Eine Opernsängerin, die ausschließlich die Rolle der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte in den besten Opernhäusern der Welt singt, ihr Vater, alkoholsüchtig und fast blind, der sie ständig auf ihren Tourneen begleitet und der Doktor der beiden - das sind die Protagonisten. Vater und Tochter leben in einem gespannten, jedoch untrennbar symbiotischen Verhältnis. Der Doktor steht zwischen dem Vater, der sich von seiner Tochter rücksichtslos behandelt fühlt, und der Tochter, die unter ihrem Künstlerdasein leidet. Der Doktor greift in seiner Eigenschaft als Naturwissenschaftler wie in einem Musikstück immer wieder sein Thema auf - ein Vortrag über den menschlichen Körper. Gleichzeitig steht im Mittelpunkt der Gespräche der Künstler, der durch sein Genie dazu verdammt ist, vor den Menschen aufzutreten, der Gesellschaft an sich jedoch kritisch gegenübersteht.
Dieses Stück, das 1972 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde, ist eine spannende Reise in den sprachgewaltigen, grotesken Kosmos von Thomas Bernhard. Regie führte Wolf-Dietrich Sprenger, der zuletzt Über allen Gipfeln ist Ruh und Die Glasmenagerie inszeniert hat.