Archiv

Theater in der Josefstadt

Der Talisman

von Johann Nestroy

in einer Bearbeitung von Christine Wipplinger / Michael Gampe

Premiere:
21.05.2009


Besetzung

Titus Feuerfuchs, ein vazierender Barbiergeselle
Florian Teichtmeister
Frau von Cypressenburg, Witwe
Marianne Nentwich
Emma, ihre Tochter
Eva Mayer
Constantia, ihre Kammerfrau, Witwe
Sona MacDonald
Flora Baumscheer, Gärtnerin bei Frau von Cypressenburg, Witwe
Elfriede Schüsseleder
Plutzerkern, ein Gartenknecht
Otto Schenk
Monsieur Marquis, Friseur/Spund, ein Bierversilberer
Peter Moucka
Salome Pockerl, Gänsehüterin
Gerti Drassl
Herr von Platt, ein Theaterkritiker
Christian Futterknecht
Notarius Falck
Gideon Singer
Georg, Bedienter bei Frau von Cypressenburg
Mario Hellinger

Stab

Regie
Michael Gampe
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Musik
Ilse Riedler
Musik
Katrin Weber
Dramaturgie
Katharina Schuster
Licht
Manfred Grohs
Regieassistenz
Tamara Hattler
Ton
Michael Huemer
Ton
Jakob Schell
Ton
Sylvia Matiz
Musikalische Leitung, Saxophon und Klarinette
Ilse Riedler
Musikalische Leitung, Saxophon und Klarinette
Sophie Hassfurther
Musikalische Leitung, Klavier
Katrin Weber
Musikalische Leitung, Klavier
Monika Dörfler
Schlagzeug und Percussion
Margit Schoberleitner
Schlagzeug und Percussion
Maria Petrova

Es ist ein Talisman der ganz besonderen Art, den Johann Nestroy vor 169 Jahren auf die Bühne gebracht hat, um die soziale Wirklichkeit im Biedermeier sichtbar zu machen: Eine schwarze Perücke nämlich, mit der sich der junge Titus Feuerfuchs, der wegen seiner brandroten Haare keinen leichten Stand hat im Leben wie im Gewerbe, als schwarzhaariger Gärtner verkleidet. Als solcher ist er bei der heiratslustigen Damenwelt, die zugleich Arbeitgeberwelt ist, sofort ebenso beliebt wie in späterer Verkleidung als blonder Jäger - und am Ende gar als "früh ergrauter" Neffe seines reichen Onkels.

Mit seinem Lehrstück über Vorurteil und Ausgrenzung, Karrierestreben und Überbewertung von Äußerlichkeiten hat Nestroy eine seiner reizvollsten und aktuellsten Satiren geschaffen. Lässt sich die bitterböse Diskriminierung von Haarfarben doch problemlos auf die spätere von Hautfarben beziehen. Oder auf den heute oft chamäleonartigen Wechsel von Weltanschauungen, durch den die stolzesten Karrieren möglich werden.