Am 1. April 1924 eröffnete Max Reinhardt das Theater in der Josefstadt nach dessen damaliger großer Renovierung mit Goldonis "Der Diener zweier Herren". Das Stück wurde im Stil der Commedia dell´arte aufgeführt.
Für die erste Premiere nach der Generalrenovierung des Theaters in der Josefstadt 2007 schrieb Peter Turrini eine aktuelle Version von "Der Diener zweier Herren" über den arbeitslosen Radames Ruccola Colliusco, der dank einer schlauen Lüge plötzlich zwei Arbeitgeber und zwei Jobs hat und hofft, dass sich nun seine Lebenssituation verbessert.
"Ein Theaterleben lang interessiert und fasziniert mich das Verhältnis von Maske und Gesicht, von Schein und Sein, von Lüge und Wahrheit, von Charakter und Charaktermaske. In Goldonis Stück Der Diener zweier Herren bilden Maske und Gesicht eine Einheit. Wenn ein Schauspieler in der Maske des Pantalone oder des Arlecchino auftrat, dann wußte das damalige Publikum sofort, welcher Charakter ihnen da entgegentrat. Das ist heute natürlich anders; in meiner Bearbeitung von Goldonis Stück muß ich einen Weg finden, das Verhältnis von Gesicht und Maske aus heutiger Sicht zu erzählen. Ich wähle folgenden: Das Stück spielt im heutigen Venedig, und damit die Masken eine theatralische Funktion haben, spielt es mitten im Karneval. Der gerissene Transportunternehmer Sacchi setzt sich für die Dauer des Karnevals die Maske des Pantalone auf und will heiter sein. Das ist ja kein venezianisches Spezifikum: Man beteiligt sich an jeder ökonomischen und politischen Schweinerei und ist gleichzeitig Mitglied von mindestens drei Karnevalsvereinen. Wieviel Goldoni und wieviel Turrini bei meinem theatralischen Unterfangen letztendlich herauskommt, weiß ich noch nicht.
Wir werden sehen! Vedremo!"
Carlo Turrini, März 2007