Stück auswählen:
Theater in der Josefstadt
Premiere: 10.12.2008

Stefan Geszti

"In der Psychiatrie ist es nicht so schön ..."

Uraufführung / Probebühne

33 Short Cuts aus dem Leben des Friedrich Zawrel

Dieses Stück erzählt die wahre Geschichte des Friedrich Zawrel. Die Geschichte einer großen Schande. Von Tod, Mord, Folter und Unmenschlichkeit. Der Psychiater, Gerichtsgutachter und überzeugte Nationalsozialist Dr. Heinrich Gross und Friedrich Zawrel, der als Kind in die Fänge der nationalsozialistischen Psychiatrie geraten war, standen sich im Dritten Reich und in der Zweiten Republik gegenüber. Zu Unrecht mächtig der Arzt und Täter, zu Unrecht ohnmächtig der Mann von der Straße, sein Patient und Opfer.

Friedrich Zawrel musste für seine Vergehen Gefängnisstrafen absitzen, Dr. Heinrich Gross wurde für seine unmenschlichen Taten nie rechtskräftig verurteilt.

Eine Geschichte die erzählt werden muss. Immer wieder. Rafael Schuchter tut es auf die ihm eigene Weise. Erst nachdenklich, fast lapidar, dann zunehmend wütend, traurig. (...) Schuchter geht die Zuschauerreihen, die auf drei Seiten rund ums Podium aufgestellt sind, ab. Starke Momente – auf beiden Seiten.
(Kurier)

Nur selten findet eine echte Involvierung statt, wie sie sich Mittwochabend in der Josefstadt ereignete. (...) Grandios. Die spezielle Aura des Abends in der Josefstadt ist Rafael Schuchter zu verdanken. Der junge Mann im Anzug, der Zawrels unermesslich schreckliche Erinnerungen wieder aufleben lässt, könnte ein Bankangestellter sein, so elegant, wie er aussieht, so einleuchtend, wie er argumentiert. Hier redet kein einfacher Mensch von seinem privaten Leid. Hier werden allgemeine Phänomene in dem Anlass gemäß wuchtiger, dann aber wieder nachdenklicher Weise verhandelt (...). Manchmal sind Worte zu arm um ein Theatererlebnis zu beschreiben.
(Presse)

Mit der gelungenen Uraufführung wurde die neue, im zweiten Stock des Hauses untergebrachte Spielstätte des Theaters in der Josefstadt eröffnet (...). Auf der Probebühne ist Rafael Schuchter als virtuoser Rezitator der Lebens- und Leidensgeschichte Zawrels zu erleben. (...) Der Akteur steht auf einem Podest; die minimalen Effekte – dezentes Licht, einige Takte Musik – reichen aus, um einen einstündigen Theaterabend mit Sogkraft zu erzeugen. Gesztis Text bietet detaillierte Einblicke, ohne falsche Töne anzuschlagen, nüchtern wird Ungeheures berichtet (...).
(Wiener Zeitung)

Regisseur Stefan Geszti gibt in die 33 Short Cuts einen Einblick in das Leben Zawrels. Mit minimalen Mitteln. (...) Das Publikum ist somit in die Atmosphäre eines (...) inneren Monologs eingeschlossen, in ein sehr persönliches Biographietheater. (...) Somit beschränkt sich der Abend nicht auf die Aufarbeitung der NS-Gräuel, die parallel zur Theatergeschichte verlaufen; ihm gelingt eine intime Wiederbelebung ihrer Umstände.
"Probebühnen sind Orte der Selbtsbefragung", hat der Intendant der Josefstadt, Herbert Föttinger, gesagt. Dieser Abend legt ein großartiges Fundament für künstlerische Weiterentwicklung.
(Nachtkritik.de)

Schuchter verlegt die Autobiographie eines "Verlierers" sehr nachvollziehbar ins Gesamtösterreichische. In den besten Momenten wird das spürbar, woran das Leben eines sozial Benachteiligten hierorts scheitern kann (...).
(Standard)

Regie
Stefan Geszti

Friedrich Zawrel
Rafael Schuchter