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Theater in der Josefstadt

Der Diener zweier Herren

Nach Carlo Goldoni
Uraufführung

von Peter Turrini

Premiere:
15.11.2007


Besetzung

Der alte Arlecchino, ein Überlebenskünstler
Alexander Grill
Der junge Arlecchino alias Radames Ruccola Colliusco, Diener
Gregor Bloéb
Pantalone alias Sansuga Sacchi, Transportunternehmer
Heribert Sasse
Clara Sacchi, seine Tochter
Hilde Dalik
Smeraldina, Bedienstete im Hause Sacchi
Gerti Drassl
Dottore alias Dr. Valentino Vendramin, Rechtsanwalt
Toni Slama
Silvio Vendramin, sein Sohn
Manuel Witting
Federigo Rasponi alias Beatrice Rasponi, Inhaber des Handelshauses Rasponi
Maya Bothe
Florindo Aretusi, engster Mitarbeiter von Federigo Rasponi
Florian Teichtmeister
Brighella, Wirt
Erich Altenkopf
Fiona, Magd bei Brighella
Eva Mayer
Straßenmusikantin
Michaela Wild / Olesya Kurylyak
Karnevalszug
Therese Lohner
Martina Moharitsch
Elfriede Schüsseleder
Susanne Wuest
Josef J. Borbely / Stephan Pfister
Christian Futterknecht
Mario Hellinger
Walter Holecek
Willibald Maierhofer
Hans Wolfgang Pemmer
Friedrich Schwardtmann

Stab

Regie
Herbert Föttinger
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Musik
Michael Rüggeberg
Dramaturgie
Ulrike Zemme
Licht
Emmerich Steigberger
Regieassistenz
Stephan Pfister
Ton
Michael Huemer
Ton
Sylvia Matiz

Am 1. April 1924 eröffnete Max Reinhardt das Theater in der Josefstadt nach dessen damaliger großer Renovierung mit Goldonis "Der Diener zweier Herren". Das Stück wurde im Stil der Commedia dell´arte aufgeführt.
Für die erste Premiere nach der Generalrenovierung des Theaters in der Josefstadt 2007 schrieb Peter Turrini eine aktuelle Version von "Der Diener zweier Herren" über den arbeitslosen Radames Ruccola Colliusco, der dank einer schlauen Lüge plötzlich zwei Arbeitgeber und zwei Jobs hat und hofft, dass sich nun seine Lebenssituation verbessert.

"Ein Theaterleben lang interessiert und fasziniert mich das Verhältnis von Maske und Gesicht, von Schein und Sein, von Lüge und Wahrheit, von Charakter und Charaktermaske. In Goldonis Stück Der Diener zweier Herren bilden Maske und Gesicht eine Einheit. Wenn ein Schauspieler in der Maske des Pantalone oder des Arlecchino auftrat, dann wußte das damalige Publikum sofort, welcher Charakter ihnen da entgegentrat. Das ist heute natürlich anders; in meiner Bearbeitung von Goldonis Stück muß ich einen Weg finden, das Verhältnis von Gesicht und Maske aus heutiger Sicht zu erzählen. Ich wähle folgenden: Das Stück spielt im heutigen Venedig, und damit die Masken eine theatralische Funktion haben, spielt es mitten im Karneval. Der gerissene Transportunternehmer Sacchi setzt sich für die Dauer des Karnevals die Maske des Pantalone auf und will heiter sein. Das ist ja kein venezianisches Spezifikum: Man beteiligt sich an jeder ökonomischen und politischen Schweinerei und ist gleichzeitig Mitglied von mindestens drei Karnevalsvereinen. Wieviel Goldoni und wieviel Turrini bei meinem theatralischen Unterfangen letztendlich herauskommt, weiß ich noch nicht.
Wir werden sehen! Vedremo!"
Carlo Turrini, März 2007