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Theater in der Josefstadt
Premiere: 06.12.2012

Henrik Ibsen

Hedda Gabler

ca. 2 Stunden, 10 Minuten, eine Pause

"Manchmal hab ich so eine Laune und dann kann ich nichts dagegen tun." (Hedda)

Hedda Gabler … Es ist die alte Geschichte. Für mein inneres Auge wird es manchmal die Auseinandersetzung von Haustieren mit Raubtieren. Auf der einen Seite: die tätig-brave Thea, der tätig-brave Tesman. Auf der anderen: Løvborg und Hedda Gabler. Auseinandersetzung zwischen klein Befriedigten … und hochfliegend Ungestillten. Zwischen Nutzmenschen und Traummenschen. Diese Sehngier zeigt sich beim Mann, bei Løvborg, im offenen Kampf: Er will redlich den Wettbewerber vor den Augen aller Leute besiegen. Bei der Frau: in giftige Machenschaft; in eifersüchtiger Wut auf den halb beneideten, halb verachteten Durchschnitt. Zwei Ungestillte sterben – die einander hätten stillen können. (Das ist es.) Der Weltlauf kam dazwischen. Wer sind Heddas Männer? Der eine heuert sie an, der andere fürchtet sie; den dritten hat sie geliebt. Die noch nicht Gezähmten, Løvborg und Hedda, sind sich selber nicht zähmbar – sie gehen an "Unbeherrschtheit" zugrunde.
(Alfred Kerr, 1915)

Formbewusste, schön choreografierte Inszenierung. (…) Schöne Entwürfe von einem stumpfen Gatten sowie einer süß aufdringlichen Tante geben Michael Dangl und Marianne Nentwich.
(Der Standard)

Maria Köstlinger brilliert als Ibsens Hedda Gabler in der Josefstadt. (…) Maria Köstlinger brilliert in Alexandra Liedtkes souveräner Regie als schöne, eiskalte Titelheldin.
(Österreich)

Köstlinger spielt die Hedda brillant, wie ein Raubtier. Ebenfalls sehr gut: Raphael von Bargen als Lövborg. Alexandra Liedtkes Inszenierung ist klar und analytisch, wenn auch ein wenig sehr sachlich.
(Kurier)

Überzeugend Michael Dangl als weltfremder Gelehrter Jürgen Tesman. Ein Schlitzohr erster Güte ist Peter Scholz als Amtsgerichtsrat Brack. Raphael von Bargen legte seine ganze schauspielerische Leidenschaft in die Figur des zerbrochen werdenden Genies Lövborg. Eine große Begabung wächst in Raphaela Möst heran, die der Frau Elvsted ein packendes Profil gab.
(Zur Zeit)

Starke Titelheldin, starkes Ensemble, starke Regie – dem Theater in der Josefstadt ist mit IBSENS "Hedda Gabler" ein Glückswurf gelungen. (…) Maria Köstlinger spielt das langbeinig, raubkatzenartig und in blendendem Weiss – der Farbe der Unschuld. Allein schon die Art wie sie spricht, Stimme, Timing und präzise Artikulation werden zur Waffe. (…) Doch ALEXANDRA LIEDTKE verleiht Ibsens todestrunkenem Frauenstück nicht nur Spannung vom ersten Moment an und Dynamik bis zum Show-down, sondern auch hochästhetische und poetische Momente. (…) Mit dieser Arbeit setzt die Josefstadt ihr Ibsen-Engagment ("John Gabriel Borkmann" 2012) fort und kann es noch deutlich toppen.
(Mit besten Empfehlungen. Der Webblog von Barbara Rett)

Regie
Alexandra Liedtke

Bühnenbild
Raimund Orfeo Voigt

Kostüme
Nicole von Graevenitz

Dr. Jörgen Tesman, Kulturhistoriker
Michael Dangl

Hedda, seine Frau
Maria Köstlinger

Eilert Løvborg
Raphael von Bargen

Frl. Juliane Tesman, seine Tante
Marianne Nentwich

Frau Elvsted
Raphaela Möst

Gerichtsrat Brack
Peter Scholz