Es ist nach “Terror” und “Gott” das dritte tiefschürfende wie erfolgreiche Schirach-Stück, dessen sich die Kammerspiele annehmen. Und wieder tun sie’s mit großem Erfolg. Sandra Cervik inszeniert so subtil wie wirksam. Ein großartiges Stück, dessen Erfolg aber auf der höchsten Dezenz in der Darstellung beruht. Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind klug dirigiert. Gut, Joseph Lorenz als leicht eitler Anwalt und Martina Stilp als subtil hektische Verteidigerin. Besonders meisterliche Zurückhaltung übt Ulli Maier: Sie ist eine Richterin, die zugleich zugewandt und bemüht sachlich, zugleich empathisch und von den Zumutungen ihres Berufs sanft ermattet wirkt. Weder platte #MeToo-Schemata noch gegenteilige männliche Klischees setzen sich fest. Und es zählt zu den Stärken dieser Aufführung, wie der nicht gerade als wortkarg bekannte Direktor Herbert Föttinger über eineinhalb Stunden schweigend als Angeklagter auf der Bühne sitzt, bevor er doch noch eine so erstaunliche wie berührende Selbstverteidigung beginnt.
(Die Presse)
Das Stück bietet, was von Schirach bestens kann: eine volksbildnerische Gebrauchsdramatik, die allerhand Aspekte zu einem Thema aufs Tapet bringt. Sandra Cerviks Inszenierung verlässt sich auf Gesten, Blicke. Aber die wirken, und als Zuschauer schwankt man mit seinem Urteil mal auf diese, mal auf die andere Seite. Ein zu erwartender Erfolg.
(Der Standard)
Ein Höhepunkt des Abends ist die Befragung der TV-Moderatorin Katharina Schlüter, der Silvia Meisterle eine fesselnde Mischung aus Abgeklärtheit und tiefer Verletzung verleiht. Ein eindringlicher Abend, auch dank der Schauspielleistungen von Meisterle, Lorenz, Stilp und Föttinger.
(APA)
Star des Abends ist Joseph Lorenz. Bravourös auch Herbert Föttinger, dem man seine Betroffenheit glaubt.
(KURIER)
In den Kammerspielen der Josefstadt hat Sandra Cervik, regieführendes Ensemblemitglied, ihre Kolleginnen und Kollegen optimal besetzt. Hauptfiguren sind die beiden Anwälte: Joseph Lorenz ist Anwalt der Frau, eine Mischung aus galligem Routinier und besserwisserischem Grandseigneur seiner Zunft. Er redet gerne dazwischen und attackiert die Verteidigerin des Beschuldigten. Martina Stilp ist aber nicht minder auf Kollisionskurs zum alten Kollegen, alert, eloquent, immer sprungbereit.
(nachtkritik.de)
Gut gespielt.
(Kronen Zeitung)