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...gestern und heute |
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Die Josefstadt ist mehr als ein Wiener Theater - sie ist eine österreichische Institution.
Hier ist immer ganz besonderes Theater gespielt worden. Schon durch ihre Architektur, die eine
intensive Nähe des Publikums zu den Schauspielern erzeugt, erzwingt die Josefstadt einen
einzigartigen Spielstil, der den Menschen, den Schauspieler, in den Mittelpunkt stellt.
Dabei fing die Geschichte ganz bescheiden an: 1788 wurde die Bühne im Garten des Wirtshauses „
Bey den goldenen Straußen“ in der Josefstädter Straße 26 errichtet, um dem Wirtshaus mehr Umsatz
zuzuführen.
Aber schon 1822 wurde das für den Publikumsansturm zu klein gewordene Haus durch einen Neubau
mit der Fassade des berühmten Biedermeier-Architekten Josef Kornhäusel ersetzt. Eröffnet wurde das
neue Haus mit Ludwig van Beethovens Ouvertüre
Die Weihe des Hauses - vom Meister selbst dirigiert.
1834 fand die Uraufführung von Ferdinand Raimunds
Der Verschwender mit Ferdinand Raimund in der Hauptrolle statt. Johann Nestroy wurde hier
zum Publikumsliebling. Wenig später erfolgte die Eröffnung des "Sträußel Saales" durch einen Ball,
bei dem Johann Strauß Vater persönlich zum Tanz aufforderte.
1924 wurde das Haus von Max Reinhardt nach dem Vorbild des Teatro La Fenice in Venedig
umgebaut. Für Reinhardt war die Josefstadt, in der er 27 Inszenierungen erarbeitete, „wie eine alte
Geige oder eine kostbare Schale“ - ein mit rotem Damast, Goldschmuck und venezianischem
Lüster-Prunk ausgestatteter Raum für die Gegenwartsflucht“.
In der jüngeren Vergangenheit haben die Direktoren Otto Schenk und Helmuth Lohner die
Geschicke des Hauses gelenkt und mit legendären und höchst erfolgreichen Produktionen beeindruckt.
Heute ist die Josefstadt mit mehr als 330.000 Besuchern pro Jahr, einem Stammkundenkreis von
20.000 Abonnenten und mit über 700 Vorstellungen pro Spielzeit (gemeinsam mit den dazugehörenden
Kammerspielen im 1. Bezirk) ein wesentlicher und auch wirtschaftlich erfolgreicher Bestandteil der
österreichischen Kulturszene. Als Aufführungsstätte für die besten künstlerischen Kräfte des
deutschsprachigen Raumes bekannt, steht das Haus für höchste schauspielerische Qualität und
lebendige Tradition.
Die bauliche Generalrenovierung der Josefstadt wurde im Oktober 2007 großteils
abgeschlossen. Für die künstlerische Erneuerung sorgt der Schauspieler und Regisseur Herbert
Föttinger. Der 45jährige hat im September 2006 die Direktion der Josefstadt übernommen und mit der
Uraufführung
Mein Nestroy von Peter Turrini seine erste Spielzeit eröffnet. Sein Ziel ist es, die
Josefstadt mit zahlreichen Ur- und Erstaufführungen zu einem Kraftmotor österreichischer Dramatik
zu machen.
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