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Theater in der Josefstadt
Premiere: 29.01.2009

Peter Turrini

Die Wirtin

frei nach Carlo Goldoni

In Goldonis Komödie um Mirandolina ist alles möglich. Obwohl die Gesellschaft von Männern beherrscht wird, hat eine Frau ein Gasthaus. Obwohl der Kellner ein armer Schlucker ist, nimmt ihn die Wirtin zum Mann. Obwohl die Möglichkeit der Aristokratie unbegrenzt ist, lässt sich ein Blaublut von der Wirtin pflanzen, rollen, reinlegen. Erst zeigt sie ihm die heiße Schulter. Kaum fängt der arme Stockfisch Feuer, zeigt sie ihm die kalte Schulter. Bei Goldoni ist die Selbständigkeit der Frau eine Frage des Charakters.

Ich liebe die Komödie, aber ich halte eben vieles nicht für möglich. Damals schon gar nicht und heute noch immer nicht. In meiner Version schuftet und erniedrigt sich eine Frau jahrelang, bis sie ein Gasthaus pachten kann. Der Kellner liebt die Wirtin, weil er zu einem Gasthaus kommen will. Das Blaublut lässt sich von der emanzipierten Wirtin zwar anständig einseifen, schlägt aber dann umso brutaler zurück.

Wer die Macht hat, hat die Möglichkeit. Kurz: Mein Stück zeigt den Zusammenhang zwischen Liebe und Ökonomie.
Peter Turrini 

Applaus und Jubel. Turrini hat seine Wirtin der Schauspielerin Sandra Cervik auf den Leib geschrieben. Und die – man vergebe mir die Anzüglichkeit – ist ausgesprochen sexy. Mit offenherzigstem Dekolleté, roten High Heels und atemberaubend engem Kleidchen stöckelt Mirandolina, so resolut wie verführerisch, durch ihre Wirtshaus – Pension. Die Turrini lustigerweise im Bibione der fünfziger Jahre angesiedelt hat. Hinreißend. Klar, dass nicht nur das Josefstädter Publikum, sondern auch sämtliche Mannsbilder in Turrinis sehr heiterer Komödie auf die forsche Titelheldin flogen (...).
(Österreich)

Im Theater in der Josefstadt wird Mirandolina (...) nun von Sandra Cervik mit Witz, Charme und Coolness verkörpert. Die Akteurin ist das Epizentrum des knapp zweistündigen Abends, der sich in der zurückhaltenden Regie von Janusz Kica amüsant und kurzweilig präsentiert (...). Turrini hat seine Krachkomödie überarbeitet, das Stück auf Hochglanz poliert; die Pointen sitzen (...). Wie Cervik um den unwilligen Liebhaber herumscharwenzelt, zählt zu den stärksten Augenblicken des Abends.
(Wiener Zeitung)

Sandra Cerviks Wirtin erfreut mich draller Erotik, die sie umgebenden Karikaturen haben scharfe Konturen. Ulrich Reinthaller und Florian Teichtmeister schaffen brillante, akrobatische Verfremdungen in Richtung Commedia dell’ Arte.
(News)

Die Erotik ist derb, aber witzig, die Botschaft bissig.
(Presse)

Sandra Cervik (…) ist eine sehr gute, listig-erotische Wirtin, die den verklemmt-gefährlichen Rippafratta mit Vergnügen ver- und vorführt. (...) Die Inszenierung ist Turrinis zwischen Derbheiten und Subtilitäten wechselnden Stil angemessen, temporeich, mehr an den komödiantischen als an den tragischen Aspekten interessiert, stellenweise deutlich im Schwank beheimatet.
(Kurier)

(...) starke Hauptdarsteller.
(Falter)

Sandra Cervik als Mirandolina. Eine Idealbesetzung. Immer wieder ins Publikum plaudernd und kokettierend, liest sie sämtlichen Herren die Leviten, verführt und bestrickt, hat viel Köpfchen und auch ein bisschen Herz.
(Neues Volksblatt) 

Regie
Janusz Kica

Bühnenbild
Kaspar Zwimpfer

Kostüme
Karin Fritz

Musik
Stanko Juzbašić

Mirandolina, eine Wirtin
Sandra Cervik

Fabrizio, ihr Kellner
Xaver Hutter

Der Cavaliere von Rippafratta, ein Geschäftsmann
Ulrich Reinthaller

Der Baron von Ciccio
Fritz Muliar / Alexander Grill / Peter Scholz

Traspiro, sein Diener
Mario Hellinger

Der Marchese von Albafiorita, ein verarmter Adeliger
Florian Teichtmeister

Dejanira, eine Schauspielerin
Alexandra Krismer

Ortensia, eine Schauspielerin
Eva Mayer