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Theater in der Josefstadt
Premiere: 07.04.2011

David Harrower

Blackbird

ca. 1 Stunde, 30 Minuten, keine Pause

Una ist zwölf. Ray ist vierzig. Sie sind ein Liebespaar – für kurze Zeit.
Neunzehn Jahre später sehen sie sich wieder. Ray heißt inzwischen Peter, und Una ist erwachsen. Eine selbstbewusste, schöne Frau, die ihn aufsucht und unbequeme Fragen stellt.
Was ist damals eigentlich genau passiert? Wie kam es zu dieser amour fou und warum ging sie auseinander? Was haben die fünfzehn Jahre mit ihnen gemacht? Wer sind sie jetzt? Und wie hat die Gesellschaft damals auf diese verbotene "unmögliche" Liebe reagiert?

"Blackbird" zeigt die Begegnung zweier Menschen, die von einer gemeinsamen Erfahrung geprägt wurden, von der sie nicht loskommen. Im Blick des Anderen, in der Konfrontation des Wiedersehens ist die Vergangenheit gegenwärtig, erleben sie ihre Geschichte noch einmal neu: Zwei radikal unterschiedliche Versionen derselben Vergangenheit und zwei Wahrheiten einer Liebe und deren plötzliches Ende.

"Es war mir sehr wichtig, diese beiden Figuren alles sagen zu lassen, was sie wollten, ohne dass ich etwas zensurierte. Und sie können alles, was sie wollen, zueinander sagen, weil sie die einzigen Menschen sind, die genau wissen, wie sie fühlten, und was sie wollten."
David Harrower

David Harrower wurde 1966 in Edinburgh geboren, lebt in Glasgow. Er studierte Anglistik, Amerikanistik und Kunst. Sein erstes Stück, "Messer in Hennen", das 1995 am Traverse Theatre in Edinburgh uraufgeführt wurde, war schlagartig ein voller Erfolg. Die Premiere von "Blackbird" (Regie: Peter Stein) fand 2005 im Rahmen des Edinburgh Fringe Festivals statt. Weitere Stücke: "Tötet die Alten foltert ihre Jungen" (1998), "Presence" (2001), "Dark Earth" (2003), "365" (2008), "Lucky Box" (2009).

Packend. Spannend. Köstlinger ist unglaublich präsent und authentisch, körperlich ein Wirbelwind, seelisch berührend, vor allem mit diesem einen, fürchterlichen Satz, der für das Kind Una schlimmer war als die Vergewaltigung durch den Mann: "Du hast mich verlassen in meiner Verliebtheit."
Es ist fast nichts kitschig in dieser Aufführung, trotzdem geht es sehr emotional zu. Die 32-jährige Regisseurin hat den Ton ihrer Zeit drauf, ihre Grausamkeit, ihre Sehnsüchte.
(Presse)

Eine gute Nachricht: Es gibt wieder eine Theaterregisseurin, die spannend und ohne Exaltationen Geschichten erzählt. Alexandra Liedtke hat an der "Josefstadt" zwei vorzügliche Schauspieler zur Verfügung und nutzt das. Maria Köstlinger und Erwin Steinhauer entwerfen packende Charaktere mit schwieriger Vergangenheit. (….) Licht- und Schatteneffekte verstärken den Sog der großartig gespielten Aufführung.
(News)

Steinhauer und Köstlinger gehen in ihren Rollen auf, spielen die Konfrontation, die nach einem Stromausfall in einer unvermittelten körperlichen Annäherung endet, mitreißend und intensiv. Ihre Berührungen werden jäh unterbrochen vom Schlussakkord, im dem Rays 12-jährige Stieftochter auftaucht und ihm zu Unas Entsetzen um den Hals fällt.
Harrowers dichte und wirklichkeitsnahe Dialoge sind bei Steinhauer und Köstlinger gut aufgehoben.
(Wiener Zeitung)

Alexandra Liedtke lotet mit ihren Darstellern Erwin Steinhauer und Maria Köstlinger die Grauzonen menschlicher Beziehungen aus. Beide liefern eine ehrliche, berührende Performance ab.
(Kurier)

Maria Köstlinger und Erwin Steinhauer brillieren in den Rollen des ungleichen Liebespaares.
(Österreich)

Ein wichtiger Abend für die Josefstadt.
(Standard)

Maria Köstlinger spielt die Frau auf der Suche nach Antworten überzeugend, Erwin Steinhauer lässt das Monster, das in seiner Rolle angelegt ist, nach und nach rausgucken. Und Alexandra Liedtke hat ihre Darsteller perfekt geführt. Bewegend.
(Wien Live)

David Harrowers Missbrauchsdrama "Blackbird" hebt im Theater in der Josefstadt ab. Dank der beiden Hauptdarsteller Maria Köstlinger und Erwin Steinhauer.
(Kleine Zeitung)

Regie
Alexandra Liedtke

Bühnenbild
Raimund Orfeo Voigt

Kostüme
Victoria Behr

Musik
Bernhard Moshammer

Una
Maria Köstlinger

Ray
Erwin Steinhauer

Mädchen
Marita Landgrebe / Lisa-Katharina Lößl