Alexander Pschill lässt als Martin wieder seinen Charme spielen; eloquent bis zur Geschwätzigkeit versucht er, die alte Dame einzuwickeln. Ein nervöser Nervenarzt als moderner Ödipus. Einer, der des Wahnsinns, den er entfacht, eigentlich müde ist.
Ulli Maier als Cléo - Bauersima wünschte als weiteren Verfremdungseffekt eine viel jüngere Schauspielerin für die Rolle - ist ganz Typ grimmige Großmutter. Leicht hätte diese Figur zur Karikatur werden können, Maier aber stellt einen Menschen mit all seinen kleinen Vergesslichkeiten und Verwirrtheiten auf die Bühne. Für beide gab's verdienten Applaus.
(Kurier)
Ulli Maier, die viel, viel jünger ist, gibt der wortreichen Rolle mit arthritischen Altersverbiegungen und mal brüchiger, mal blechener, doch immer eindringlichen Stimme ein sensationelles Bühnenleben. Das Muttertier leidet, denn es hat sein Kind zur Ermordung weggegeben. Es ist ein Leid an existenzieller Leere, die kein Traum vom Kap Hoorn ausfüllen kann. Solche Verlorenheit darzustellen ist schwieriger als jedes Schmerzenszeichen wie Tränen und Haareraufen. Ulli Maier kann es. Ihr galt der kräftige Premierenapplaus.
(Wiener Zeitung)
Hut ab vor der Leistung von Ulli Maier und Alexander Pschill.
(Presse)
Als Verfremdungseffekt wünscht sich der Autor Bauersima, dass diese Rolle von einer viel jüngeren Schauspielerin gespielt wird - und Ulli Maier macht ihre Sache grandios. Sie verwendet keine groben Mittel, die leicht ins Karikaturhafte abgleiten könnten, sondern eine Vielzahl kleiner Gesten und Eigenheiten, vom verwirrten ständigen Umherirren und geschäftig Dinge Suchen, die sie sogleich wieder vergisst, bis zum vorsichtigen, spielerischen Ausprobieren des von Martin gerne benutzten Wortes "Okay".
(APA)
Die zwei Schauspieler sind stark. Alexander Pschill spielt einen so verständnisvollen Sympathieträger der Marke "too good to be true", dass man schon deshalb dran bleibt, weil man immer nach dem Haken sucht. Und wie die famose Ulli Maier - bis zur Unkenntlichkeit auf alt getrimmt - die schroffe, eigenbrötlerische Cléo spielt, ist eine reife Leistung.
(Süddeutsche Zeitung)
Kein Geheimnis sollte bleiben, dass Ulli Maier in der Rolle und Maske einer zwar resoluten, aber doch langsam entgleisenden 85jährigen ausgesprochen überzeugend und hinreißend ist. Alexander Pschill macht die Figur des jungen Eindringlings rätselhaft spannend.
(Österreich)
Für Alexander Pschill, vor allem aber für Ulli Maier gab es viel berechtigten Applaus. Ulli Maier, die vor allem in Hamburg und Bochum tätig ist, gibt ihrer Figur ein Geheimnis und eine Doppelbödigkeit.
(Ö1 Danach)
Großes Lob für Maier und Pschill.
(Standard)