Herbert Föttinger hat unter hoher öffentlicher Aufmerksamkeit inszeniert, und der Weg ist richtig: Vor weißen Wänden auf fast leerer Bühne wird präzises Worttheater in großer Besetzung gespielt. Helmuth Lohner und Otto Schenk sind das Gegensatzpaar: Lohner der idealistische Mediziner Kampl, der als ordnende Instanz auf der Seite der Loyalität und das Charakters kämpft; Schenk als grandioses opportunistisches Monstrum, als Apotheose der Charakterlosigkeit. Unter Therese Lohners Zugriff wird eine fade Wurze zur brillianten Studie.
(NEWS)
Herb und lebensnah ist der Charme der "Kampl"- Aufführung - selten hat man Nestroy so vom Kitsch befreit, rüschenlos, unsentimental und uneitel gesehen. Noch dazu hat Nestroys letztes Stück einiges zu bieten: Liebende quer durch die Schichten, jede Menge Filous, Scheinheilige und Geldgier in allen Variationen.
(Kronen Zeitung)
Otto Schenk hat in Brunner eine Idealrolle gefunden; als pensionierter Kanzleidiener mit "Sinn fürs Höheres" ist er zwischen großkotzigem und untertänigem Getue immer auf der richtigen Seite. Therese Lohner überrascht als Pauline, tritt mit Stolz, Würde und im unvorteilhaften Outfit gegen schmierige Heiratskandidaten an. Ursula Strauß zeigt eine Netti, die ihre Resolutheit klug hinter Armeleut-Getue versteckt. Auch Toni Slama als Baron Felsbach und Franz Robert Wagner , der Schlosser, fallen im gut eingespielten Ensemble mit Prägnanz und starker Präsenz auf.
(Kurier)