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Theater in der Josefstadt

Marias Testament

Deutschsprachige Erstaufführung

von Colm Tóibín

in einer Bearbeitung von Elmar Goerden

ca. 1 Stunde, 35 Minuten, keine Pause

Premiere:
29.09.2018


Besetzung

Maria
Nicole Heesters

Stab

Regie und Bühnenbild
Elmar Goerden
Kostüme
Lydia Kirchleitner
Dramaturgie
Anja Del Caro
Regieassistenz
Daniela Dalvai
Licht
Ralf Strobel
Technische Leitung
Steffen Rottenkolber

In einer Fassung von Elmar Goerden
Eine Produktion der Hamburger Kammerspiele

Marias Testament ist eine mutige Kontrafaktur des Neuen Testaments. Colm Tóibín nimmt sich die literarische Freiheit, eine Wahrheit zu erzählen, die sich auf der Rückseite der Bibel ereignet.

Marias Testament ist die Geschichte der Mutter Jesu, die ihren Sohn nicht beschützen konnte und der somit das Schlimmste geschah, was einer Mutter geschehen kann.
Maria erzählt die Tragödie ihres Lebens. Sie erzählt von der Entfremdung, vom grausamen Tod ihres Sohnes am Kreuz und sie erzählt dies alles auf ganz und gar persönliche Weise, aus der Perspektive ihrer eigenen, individuellen Erfahrung.
Maria ist, in der Erzählzeit des Romans und Stückes, mittlerweile eine alte Frau, lebt allein in der antiken Stadt Ephesos, hadert mit düsteren Erinnerungen und merkt, dass sie belauert wird. Zwei sehr zudringliche Jünger Jesu suchen sie in ihrem Haus auf, fragen sie nach den Ereignissen im Leben Jesu aus, die sie doch aus nächster Nähe erlebt haben muss: Die Wunder, die er vollbrachte, den Märtyrertod am Kreuz, den er erlitt, die Wiederauferstehung. All jene Ereignisse also, aus denen in der Überlieferung der Evangelisten der zentrale Teil des Neuen Testaments besteht. Maria bestätigt den biblischen Sinn dieser Ereignisse keineswegs. Von Erlösung hält sie so wenig wie vom Glauben an die Wiederauferstehung. Sie hält nichts von den Lehren ihres Sohnes, auch nichts von der charismatischen Wirkung, die er zu Lebzeiten auf Menschen ausübte.