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Kammerspiele der Josefstadt

Frühstück bei Tiffany

Österreichische Erstaufführung

von Truman Capote / Richard Greenberg

Übersetzung von Ulrike Zemme

ca. 2 Stunden, 10 Minuten, eine Pause

Premiere:
04.12.2014


Besetzung

Holly Golightly
Ruth Brauer-Kvam
Fred
Christian Nickel
Joe Bell
Martin Zauner
O. J. Berman
Siegfried Walther
Rusty Trawler
Nicolaus Hagg
Mag Wildwood
Sarah Jung
José
Christoph Zadra
Doc Golightly
Alexander Strobele
Sid Arbuck
Oliver Huether
Travestiekünstler
Angelo Conti
Statist
Gregor Kronthaler
Angelo Conti
Junior Roberto
Reynaldo Sabato

Stab

Regie
Michael Gampe
Bühnenbild
Erich Uiberlacker
Kostüme
Birgit Hutter
Choreographie
Jean-Loup Jordan
Dramaturgie
Ulrike Zemme
Licht
Manfred Grohs
Regieassistenz
Valeska Ringhof
Video
FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY
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Bühnenfassung von Richard Greenberg
Deutsch von Ulrike Zemme

Kennst du das Gefühl, wenn einen das rote Elend überfällt? Ich hab herausgefunden, das Beste, was ich dagegen tun kann, ist, ich steige in ein Taxi und fahre zu Tiffany. Das beruhigt mich sofort, die Stille und die vornehme Umgebung. Da kann mir gar nichts Schlimmes passieren, mit all den liebenswürdigen Männern in den feinen Anzügen und dem herrlichen Duft nach Silber und Krokodillederbrieftaschen.
Wenn ich im wirklichen Leben einen Platz finden könnte, wo ich das gleiche Gefühl habe wie bei Tiffany, dann kaufe ich ein paar Möbel und gebe dem Kater einen Namen.
(Holly Golightly)

Holly Golightly ist der Darling der New Yorker Society. Sie fehlt auf keiner der angesagten Partys der Stadt und schmückt die Titelseiten der Klatschpresse. Ihre Freunde, vorwiegend vermögende Herren aus besseren Kreisen, spendieren ihrer charmanten Begleitung gerne ein großzügiges "Toilettengeld". Auch Hollys Nachbar, ein mittelloser Schriftsteller, fühlt sich von der anmutigen Frau unwiderstehlich angezogen – aus der anfänglichen Faszination wird rasch Liebe. Und auch Holly empfindet auf ihre Art Zuneigung zu ihm, allerdings ohne ihren Lebensstil zu ändern.

Der Amerikaner Truman Capote feierte im Alter von nur vierundzwanzig Jahren mit seinem Roman Andere Stimmen, andere Räume einen Sensationserfolg. 1958 veröffentlichte er den Kurzroman Frühstück bei Tiffany, in dem er treffend die schillernde New Yorker Schickeria porträtierte. In die Figur der glamourösen Holly Golightly flossen viele Wesenszüge von Capote ein, wie sein Biograf Gerald Clarke beschreibt: "Von all seinen Charakteren, sagte Truman später, sei ihm Holly am liebsten, und es ist leicht einzusehen, warum. Ihr ganzes Leben ist Ausdruck von Freiheit und Toleranz gegenüber menschlichen Verfehlungen, ihren eigenen wie auch denen aller anderen. Sie ist eine Frau, die aus dem Leben eine Ferienzeit (holiday) macht, durch die sie leichten Schrittes geht (go lightly)." Aber auch Hollys Ruhelosigkeit und ihr beständiges Streben nach gesellschaftlichem Aufstieg entsprechen Capotes Biografie.

Die Verfilmung des Romans mit Audrey Hepburn in der Rolle der bezaubernden Holly Golightly, dem zuerst gefeierten und dann fallengelassenen Darling der New Yorker Society, zählt längst zu einem Klassiker der Filmgeschichte. Legendär wurde der von Hepburn interpretierte und mit einem Oscar ausgezeichnete Song Moon River.


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