Fassung von Stephanie Mohr
In Zusammenarbeit mit dem Max Reinhardt Seminar
Wedekind thematisiert das schwierige Aufwachsen dreier Jugendlicher im ausgehenden 19. Jahrhundert, also einem Zeitalter rigider Ansichten in Sachen Moral und Sexualität. Der rebellische Melchior schwängert die 14-jährige Wendla. Der zarte Moritz begeht Suizid. Harter Stoff, oder um mit Wedekind selbst zu sprechen: eine Kindertragödie.
Wedekind ließ sein 1890 entstandenes Stück auf eigene Kosten drucken. Schon die erste Buchausgabe wurde von der Zensur als "Pornografie" verfolgt. Auf die Bühne fand das Stück erst im November 1906 in den Berliner Kammerspielen, unter der Regie von Max Reinhardt. Wedekind selbst spielte am Premierentag die Rolle des "vermummten Herren".
In den Wiener Kammerspielen, die regelmäßig Wedekinds Stücke in ihrem auf Gegenwartsdramatik ausgerichteten Spielplan aufführten, wurde es im November 1918 gezeigt.