In einem Kurhotel für pensionierte Künstler treffen einander quirlige Soubretten, muntere Buffos, einstige jugendliche Liebhaber und schicksalsgeprüfte Diven. Sie lieben es, sich und andere zu erinnern: an ihre Erfolge an Theatern wie Brünn, Mährisch-Ostrau: "Mich hätten Sie sehen sollen. Damals." Sie hängen nostalgischen Gefühlen nach, verklären ihre eigenen Triumphe und schmälern gern die Erfolge der Konkurrenz. Nun aber wollen sie noch einmal zusammen spielen und wie in der guten alten Zeit, als das Publikum noch seine kleinen Stadttheater stürmte, eine Operette aufführen. Egal, welche Spuren die letzten 50 Jahre hinterlassen haben, schlüpfen sie wieder in ihr altes Rollenfach und in die Welt von Viktoria und ihr Husar. Da wird getanzt, geschmachtet, geschmiert - alles zur Freude des Publikums. Die Animositäten zwischen Soubrette und Diva sind gleich geblieben, der Tenor versucht immer noch, dem Charakterdarsteller die Frau auszuspannen - und die Souffleuse behält streckenweise als einzige die Orientierung.