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Theater in der Josefstadt
Premiere: 23.10.2008

Georges Feydeau

Floh im Ohr

Victor-Emmanuel Chandebise, Direktor der Boston Life Company in Paris, vernachlässigt seine Frau. Raymonde ist alarmiert und beschließt, seine eheliche Treue durch ein fingiertes Rendezvous in einem zweifelhaften Etablissement auf die Probe zu stellen. Mit dieser weiblichen List setzt sie einen Mechanismus in Bewegung, der rasch außer Kontrolle gerät.

Fallensteller, Jäger, Gejagte, Warner geraten – ahnungslos – in die immer schneller rotierende Maschinerie der Handlung. Denn nur das Publikum weiß, dass Chandebise einen Doppelgänger besitzt, den Hoteldiener Poche, der ihm in Wesen, Stimme und Aussehen so absolut ähnlich ist, dass sich alle – Raymonde, der Hausarzt, der Kammerdiener und der Chef Poches – täuschen lassen.

Floh im Ohr besticht mit einer brillanten Dramaturgie und fasziniert mit perfekt geplantem Irrwitz.

Mit Georges Feydeaus Gesellschaftskomödie "Floh im Ohr" zieht das Theater in der Josefstadt das Publikum auf seine Seite. (...) Alexander Pschill ist ein famoser, konsonantenschwacher Chandebise-Neffe geglückt und Peter Scholz ein denkwürdiger asymmetrischer Herr Doktor, der die Vorzüge von Luftballonen glaubhaft demonstriert. Applaus war allen sicher.
(Standard)

Das Publikum wirkte begeistert. (...) Souverän wechselt Pohl zwischen dem skurrilen Versicherungsdirektor und dem trunksüchtigen Portier des Hotels "Schmidts Katze". Nicht nur das Kostüm, sondern der ganze Mann verändert sich in Sekundenschnelle. Herrlich aus einem Guss ist auch Michael Dangl als wilder Spanier, der, die Pistole stets im Gürtel, die tändelnden Franzosen in Angst und Schrecken versetzt. Mit tollem Dekolleté, knallrotem Kleid und charmantem Temperament ist Katharina Pichler als Lucienne nicht nur ein Blickfang. Das gilt kaum minder, wenn auch auf andere Art, auf Sona MacDonald mit roten Löckchen und Korsett als Raymonde Chandebise. (...) Das ist geglückt. Die Josefstadt modernisiert das Amüsement fürs Abonnement. Gute Idee.
(Presse)

Die bissige Gesellschaftssatire überzeugt immer noch. (...) Zeitlos amüsant und gleichsam brisant. Ziemlich komisch. Das Ensemble spielt mit unglaublichem Tempo und Verve. Das Theater in der Josefstadt kokettiert heftig mit seinem Image der Bürgerlichkeit. Und lacht darüber.
(Die Furche)

Feydeau – ein Riesenspaß. (...) Gespielt wird tadellos, vor allem von André Pohl (Chandebise/Poche). Als Versicherungsdirektor und Ehemann, der seine Manneskraft verloren hat, überzeugt er in jeder Nuance. Grandios schafft er den Sprung in die Doppelrolle als Hausdiener im Stundenhotel. Michael Dangl (Carlos) gibt ein Kabinettstück als rasender spanischer Ehemann und Amokläufer. (...) Spaß auf gutem Niveau, und das unter Mitwirkung einer Nobelpreisträgerin. Feine Arbeit.
(News)

Ein rasanter Galopp mit Happy End. Ein Spaß, auf die Spitze getrieben. (...) Virtuoses Boulevard-Theater, von Hans-Ulrich Becker flott und temperamentvoll in Szene gesetzt. (...) Zweieinhalb Stunden herrliches Amüsement. Nichts als die beste Unterhaltung. Und das ist doch immerhin eine ganze Menge.
(Kurier)

Wer Klamauk und Slapstick in hochkarätiger Besetzung zu schätzen weiß, wird an diesem Abend voll auf seine Rechnung kommen.
(Wiener Zeitung)

Ein großartiger Schauspieler: Bei André Pohl liegt die menschliche Tragödie so nahe an der täglichen Komödie, das Empfinden so nahe am Witz.
(Kronen Zeitung)

Regie
Hans-Urlich Becker

Bühnenbild
Alexander Müller-Elmau

Kostüme
Gabriele Sterz

Musik
Thomas Hertel

Victor-Emmanuel Chandebise / Poche
André Pohl

Camille Chandebise
Alexander Pschill

Romain Tournel
Toni Slama

Dr. Finache
Peter Scholz

Carlos Homenides de Histangua
Erich Altenkopf / Michael Dangl

Augustin Ferraillon
Siegfried Walther

Etienne
Oliver Huether

Rugby
Thomas Groß

Baptistin
Kurt Sobotka

Raymonde Chandebise
Sona MacDonald

Lucienne Homenides de Histangua
Katharina Pichler

Antoinette
Hilde Dalik

Eugenie
Susanna Wiegand