Es ist ein Talisman der ganz besonderen Art, den Johann Nestroy vor 169 Jahren auf die Bühne gebracht hat, um die soziale Wirklichkeit im Biedermeier sichtbar zu machen: Eine schwarze Perücke nämlich, mit der sich der junge Titus Feuerfuchs, der wegen seiner brandroten Haare keinen leichten Stand hat im Leben wie im Gewerbe, als schwarzhaariger Gärtner verkleidet. Als solcher ist er bei der heiratslustigen Damenwelt, die zugleich Arbeitgeberwelt ist, sofort ebenso beliebt wie in späterer Verkleidung als blonder Jäger - und am Ende gar als "früh ergrauter" Neffe seines reichen Onkels.
Mit seinem Lehrstück über Vorurteil und Ausgrenzung, Karrierestreben und Überbewertung von Äußerlichkeiten hat Nestroy eine seiner reizvollsten und aktuellsten Satiren geschaffen. Lässt sich die bitterböse Diskriminierung von Haarfarben doch problemlos auf die spätere von Hautfarben beziehen. Oder auf den heute oft chamäleonartigen Wechsel von Weltanschauungen, durch den die stolzesten Karrieren möglich werden.