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Theater in der Josefstadt
Premiere: 20.11.2025

William Shakespeare

Ein Sommernachtstraum

ca. 2 Stunden, 25 Minuten (Pause nach ca. 85 Minuten)

Was für Narren diese Sterblichen sind!

Nur noch wenige Tage trennen Theseus, den Herrscher von Athen, und Hippolyta, die Amazonenkönigin, die er im Kampf bezwungen hat, von ihrer Hochzeit. Am selben Tag soll Hermia Demetrius heiraten, wie es ihr Vater befiehlt. Doch sie flieht in ihrer Verzweiflung mit ihrem Geliebten Lysander des Nachts in den nahegelegenen Wald, gefolgt von Demetrius und Helena. Dort geraten die vier bald in die magische Welt der Elfen und finden sich mitten im erbitterten Ehestreit des Elfenkönigspaares Titania und Oberon wieder. Mit Hilfe einer Zauberblume und des Kobolds Puck sinnt Oberon auf Rache an Titania: Ein absurdes Verwirrspiel mit mehrfachem Partnerwechsel durch den Wald beginnt.

Zentrales Thema dieses Shakespeare-Klassikers ist die Macht der Liebe, die sich ihren Weg bahnt, allen Zufällen und äußeren Einflüssen zum Trotz. Durch geschickte Verknüpfung komisch-turbulenter Szenen mit musikalisch-lyrischen Momenten lenkt Shakespeare meisterhaft den Blick auf die spielerische Leichtigkeit der äußerst komplexen Handlung. Dabei offenbart sich die Liebe als unkontrollierbare, aber zugleich wundersame Kraft, die sowohl die Welt der Menschen als auch das Reich der Elfen bestimmt.

Köpplinger hat einen pompösen Abend geschaffen, an dem die komödiantischen wie erotischen Highlights genüsslich durchexerziert werden.
Die von Wolfgang Hübsch als Squenz angeführte Altherrenpartie nimmt das Publikum im Sturm, allen voran Robert Meyer als alle komödiantischen Register ziehender Zettel und Günter Franzmeier als von ängstlichem Nasenbluten heimgesuchter Schnock. Dann geht es in den Wald, der sich zwischen Theseus' Tempel und der Handwerkerumkleide entfaltet und nicht nur mit einem überdimensionalen Vollmond und integrierten Sternen für ein fantastisches Setting sorgt, sondern auch mit zwischen dem bunten Laub schwebenden Neonstäben Akzente setzt. Juliette Larat gelingt ein einnehmender erster Auftritt, als sie augenblicklich zu Boden fällt, als Theseus ihr die Wahl zwischen Tod und ewiger Abstinenz lässt.
(APA)

Keine Videos, keine Gesichtsmikrofone, keine Herren in Strapsen, kein Pop. Und vor allem: nur Shakespeare, in der unerreichten Übersetzung August Wilhelm Schlegels, ohne ein Wort Wikipedia-Pädagogik. Ein Gesangsquartett empfängt das Publikum mit elisabethanischem Originalklang, die Kostüme sind dezent zeitlos, und der Weber Zettel trägt sogar einen echten Eselskopf. Mit anderen Worten: Der Münchner Intendant Josef Ernst Köpplinger argumentiert frontal gegen die Postdramatik, die nach endloser Dominanz ihren allmählichen Rückzug ankündigt. Das Gelingen hängt da einzig von den Schauspielern ab. Die Jungen spielen sich die Seelen aus dem Leib: bei Melanie Hackl, Juliette Larat, Julian Valerio Rehrl und Tobias Reinthaller fliegen die Fäuste. Michael Dangl und Sandra Cervik (in den Doppelrollen der Herrscherpaare) beeindrucken durch souveräne Textbehandlung, Alexander Absenger ist ein erotisch involvierter Puck, Michael Königs knöcherner Egeus und Soi Schüsslers grantige Elfe gefallen. Der Clou aber sind die Rüpel, die Fabulöses an Können und Pointensicherheit aufbieten: Wolfgang Hübschs Squenz und Robert Meyers Zettel treiben einem Tränen des Vergnügens ins Auge, Günter Franzmeier, Boris Pfeifer und Johannes Seilern ergänzen kongenial.
(Kronen Zeitung)

