Helmuth Lohner

Kammerschauspieler, Regisseur, Ehrenmitglied

Biografie

Lohner debütierte am Badener Stadttheater, als Operettenbuffo ging er anschließend an das Stadttheater Klagenfurt.

Von 1953 bis 1957 war er am Theater in der Josefstadt engagiert, als Gast spielte er hier noch bis 1963.
Es folgten Engagements am Berliner Kurfürstendamm und am Münchener Residenztheater. Weitere Stationen seiner Theaterlaufbahn waren das Thalia Theater in Hamburg, 1963 bis 1967 das Deutsche Schauspielhaus unter Oscar Fritz Schuh, die Schauspielhäuser in Düsseldorf und Zürich und immer wieder das Wiener Burgtheater und die Salzburger Festspiele.

1991 kehrte er an das Theater in der Josefstadt zurück, das er von 1997 bis 2003 und 2004 bis 2006 leitete.

Lohner gilt als überaus wandlungsfähiger, disziplinierter und hochsensibler Darsteller von hoher Sprechkultur, dessen Repertoire von Shakespeare bis Schnitzler reicht. Er überzeugte als Hamlet, König Richard III. und als Mephisto. Darüber hinaus ist er als der ideale Nestroy-, Schnitzler- und Horváth-Interpret geschätzt. Über seinen Alfred in Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" schrieb Friedrich Torberg 1967: "Man wird die Darsteller solcher zwielichtiger Horváth-Helden in Hinkunft an Helmuth Lohner messen." 

Dem breiten Publikum wurde Lohner zunächst als Filmschauspieler bekannt. In den 50er und 60er Jahren spielte er in vielen kommerziellen Unterhaltungsfilmen. "Ich habe damals meinen Beruf geschwänzt und viel Theater versäumt", meinte Lohner 1990 in der ZEIT. An ein Ensemble wollte er sich nicht mehr binden; die Angst, ein "Einrichtungsgegenstand" zu werden, ließ ihn ständig zwischen München, Wien, Berlin, Zürich und Salzburg pendeln, wo er bei den Festspielen 1990 zum ersten Mal den Jedermann spielte und damit großen Erfolg feierte. Viel gelobt war auch 1991 in Hamburg sein Archie Rice in Osbornes "Der Entertainer" in Jürgen Flimms Inszenierung. Immer wieder gestaltete Lohner auch Soloprogramme mit Rezitationen und Couplets.

In den Kammerspielen der Josefstadt war Helmuth Lohner zuletzt in "Halpern & Johnson" zu sehen; in der Josefstadt in "Die Glut", "Das weite Land", "Eines langen Tages Reise in die Nacht", "John Gabriel Borkman" und "Quartett".
In der Saison 2014/15 war Helmuth Lohner verantwortlich für die Regie von "Schon wieder Sonntag" in den Kammerspielen der Josefstadt.

Helmuth Lohner verstarb am 23. Juni 2015 in Wien.

Unser Film zum Andenken an Helmuth Lohner.