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Theater in der Josefstadt

Heldenplatz

von Thomas Bernhard

ca. 2 Stunden, 30 Minuten, eine Pause

Premiere:
09.09.2010


Besetzung

Robert Schuster, Professor, Bruder des verstorbenen Professors Josef Schuster
Michael Degen
Anna, Tochter des Verstorbenen
Sona MacDonald
Olga, Tochter des Verstorbenen
Elfriede Schüsseleder
Lukas, Sohn des Verstorbenen
Siegfried Walther
Hedwig, genannt Frau Professor, die Frau des Verstorbenen
Gertraud Jesserer
Professor Liebig, ein Kollege
Wolfgang Pampel
Frau Liebig
Sigrid Marquardt / Lotte Ledl
Herr Landauer, ein Verehrer
Friedrich Schwardtmann
Frau Zittel, die Wirtschafterin des Verstorbenen
Marianne Nentwich
Herta, sein Hausmädchen
Silvia Meisterle

Stab

Regie
Philip Tiedemann
Bühnenbild
Etienne Pluss
Kostüme
Stephan von Wedel
Musik
Ole Schmidt
Dramaturgie
Katharina Schuster
Licht
Manfred Grohs
Regieassistenz
Anna-Sophie von Gayl
Ton
Michael Huemer
Ton
Karl Szalay
Ton
Jakob Schell
Video
HELDENPLATZ
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Am 15. März 1938 verkündete Adolf Hitler unter Jubelrufen der anwesenden Wiener auf dem Heldenplatz den Anschluss Österreichs an Deutschland. 50 Jahre später versammeln sich in einer Wohnung in der Nähe des Heldenplatzes die Familie Schuster und der engste Freundeskreis. Der Anlass: das Begräbnis von Professor Josef Schuster. Für diesen philosophischen Kopf, von den Nazis verjagt, in den fünfziger Jahren aus Oxford auf seinen Lehrstuhl zurückgekehrt, gab es keinen anderen Ausweg als den Selbstmord. Denn die Situation im gegenwärtigen Österreich sei "noch viel schlimmer als vor fünfzig Jahren".

Heldenplatz entstand im Auftrag von Claus Peymann als Beitrag zum 100. Jahrestag des Wiener Burgtheaters 1988, das Stück löste noch vor der Premiere einen riesigen Skandal in Österreich aus. Anlässlich der Uraufführung im "Bedenkjahr" 1988 wurde der Text mehrheitlich als politisches Thesenstück aufgenommen; man diskutierte vor allem über die Richtigkeit der Gegenwartsdiagnose, die Robert Schuster auf dem Heimweg vom Begräbnis seines Bruders abgibt. Als besonders polemische Sätze noch vor der Uraufführung über österreichische Medien an die Öffentlichkeit gelangen, brach eine leidenschaftliche Auseinandersetzung los. Die Premiere am 4. November 1988 wurde für Thomas Bernhard zu einem letzten, triumphalen Erfolg.


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