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Theater in der Josefstadt
Premiere: 07.10.2021

Dramolette von Thomas Bernhard

Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen

ca. 2 Stunden (Pause nach ca. 55 Minuten)

Thomas Bernhards Lust am Pawlatschen- und Brettl-Theater schenkte dem Theater eine Reihe von originellen Dramoletten. So auch drei kurze Komödien rund um Claus Peymann – in ihrer spielerischen wie grotesken Zuspitzung Prachtstück des allgemeinen und besonderen Theaterwahnsinns.

Claus Peymann verläßt Bochum und geht als Burgtheaterdirektor nach Wien.
Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen.
Claus Peymann und Hermann Beil auf der Sulzwiese.


Claus Peymann und Hermann Beil sind eine authentische Besetzung, wie sie authentischer nicht sein könnte – sie spielen angeleitet von der theaterkundigen Erzählerin Maria Happel.

Das hat was! - Wenn der ehemalige Burgtheaterdirektor auf der Bühne des Theaters in der Josefstadt steht, sind die Spitzen gegen das Haus, das nicht mehr seines ist, noch etwas spitzer. Nicht, dass er es nicht befördern würde. Und das Publikum gibt ihm mit Lachstürmen recht. Wer meint, "Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen" sei nur ein kabarettistischer Abend, ein selbstbespiegelndes Wortballett für Claus Peymann, Hermann Beil und Maria Happel, irrt gründlich. In diesen drei Dramoletten nämlich legt Thomas Bernhard die Mechanismen seiner Theaterdichtung so offen wie nirgends sonst: Die steigernden Wiederholungen, die Variationen, die thematischen Rückgriffe - Musik ist das, auf die Sprache übertragen. Hinreißende Sprechtexte.
Die Aufführung? - Grandios! Im skurrilen Bühnenbild Karl-Ernst Herrmanns sagt Maria Happel zirkusdirektricenhaft das Geschehen an. Sowieso glänzend! Mit Hermann Beil wird’s schon schwieriger: Ist er jetzt als Fräulein Schneider besser oder als Thomas Bernhard? Und vor allem: Ist Hermann Beil als Fräulein Schneider und als Thomas Bernhard besser denn als Hermann Beil, oder ist Hermann Beil doch als Hermann Beil am allerbesten, was nur natürlich wäre? Fest steht indessen, dass Claus Peymann ein fulminanter Claus Peymann ist, und gäbe es ihn nicht, müsste man glatt einen Schauspieler erfinden, der nichts anderes macht, als Claus Peymann zu spielen, der Claus Peymann spielt. So aber hat man das Glück, Claus Peymann als besten Claus Peymann aller Zeiten zu erleben. Naturgemäß.
(Wiener Zeitung)

Selten macht Wiedersehen so viel Freude. Eitel, egomanisch, größenwahnsinnig und umwerfend komisch.
(KURIER)

Ein Abend voller Nostalgie.
(Die Presse)

Welche herrliche Theater-Posse Thomas Bernhard mit den Kurzstücken schrieb, beweisen Claus Peymann und Hermann Beil eineinhalb Stunden lang mit launiger Absurdität. Assistierend wirkt Happel, die augenzwinkernd zwischen Bühne und Publikumsraum vermittelt, während sich die Hauptdarsteller in hinreißenden Suaden im Bernhard’schen Sprachrhythmus um das Theater drehen. Das Feuer, es lodert noch hell aus den Augen der beiden Herren. Für das Publikum ist das alles hochgradig unterhaltsam und eine Herzensfreude, die Kapazunder beobachten zu dürfen.
(Kleine Zeitung)

Mit
Claus Peymann
Hermann Beil, Maria Happel