Der wohlhabende Bürger Fritz Beermann will als Kandidat für die Liberalkonservativen in den Wiener Reichstag einziehen. Gefördert von christlich-sozialen und deutschnationalen Freunden, wie dem Gymnasialdirektor Wasner und dem Gummiwaren-Fabrikanten Adolf Bolland, soll er als "Überparteilicher" die Stimmen der Nationalen gewinnen und den Sozialdemokraten Paroli bieten. Außerdem bekleidet Beermann ein wichtiges Amt - er ist Präsident der nationalen Liga für Zucht und Ordnung, eine neue Einrichtung, die für die Einhaltung der gesellschaftlichen Moral zu sorgen hat. Da wird die Edelprostituierte Ninon de Hauteville verhaftet, die peinlicherweise Tagebuch über jeden einzelnen ihrer Besucher geführt hat. Polizeirat Ströbel, Chef der Sitte, macht sich energisch an die Aufklärungsarbeit. Beermann, ein eifriger Kunde der Dame, kommt ins Schwitzen und stiehlt das Tagebuch. Mit seinen honorigen Freunden beschließt er, dass der Prozess unbedingt niedergeschlagen werden muss, denn "das Volk soll an die Moral der Höherstehenden glauben, das ist wichtiger, als Moral zu besitzen".
In dieser spritzigen Komödie um Scheinheiligkeit, Tabus und die Fragwürdigkeit der ehrenwerten Herren, spielt Harald Serafin die Hauptrolle, Regie führte Felix Dvorak.