunstgriffen (etwa Gefühlsmusik von PeterLicht oder Lambchop) wird der Text zu einem richtigen
Bühnenstück. Emmi (Ruth Brauer-Kvam) und Leo Leike (Alexander Pschill) sind zwar durch eine Wand
voneinander getrennt, interagieren aber trotzdem auf charmante Weise. Man könnte sogar sagen: Die
Trennung und die dadurch beschränkten Möglichkeiten des Zusammenspiels machen den Reiz der Sache
aus. Das Tasten mit Worten der virtuell Verliebten wurde stimmig auf die Bühne übertragen. Man
versteht nun auch, warum Glattauer liebäugelt, in Zukunft fürs Theater zu schreiben. Seine
pointierte Ausdrucksweise ist wie gemacht für pfiffige Dialoge, der Mann könnte moderne Screwball
Comedies schreiben. Womöglich sogar solche mit Körperkontakt. (Falter)
„Gut gegen Nordwind“, der Erfolgsroman von Daniel Glattauer, eignet sich ob der dialogischen Anlage
auch bestens für die Bühne. Ruth Brauer-Kvam und Alexander Pschill sind das durch den Computer
sowohl verbundene als auch getrennte Paar. Die beiden Schauspieler sind glaubwürdig bei ihrem Hin
und Her und höchst sympathisch in ihrer Auseinandersetzung mit Gefühlen, Nähe und Distanz und
finalem Scheitern der „Beziehung“. (Salzburger Nachrichten)
Regisseur Michael Kreihsl ging bei der Inszenierung von „Gut gegen Nordwind“ souverän mit der
Herausforderung um, die Einsamkeit vor dem Bildschirm auf der Bühne darzustellen, ohne sie platt
abzubilden. Die Bühnenfassung verzwirbelt vielmehr die hin und her jagenden elektronischen Monologe
in gewitzte Bühnendialoge- zudem überzeugt Kreihsls Choreographie des virtuellen Liebesduetts. Ruth
Brauer-Kvam und Alexander Pschill gelingt das Kunststück, miteinander zu sprechen und zu spielen
ohne einander auf der Bühne tatsächlich zu begegnen. (Wiener Zeitung)
Schon nach fünf Minuten weiß man: Die Geschichte funktioniert auch auf dem Theater. Der
Bestsellerroman von Daniel Glattauer wird auch auf der Bühne ein Hit. Der Jubel war groß, das
Medieninteresse beachtlich.
Die beiden Darsteller, Ruth Brauer-Kvam und Alexander Pschill, strahlten bei ihren
Verbeugungen zu Recht: Mit großem Charme und vielen Facetten spinnen sie die Beziehung zwischen der
verheirateten Homepage-Expertin Emmi Rothner und dem beziehungsgeschädigten
Kommunikationswissenschafter Leo Leike - vom ersten, zufälligen Kennenlernen dank eines
Schreibfehlers, dem Knüpfen eines regelmäßigen Kontaktes und dem Keimen zärtlicher Sympathie bis
hin zur Verliebtheit in das nur schriftlich bekannte Gegenüber. "Ich bin süchtig nach E-Mails von
Leo", bekennt Emmi, und der Wunsch, das Traumgebilde durch einen Dimensionssprung in die Realität
auf den Prüfstand zu stellen, wird immer größer. (APA)
Ein irregeleitetes Mail, absolut keine Unwahrscheinlichkeit, stiftet eine Net-Bekanntschaft. Daraus
hat Daniel Glattauer in „Gut gegen Nordwind“ eine Beziehungsgeschichte entwickelt, die ihre Leser
bekanntlich so süchtig machte, dass sie vom Autor eine Fortsetzung erzwangen.
Die Aufführung der Kammerspiele vollbringt das Kunststück, die beiden nicht (tatsächlich
nicht ein einziges Mail) tippend vor ihrem Computer zu zeigen, sondern diese Geschichte zu spielen.
Da sitzen sie in dem vorzüglich geteilten Bühnenbild von Hugo Gretler, links sie, rechts er und
spielen diese Geschichte aus ganzem Herzen und mit vollem schauspielerischem Potential. Die werfen
die Pointen teils wie Seifenblasen, teils wie Tennisbälle in den Zuschauerraum, entwickeln ihre
Persönlichkeiten und auch die Beziehung. Die beiden sind die zwirnfadendünne, aber vor quirliger
Energie platzende Ruth Brauer-Kvam zwischen Gefühlsüberschwang und Verzagtheit und Alexander
Pschill zwischen zögernder Distanziertheit und offener Herzlichkeit- ein Traumpaar, das sich nichts
schuldig bleibt. Dass sie so lebendig sind, obwohl an „Aktion“ nicht mehr vorgesehen ist als sich
gelegentlich umzuziehen, ist das diskrete Meisterstück von Regisseur Michael Kreihsl, der mit
diesen beiden verschreckten Menschen vermutlich viele ähnlich gestrickte im Zuschauerraum erreicht. (Der neue Merker)
Regisseur Michael Kreihsl füllt das Stück mit Leben, weil er seine beiden Darsteller (vor allem
Ruth Brauer-Kvam) zu hingebungsvollen, schwärmerischen, sehnsüchtig intonierten E-Mail-Vorträgen
anstiftet. (Österreich)
Michael Kreihsl hat so ansprechend, modisch und glatt inszeniert, wie die Geschichte ist. In Leos
Wohnung hängt ein Boxsack, den er traktiert, wenn er zu sehr leidet. Emmi räkelt sich auf ihrem
Bett. Es geht wohl anständig zu in diesem bittersüßen Drama. Ruth Brauer-Kvam und Alexander Pschill
sind zwei sympathische Großstadtneurotiker, die sich nicht trauen, einander zu treffen. (Presse)
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