Grandioses Ensemble. Ausgezeichnete Leistung der Schauspieler. (...) Langanhaltender Jubel beendete einen Abend voll leichtfüßiger Ironie, kokettem Bezug zur Gegenwart und einem großartigen Florian Teichtmeister als Titus Feuerfuchs.
(APA)
Die großartige Gerti Drassl als Salome Pockerl röhrte sich wie eine rothaarige Tina Turner durch ihre Strophen, der großartige Florian Teichtmeister gewann gegen die Seinen knapp nach Punkten. (...) ein überaus erfreulicher Theaterabend, der von hervorragenden Schauspielern getragen wurde. Drassl ist eine herbzarte, im Elend stolze, wortkarge, sehr moderne Salome. Otto Schenk spielt wieder den Plutzerkern, ihm wurde ein reduziertes Spiel verordnet, in dem jede Nuance dann umso schöner glänzen kann. Sehr stark auch die heiratswütigen Witwen Marianne Nentwich, Elfriede Schüsseleder und vor allem Sona MacDonald. Unterm Strich: Ein kraftvoller, durchaus auch lustiger Nestroy zwischen Tradition und Erneuerung (...). Großer, langanhaltender Jubel von Premierenpublikum. Fazit: Zeitlos - und stark gespielt.
(Kurier)
Die Interpretation der Hauptrollen ist interessant: Florian Teichtmeister und Gerti Drassl sind ein junges und glaubwürdiges Paar. Diese zwei sind nicht nur Außenseiter wegen ihrer roten Haare, sie sind es auch wegen ihrer kantigen Intelligenz. (...) Die Szene, wenn der todmüde Titus versucht nicht einzuschlafen, ist urkomisch. Keiner der berühmten alten Feuerfüchse (Lohner) war derart akrobatisch unterwegs. Drassls Salome, dieser von wirrem Haar überströmte ruppige "Besen" voll Kleinmädchenzorn und Kleinmädchenträumen, rührt momentweise fast zu Tränen.
(Presse)
Die Bühne eine aschgraue Kiste. Die Sprache scharf wie ein Beil. (...) Das Katrin Weber Trio macht Stimmungs-Jazz. (...) Das Wiedersehen mit Otto Schenk als Plutzerkern ist eine Freud: Die personifizierte Faulheit - und die Aufsässigkeit und Weisheit des im Garten- und Frauendienst Geknechteten!
(Wiener Zeitung)
Gerti Drassl als Salome Pockerl (...) gefällt als jugendliches Pendant zu Florian Teichtmeisters kecken Titus Feuerfuchs. (...) es darf auch herzlich gelacht werden, über Otto Schenks ungewöhnlich leisen Keppler Plutzerkern, über Marianne Nentwichs herrlich bornierte Frau von Cypressenburg, über Sona MacDonalds sinnliche Witwe Constantia, über Elfriede Schüsseleders närrische Flora Baumscheer oder Peter Mouckas perfiden Friseur Monsieur Marquis.
(Kronen Zeitung)
Regisseur Michael Gampe lieferte eine präzise, harte, unaufdringlich aktualisierte Inszenierung dieser nicht nur populärsten, sondern auch geschliffensten und bösartigsten aller Nestroypossen. Gampes Vorsatz, ein "Fest der Gemeinheit" zu realisieren, ging in Zusammenarbeit mit einem glänzenden Ensemble voll auf.
(Österreich)
Das funktionale Bühnenbild (Rolf Langenfass) ermöglichst leichtes Agieren in der Posse um Aufstieg, Fall und letztendliche Läuterung des rothaarigen Barbiergesellen Titus, der seinen als gesellschaftlichen Makel empfundenen Schopf unter immer neuen Perücken zu verbergen trachtet.
(Falter)