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Theater in der Josefstadt

Ulf Stengl nach Motiven des gleichnamigen Stückes von Henrik Ibsen

Rosmersholm

Uraufführung

Premiere
07.11.2019

Die politischen Hintergründe, die Ibsen in seinem Drama beschreibt, sind heute leichter mit umgekehrten Vorzeichen vorstellbar. Damals haben linksliberale, demokratische Ideen das konservative bürgerliche Selbstverständnis erschüttert. Heute wären das vielleicht im Gegenteil die antidemokratischen Angriffe einer rechten Bewegung auf die Grundwerte einer offenen Gesellschaft.
Ulf Stengl

Das einsam gelegene Landgut Rosmersholm ist Schauplatz gleich dreier Selbstmorde. Zu dem Zeitpunkt, an dem wir in die Geschichte einsteigen, wurde Beate bereits von der Einsamkeit in den Freitod getrieben, unter der sie in der Ehe mit Johannes Rosmer gelitten hatte. Der Bruder der Toten, Rektor Kroll, findet ein Jahr nach dieser Verzweiflungstat seinen Schwager in politisch bedenkliche Ansichten abgeglitten. Er nimmt den Kampf um den Freund und für die Grundsätze auf, die ihm heilig sind. Und gegen Rebekka, die junge Frau, die den Platz Beates eingenommen zu haben scheint. Kroll macht sie für die Tragödie verantwortlich. Er wird eine neue Katastrophe auslösen, indem er das labile Gleichgewicht zerstört, auf dem Rebekka und Johannes ihr gemeinsames Leben zwischen Schuld und Trauma gegründet haben. Wut, Verbissenheit, Verzweiflung der Kontrahenten sind in der gegenwärtigen politischen Auseinandersetzung die gleichen wie zu Ibsens Zeiten. Und auch die von Ibsen beschriebenen seelischen Erschütterungen, die geeignet sind, Menschen in die Ausweglosigkeit zu treiben, haben seither nichts von ihrer zerstörerischen Kraft verloren. Verändert hat sich die Sprache, mit der die Figuren des Stückes ihre Nöte und Verletzungen gleichermaßen zu erklären wie vor sich selbst und den anderen zu verbergen suchen. Um den zeitlos brisanten Kern von Ibsens Stück deutlich sichtbar zu machen, kleiden wir ihn daher in eine neue, aktuelle Erzählung.
Ulf Stengl

Elmar Goerden, ausgezeichnet mit dem Regie-Nestroy für Die Verdammten und zuletzt verantwortlich für die Regie von Joseph Roths Meisterwerk Radetzkymarsch, wird Ulf Stengls Ibsen-Überschreibung auf die Bühne bringen. Herbert Föttinger wird in dieser modernen Variante des Stoffes, die den Grundkonflikt der scheinbaren Unvereinbarkeit zweier unterschiedlicher Überzeugungen ins Hier und Jetzt holt, als Johannes Rosmer zu sehen sein.

Regie
Elmar Goerden

Bühnenbild
Silvia Merlo
Ulf Stengl

Kostüme
Lydia Kirchleitner

Dramaturgie
Matthias Asboth

Licht
Manfred Grohs

Johannes Rosmer, Besitzer von Rosmersholm, früher Gemeindepastor
Herbert Föttinger

Rebekka West, die ebenfalls in dessen Haus lebt
Katharina Klar

Rektor Kroll, Rosmers Schwager
Joseph Lorenz