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Theater in der Josefstadt

Ulrich Becher und Peter Preses

Der Bockerer

Premiere
17.12.2020

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich beginnt sich auch das Leben des einfachen Fleischhauers Karl Bockerer markant zu verändern. Während seine Familie sich vom Nationalsozialismus begeistern lässt, begibt sich Bockerers jüdischer Freund und Tarockpartner Rosenblatt ins Exil. Ein anderer Tarockpartner, der pensionierte Postoffizial Hatzinger, hegt zwar keinerlei Sympathien für die Nazis, passt sich aber doch lieber den neuen politischen Gegebenheiten an. Ganz anders fällt Bockerers Reaktion aus. Er trotzt den Nationalsozialisten und demaskiert schlagfertig deren Ideologie. Dabei ist er alles andere als ein Widerstandskämpfer – er ist ein Mensch mit Herz, der in der Zeit der Barbarei auf Humanität pocht.

Die Sehnsucht nach einem "positiven Helden" war nach 1945 groß. Das kongeniale Autorenduo Becher/Preses schuf mit dem Bockerer die ideale Identifikationsfigur. "Dieser Bockerer erscheint als Inkarnation des‚ echten Wieners vom Grund’. Er wahrt einerseits Züge jener damals nur noch als Utopie denkbaren, vielgerühmten 'Wiener Gemütlichkeit' des 'kleinen Mannes' und definiert andererseits in seinem Verhalten ein Wienertum, wie man sich im Österreich von 1945 den 'echt en Wiener' der unmittelbaren Vergangenheit wohl gewünscht hätte, aber jedenfalls für die Zukunft wünschen konnte."
(Hilde Haider-Pregler)

Die Figur des Bockerer ist untrennbar mit den Namen großer österreichischer Schauspieler verbunden. Nun übernimmt Johannes Krisch die Titelrolle und setzt nach Einen Jux will er sich machen seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Regisseur Stephan Müller fort.

Regie
Stephan Müller

Bühnenbild und Video
Sophie Lux

Kostüme
Birgit Hutter

Dramaturgie

Karl Bockerer, bürgerlicher Fleischhauer und Selchermeister
Johannes Krisch

Sabine, seine Frau, genannt Binerl
Ulli Maier

Hans, beider Sohn
Tobias Reinthaller

Hatzinger, pensionierter Postoffizial
Johannes Seilern

Dr. Rosenblatt, Rechtsanwalt / Dr. von Lamm, der Geheimen Staatspolizei Wien zugeteilt
Ulrich Reinthaller

Rayonsinspektor Guritsch / Berliner Parteigenosse / Herr Blau / SS Mann bei Dr. von Lamm
Alexander Strömer

Der Hermann, Eisenbahner / Alois Selchgruber
Martin Zauner

Die Frau vom Hermann / Wastl, Weinwirtin im Kahlenbergerdorf / Frau Blau
Susanna Wiegand

Ferdinand Gstettner, SS-Mann / ein SA-Mann / Blaubemützter
Oliver Rosskopf

Mizzi Haberl / Sekräterin bei Dr. von Lamm
Marlene Hauser

Dr. Galleitner, Philosoph / Parteigenosse / 2. Unauffälliger / Blaubemützter / SS Mann bei Dr. von Lamm
Oliver Huether

Knabe, ein Uhrmacher aus Berlin / Berliner Parteigenosse / 1. Unauffälliger
Marcus Bluhm

Berliner Parteigenosse / Kameraoperator
Michael Würmer

Videooperator
Tobias Jonas