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Theater in der Josefstadt

Nach dem Roman von Colm Tóibín

Marias Testament

Deutschsprachige Erstaufführung

Premiere
29.09.2018

In einer Fassung von Elmar Goerden
Eine Produktion der Hamburger Kammerspiele

Marias Testament ist eine mutige Kontrafaktur des Neuen Testaments. Colm Tóibín nimmt sich die literarische Freiheit, eine Wahrheit zu erzählen, die sich auf der Rückseite der Bibel ereignet.

Marias Testament ist die Geschichte einer Mutter, die ihren Sohn nicht beschützen konnte und der somit das Schlimmste geschah, was einer Mutter geschehen kann.
Eine Mutter erzählt die Tragödie ihres Lebens. Sie erzählt von der Entfremdung, vom grausamen Tod ihres Sohnes und sie erzählt dies alles auf ganz und gar persönliche Weise, aus der Perspektive ihrer eigenen, individuellen Erfahrung.
Maria ist, in der Erzählzeit des Romans und Stückes, mittlerweile eine alte Frau, lebt allein in der antiken Stadt Ephesos, hadert mit düsteren Erinnerungen und merkt, dass sie belauert wird. Zwei sehr zudringliche Jünger Jesu suchen sie in ihrem Haus auf, fragen sie nach den Ereignissen im Leben Jesu aus, die sie doch aus nächster Nähe erlebt haben muss: Die Wunder, die er vollbrachte, den Märtyrertod am Kreuz, den er erlitt, die Wiederauferstehung. All jene Ereignisse also, aus denen in der Überlieferung der Evangelisten der zentrale Teil des Neuen Testaments besteht. Maria bestätigt den biblischen Sinn dieser Ereignisse keineswegs. Von Erlösung hält sie so wenig wie vom Glauben an die Wiederauferstehung. Sie hält nichts von den Lehren ihres Sohnes, auch nichts von der charismatischen Wirkung, die er zu Lebzeiten auf Menschen ausübte.

Das Besondere an Tóibíns kurzem und großartigem Roman besteht darin, dass er die Leidensgeschichte des Sohnes als die seiner Mutter erzählt.
(Ulrich Greiner, Die Zeit, 20.02.2014)

Provokant und beeindruckend zeichnet der irische Autor und Dramatiker ein völlig neues Bild der Mutter Jesu.
(Ditta Rudle, Buchkultur, 06/07.14)

Ergreifend und mitreißend: Nicole Heesters als Maria.
(Nordsee Zeitung)

Diese Widersprüche glaubwürdig auszuspielen, diese überzeugende Kraft strömt aus dem bewegenden Spiel der großen Bühnendame Nicole Heesters, die auch mit über 80 Jahren noch einen Orkan des Wortes beschwören kann und allein mit ihrer Stimme einen Saal mühelos füllt.
(SPIEGEL ONLINE)

Sehr großer Beifall für minimalen Aufwand mit maximaler Wirkung.
(SPIEGEL ONLINE)

Atemloses Schweigen, dann orkanartiger Beifall. Nicole Heesters glänzt in Colm Tóibíns Monolog "Marias Testament" an den Hamburger Kammerspielen.
(DIE WELT)

Die 81-jährige Heesters spielt diese Figur mit mühsam zurückgehaltener Energie, ein nervöses Zucken im Fuß muss reichen, um anzudeuten, wie viel in ihr brodelt, ein drohendes Heben der Stimme, um zu zeigen, dass mit ihr nicht zu spaßen ist.
(Hamburger Abendblatt)

Die perfekte Maria-Besetzung heißt Nicole Heesters. (...) Sie stürzt sich während ihrer ergreifenden, sehr persönlichen Erzählung von einem Gemütszustand in den nächsten; sie schreit, lacht, flüstert, weint und hält nichts zurück.
(Nordsee Zeitung)

...reizvoll und kontrovers zugleich...langanhaltender Applaus.
(NDR 90,3)

Regie
Elmar Goerden

Bühnenbild
Elmar Goerden

Kostüme
Lydia Kirchleitner

Dramaturgie
Anja Del Caro

Licht
Ralf Strobl

Mit
Nicole Heesters