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Theater in der Josefstadt

Budden­brooks

Nach Thomas Mann
Österreichische Erstaufführung

von John von Düffel

in einer Bearbeitung von Herbert Föttinger / Ulrike Zemme

Premiere:
25.09.2008


Besetzung

Konsul
Joachim Bißmeier
Konsulin
Else Ludwig
Thomas
Gabriel Barylli
Christian
Michael Dangl
Tony
Sandra Cervik
Erika, Tonys Tochter
Annika Borde / Luna-Alyssa Chommakh / Elisa Sprinzel
Gerda, Thomas' Frau
Sona MacDonald
Hanno, ihr Sohn
Skye MacDonald / Laurenz Peck
Grünlich
Siegfried Walther
Kesselmeyer, Bankier
Toni Slama
Permaneder
Peter Scholz
Morten
Bastian Wilplinger
Lina, eine alte Bediente
Maria Urban
Ein Klavierspieler
Christian Brandauer
Angelo
Jorge Bosicovich
Tony als Kind
Annika Borde / Luna-Alyssa Chommakh / Elisa Sprinzel
Christian als Kind
Erik Borde / Angelo Margiol
Thomas als Kind
Skye MacDonald / Laurenz Peck

Stab

Regie
Herbert Föttinger
Bühnenbild und Kostüme
Rolf Langenfass
Musik
Christian Brandauer
Dramaturgie
Ulrike Zemme
Licht
Emmerich Steigberger
Regieassistenz
Elke Schwab
Ton
Sylvia Matiz
Ton
Jakob Schell
Ton
Michael Huemer

"Buddenbrooks", der erste Roman von Thomas Mann, erschien 1900 und brachte ihm 1929 den Nobelpreis für Literatur.

Zwei Stichworte waren für die Romanbearbeitung entscheidend. Das erste lautet: "Werte". Wie kein zweiter beschreibt Thomas Mann in den "Buddenbrooks" die Geschichte einer bürgerlichen Struktur: ihrer Prinzipien und Zwänge, ihres Überlebenskampfes und ihrer Zerstörung. Die "Buddenbrooks" sind weit entfernt davon, ein nostalgischer Abgesang auf großbürgerliche Zeiten zu sein, sie sind eine sehr genaue Untersuchung bürgerlicher Werte, ihrer Leistungs- und Lebensfähigkeit, ihrer äußeren Intaktheit und inneren Aushöhlung. In Zeiten des allseits beklagten Werteverfalls gibt es kaum ein relevanteres Werk.

Das zweite Stichwort lautet: "Ökonomie". Das ökonomische Denken beherrscht nicht nur das Leben der Firmenchefs von Anfang bis Ende, alle Familienmitglieder sind Teil des großen Buddenbrookschen Rechenwerks. Die Interessen der Firma stehen über den Glücksvorbereitungen, den Interessen und Träumen des Einzelnen. Sie alle müssen sich dem Diktat des Geldes nicht nur unterordnen, sondern das ökonomische Denken mit seinen Gesetzen und Grenzen zu ihrem eigenen machen, es verinnerlichen. Die Sorge um das Firmenkapital, der Ehrgeiz seiner Vermehrung und die Angst vor dem Verlust dominieren das Reden und Handeln in der Familie. Es gibt kaum ein literarisches Werk von Rang, das die Verzahnung von Geld und Geschick, von Biographie und Ökonomie so deutlich zeigt, es gibt kaum eine unerbittlichere Geschichte vom Kaufen und Verkaufen in einer wirtschaftlich turbulenten, sich schnell verändernden Zeit. Umgekehrt vollzieht sich aber auch der Abstieg eines Traditionsunternehmens ebenso rasant. Wann war die Geschichte dieses ökonomischen Überlebenskampfes und seiner menschlichen Opfer aktueller als jetzt?
John von Düffel

"Wir sind nicht dafür geboren, was wir mit kurzsichtigen Augen für unser eigenes, kleines, persönliches Glück halten, denn wir sind nicht lose, unabhängige und für sich bestehende Einzelwesen, sondern wie Glieder einer Kette, und wir wären, so wie wir sind, nicht denkbar ohne die Reihe derjenigen, die uns vorangegangen sind."
Thomas Mann, Buddenbrooks