Bunbury, Wildes letzte Komödie, ist ein Pointen-Feuerwerk, eine beißende Satire auf die englische Upperclass (dumm, zynisch, oberflächlich, geldgierig) und last but not least ein Lustspiel über das Unbehaust-Sein im eigenen Geschlecht. Otto Schenk als Gouvernante Miss Prism spielt diese arme Haut mit komischem Ernst und grimassiert reichlich. Das alte Komiker-Duo ist der Clou des Abends. Eine echte Entdeckung ist Florian Carove. Man muss sich im Programmheft vergewissern, dass man einen Mann vor sich hat in Gestalt der zickigen, kurzsichtigen Gwendolin, die sich auf den weibischen John Worthing (Joseph Lorenz) stürzt. Aber auch Boris Eder entzückt als Cecily, ein Dirndl vom Land, mit ausladendem Hut, in putzigem Rosa-Bonbon-Kostüm, immer lächelnd, dabei ordentlich boshaft.
(Die Presse)
Joseph Lorenz und Manuel Witting als Dandys flattern durch die Szenerie. Florian Carove und Boris Eder spielen die "Mädel" ohne Outrage und mit viel Charme. Zu diesen Jungen gesellt sich das Alter: Otto Schenk als Fräulein Prism mit Hang zur Bellesteistik verwischt perfekt die Grenzen der Geschlechter.
(Kronen Zeitung)
Hans Hoffer baute einen hinterlistig-ironischen Bühnenraum mit Puppenhaussimulation, in dem es sich ganz sarkastisch und selbstverliebt herumtollen lässt.
(Oberösterreichische Nachrichten)