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Theater in der Josefstadt

Yasmina Reza

Der Gott des Gemetzels

Premiere
03.05.2018

Deutsch von Frank Heibert und
Hinrich Schmidt-Henkel

Ich sag euch was, diese ganze
dämliche Debatte, die hab ich
satt. Wir wollten nett sein, wir
haben Tulpen gekauft, meine
Frau hat mich als Gutmenschen
hingestellt, aber in
Wahrheit habe ich überhaupt
keine Selbstkontrolle, ich
bin das reinste Charakterschwein.

Michel

Zwei 11jährige Buben streiten sich im Park eines bürgerlichen Pariser Arrondissements, der eine schlägt mit dem Stock zu, der andere verliert zwei Schneidezähne. Unter zivilisierten und kultivierten Leuten, wie es die Eltern der beiden sind, spricht man die Sache gemeinsam durch: Politisch korrekt und um Konsens bemüht. Schließlich ist man nicht in der Banlieue, wo die Autos brennen. Doch unversehens brechen sich archaische Impulse Bahn...

Mit beißendem Humor und erbarmungsloser Treffsicherheit fühlt Yasmina Reza, eine der erfolgreichsten Autorinnen der letzten Jahrzehnte ("KUNST", Drei Mal Leben), der modernen bürgerlichen Gesellschaft buchstäblich auf den Zahn, die hin- und hergerissen ist zwischen aufgeklärtem, vernünftigem Gutmenschentum und egoistischem Konkurrenzkampf.
Fazit: So liberal-aufgeklärt wir uns auch geben, am Ende behält scheinbar einer die Oberhand – Der Gott des Gemetzels.

Ich glaube, dass Gewalt, Krieg und Leid dem Menschen völlig inhärent sind. Dem Menschen fällt es schwer, sich zu beherrschen. Ich misstraue allen großherzigen Ideen, dem humanistischen Mitleid, antirassistischen Slogans. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Tragen eines Buttons, oder einfach eine ethische Entscheidung eines schönen Tages die grässlichen Triebe auslöscht, wie durch Zauberei. Nur die Taten zählen.
Yasmina Reza

Regie
Torsten Fischer

Bühnenbild und Kostüme
Vasilis Triantafillopoulos
Herbert Schäfer

Dramaturgie
Herbert Schäfer

Licht
Manfred Grohs

Véronique Houillé
Judith Rosmair

Michel Houillé
Marcus Bluhm

Annette Reille
Susa Meyer

Alain Reille
Michael Dangl