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Kammerspiele der Josefstadt
Premiere: 12.10.2017

John Buchan und Alfred Hitchcock

Die 39 Stufen

By arrangement with Edward Snape for Fiery Angel Limited

ca. 2 Stunden, 20 Minuten (Pause nach ca. 60 Minuten)

Bearbeitung von Patrick Barlow
Nach einem Originalkonzept von
Simon Corble und Nobby Dimon
Deutsch von Bernd Weitmar

Mr Hannay, was ich Ihnen
jetzt erzähle, wird Ihnen
nicht bekommen. Es kann
Leben bedeuten. Oder Tod.
Aber wenn ich Ihnen davon
erzähle, sind Sie – involviert.

Annabella

Alfred Hitchcocks Film Die 39 Stufen ist ein Klassiker des Kriminalgenres. Patrick Barlow hat aus dieser Vorlage einen spannenden Theaterabend geschaffen: Eine Schauspielerin und drei Schauspieler schlüpfen in dutzende Rollen und nehmen uns mit auf Richard Hannays abenteuerliche Flucht von London ins schottische Hochland. Nur wenn er es schafft, den Spionagering der "39 Stufen" aufzudecken, kann er seine Unschuld beweisen. Keine der legendären Filmszenen wird dabei ausgelassen – weder die Fahrt im FIying Scotsman und die Flucht über die Forth Bridge, noch das Finale im Londoner Palladium.
Mit feiner Ironie und kräftiger Theateraktion wird die Geschichte des unschuldig in einen Mord verwickelten Mannes erzählt, dem es schließlich gelingt, den Chef der Spionageorganisation zu stellen und sein Land zu retten.

Diese rasant-irrwitzige Spielvorlage eroberte das britische und amerikanische Publikum und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Olivier Award (Best New Comedy) und zwei Tony Awards.

Patrick Barlow, der das Filmdrehbuch in ein Bühnenstück verwandelte, ist britischer Autor, Schauspieler und Regisseur für Theater, Film und Fernsehen. Er ist Gründer, Hauptdarsteller und Autor des Comedyduos National Theatre of Brent und trat als Schauspieler in namhaften britischen Kinofilmen auf.

So rasant, schlüpfrig und dabei so situationselastisch komisch wie Hitchcock erzählt man in den Kammerspielen des Wiener Josefstadt-Theaters schon lange! Und was soll man sagen: Regisseur Werner Sobotka und sein unfassbar bewegliches Schauspielerquartett behalten recht. Alexander Pschill kollaboriert auf geradezu unanständige Weise mit dem Publikum. Sein rollendes Augenspiel erinnert nachdrücklich an die Kinder- und Jugendzeit des Tonfilms. Pschill gibt sehr sympathisch den Abenteurer aus dem Geist des Klassendünkels. Ruth Brauer-Kvam brilliert zunächst als exilrussische Exotin: ein erotischer Druckkochtopf. Später markiert sie laut Theaterdrehbuch (von Patrick Barlow) das patente Mädchen, an dessen Seite man liebend gerne durch Schottlands unwirtliches Hochland stiefelt und an das man sich mit Handschellen kettet. Geradezu diebisch freut man sich über Boris Pfeifer und Markus Kofler, die als Statisten in Sekundenschnelle den Tonfall, die Bevölkerungsgruppe oder die sexuelle Orientierung wechseln. Dieser Abend? Ist das perfekte postkinematografische Lachangebot.
(Der Standard)

Ein interessanter, amüsanter und, was bei einer Komödie selten, aber durchaus willkommen ist, lehrreicher Abend. Der Parforce-Ritt hat sich für das Ensemble gelohnt. Das Bühnen-Traumpaar Brauer/Pschill hat seine bisher anspruchsvollsten, aber auch seine tollsten Rollen gefunden.
(Die Presse)

Ein herrliches Spiel mit dem Film, mit dem Theater und mit allen erdenklichen, überaus lustvoll zelebrierten Krimi-Klischees. Alles ist wunderbar überdreht und dennoch stets nah am Original. Eine Sketch-Parade. Und die Schauspieler haben sichtlich ihren Spaß. Hitchcock als Spaßmacher.
(KURIER)

In der so turbulenten wie punktgenauen Inszenierung von Werner Sobotka brillieren vor allem Markus Kofler und Boris Pfeifer. Besonders gelungen sind Szenen, in denen mit fast haarsträubend einfachen Mitteln Effekte hergestellt werden. Komplettiert wird der heitere Abend mit Hitchcock-Zitaten, etwa im flott eingefügten Schattentheater, und anderen Filmanspielungen, wie aufgesetzter Stummfilmgestik in einer Liebesszene. Ein ausgesprochen publikumsfreundliches Beispiel dafür, dass auch wahnwitziger Blödsinn durchaus fulminant sein kann.
(Wiener Zeitung)

"Die 39 Stufen" in den Kammerspielen sind wie ein Wunderwerkl, der kleine Theaterraum wie eine Springteufelbox, aus der jeden Moment eine andere Knallcharge emporschnellt. Werner Sobotka peppt den Suspense mit dem Slapstick der Stummfilmära auf, er erzählt davon, wie die Bilder laufen lernten, und er beschreibt ein "Making of"-Kino. Seine Inszenierung ist eine Hommage an eine Zeit, als jeder Stunt und jeder Special Effect noch mit Kulisse und Courage angegangen, nicht am Computer hergestellt wurden.
Alexander Pschill steht der Typ Upper-Class-Snob. Wie er mit rollenden Augen und sexy Schnoferl um Mitgefühl und Mitwisserschaft des Publikums buhlt, das ist sehr charmant. Ruth Brauer-Kvam brilliert u.a. als schüchtern-sinnliche Bauersfrau Margaret und vor allem als russische Agentin Annabella, so exotisch wie erotisch. Das mitunter beinah schon akrobatisch über die Bühne turnende Schauspielerkleeblatt komplettieren Markus Kofler und Martin Niedermair (der, alternierend mit Boris Pfeifer, an diesem Abend spielte), und tatsächlich sind es die beiden, die dem Ganzen den besonderen Kick geben. In Windeseile gestalten sie gefühlte 100 Figuren, Polizisten, Putzfrauen, Zugführer, Zeitungsjungen, oft nur durch Wechseln der Kopfbedeckungen und flexibel, was Akzente und Dialekte oder das Geschlecht betrifft.
(Mottingers Meinung)

Rasant und übermütig geht es her in der Bühnenversion des Hitchcock-Films "Die 39 Stufen". Wie die Mittel des Theaters hier offengelegt werden, ist tatsächlich höchst charmant.
(Falter)

Regie
Werner Sobotka

Bühnenbild
Judith Leikauf
Karl Fehringer

Kostüme
Elisabeth Gressel

Musik
Christian Frank

Ton
Reinhard Köberl

Video
Jan Frankl

Dramaturgie
Leonie Seibold

Hannay
Alexander Pschill

Pamela/Annabella/Margaret
Ruth Brauer-Kvam

Mann 1
Markus Kofler

Mann 2
Boris Pfeifer
Martin Niedermair