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Theater in der Josefstadt

Lesung anlässlich des Novemberpogroms 1938

"Es kann nicht wahr sein, denn sonst müsste ich mich daran erinnern können"

Am 10. November 2019 jährt sich das Novemberpogrom in Wien zum 81. Mal.

Mit dieser Lesung aus historischen Originaldokumenten der Strafverfahrensakten des Volksgerichts Wien erinnern wir an die zahlreichen Opfer und die Folgen dieser Geschehnisse.

Das Novemberpogrom 1938 wird als einer der Meilensteine in der Radikalisierung der Judenverfolgung betrachtet, da es politisch gesteuert und initiiert war, aber unter Beteiligung der Bevölkerung ausgeführt wurde. Die Hemmschwelle von der Diskriminierung der jüdischen Bürger und Bürgerinnen in der Stadt bis zu brutalen physischen Übergriffen fiel und leitete zur systematischen Vernichtung über.

In zahlreichen Gerichtsverfahren wurden nach Ende des Zweiten Weltkriegs die Geschehnisse dieser Nacht strafrechtlich untersucht, die Tatdelikte reichten von Enteignungen über Brandstiftung bis zu willentlicher Zerstörung. Jahre nach der Tat wurde unter oftmaliger Abwesenheit der Opfer versucht zumindest etwas Gerechtigkeit wiederherzustellen. Anhand einzelner Fallbeispiele wird die "Banalität des Bösen", aber auch die Schonungslosigkeit, die bereits zu dieser Zeit auch in der einfachen Bevölkerung verbreitet war, deutlich.

Basierend auf der Veröffentlichung Novemberpogrom 1938 in Wien von Mag. Shoshana Duizend-Jensen mit einem Vorwort von Dir. Dr. Brigitte Rigele, findet die Lesung in Kooperation mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv statt. Die Akten des Volksgerichts Wien sind im Wiener Stadt- und Landesarchiv archiviert.

Mit
Waltraud Barton
Sandra Cervik
Maria Köstlinger
Marika Lichter
Ulli Maier
Michael Dangl
Herbert Föttinger
Matthias Jakisic
Johannes Krisch
Ulrich Reinthaller
Johannes Silberschneider