Die solide Inszenierung von Josef E. Köpplinger überlässt dem Ensemble die Bühne. Pures Schauspielertheater.
(KURIER)

Unter der Anleitung des Zimmermanns Peter Squenz (wohlwollend: Wolfgang Hübsch) proben Weber, Schreiner, Flicker und Schneider eine tragische Liebesszene, die sie dem Herzogpaar zur Darbietung bringen werden. In (fast) jedem Sommernachtstraum ist das ein Kracher.
Voller Verve bringt der Gschaftlhuber Zettel, ein Weber, den Robert Meyer mit Bravour zum Regietheaterzampano ausformt, seine hervorgebrachten Anliegen. Gierig reißt er seine Hand empor, wenn es um die Rollenverteilung geht, oder er seine künstlerischen Visionen allgemeiner Art darlegen möchte. Ebenso unterweist er seine minder bemittelten Kollegen (alle performen herrlich ihre Mankos: Günter Franzmeier, Boris Pfeifer, Johannes Seilern) in der Artikulationskunst: "Und Phöbus Karrrrr'n/ Kommt angefahrrrrr'n,/ Und macht erstarrrrr'n,/ Des stolzen Schicksals Zierrrrrr".
Am Ende setzte es Beifallstürme und stehende Ovationen.
(Der Standard)

Es beginnt gleich mit einem herrlich josefstädterischen Bild: Michael Dangl und Sandra Cervik als Theseus und Hippolyta sitzen, offensichtlich leicht ennuyiert, im weißen Abenddress am Dinner Table. Dicke Luft. Ehekrise avant le mariage. Man spürt ein ungeschriebenes Schnitzler-Drama dräuen. Das passt. Die Szenen der Handwerker, die das Spiel im Spiel führen, angeleitet von Wolfgang Hübsch als bald betriebsamen, bald entrückten Squenz, Robert Meyer als Zettel, Günter Franzmeier als Schnock, Boris Pfeifer als Flaut, Johannes Seilern als Schlucker, was muss man da noch sagen? Allein wie Meyer deklamierend das R rollt und sich in gekonnten laienschauspielerischen Furor in die Brust wirft, lässt das Parkett zurecht vor Heiterkeit erzittern. Und wenn er dann noch „sakrament“ sagt: Heiliger Johann Nepomuk, dein Segen wirkt! Zur Cembalo-Begleitung singt der Trupp der Elfen in elisabethanischen Kostümen. Auch das passt. Und die Josefstadt hat in ihrem feinen Ensemble auch einige Darsteller, die sich wunderbar als jugendliche Liebhaberinnen bzw. Liebhaber eignen, zum Beispiel Juliette Larat, Melanie Hackl, Julian Valerio Rehrl und Tobias Reinthaller.
(Die Presse)

Lieblich mit einer Prise Action.
(Falter)

Regie
Josef E. Köpplinger

Regiemitarbeit und Choreographie
Ricarda R. Ludigkeit

Bühnenbild
Walter Vogelweider

Kostüme
Alfred Mayerhofer

Musikalische Leitung
Jürgen Goriup

Dramaturgie
Jacqueline Benedikt

Licht
Josef E. Köpplinger / Pepe Starman

Oberon / Theseus
Michael Dangl

Titania / Hippolyta
Sandra Cervik

Puck / Philostrat
Alexander Absenger

Hermia
Juliette Larat

Helena
Melanie Hackl

Lysander
Julian Valerio Rehrl

Demetrius
Tobias Reinthaller

Egeus
Michael König

Squenz (Prolog)
Wolfgang Hübsch

Zettel (Pyramus)
Robert Meyer

Schnock (Wand / Löwe)
Günter Franzmeier

Flaut (Thisbe)
Boris Pfeifer

Schlucker (Mond)
Johannes Seilern

Elfe Titanias
Soi Schüssler

Elfen
Maximillian Anger
Carla Chevillard
Leah Manning
Gregor Reinhold / George Kounoupias

Cembalo
Jürgen Goriup / Florian Reithner / Dariia Lytvishko