Major von Tellheim, ein abgedankter Offizier, ist vom Vorwurf der preußischen Kriegskasse, sein Wechsel auf das vorgestreckte Kontributionsgeld der Stände sei in Wahrheit Bestechungsgeld gewesen, menschlich zutiefst verletzt. Er fordert Gerechtigkeit, nicht Gnade. Als Minna von Barnhelm mit ihrer Kammerjungfer Franziska auf der Suche nach ihrem Verlobten Tellheim - mit dem sie eine tiefe Liebesbeziehung verbindet - eintrifft, weist er sie zurück: Als ehrloser, mittelloser, verkrüppelter, abgedankter Major glaubt er, ihrer nicht mehr wert zu sein.
Zwei Welten prallen aufeinander: hier Tellheim, dem traditionellen Weltbild, den gesellschaftlichen Wertvorstellungen verpflichtet und den Umständen der Zeit Rechnung tragend, denen zufolge er Minna mit in sein Unglück ziehen würde; auf der anderen Seite Minna, eine emanzipierte Frau, die bereit ist, für ihr Glück zu kämpfen, eine Frau, die ihren großen Lebensplan verwirklichen will und letztlich auch verwirklichen wird: mit Mut, Ausdauer, Humor, mit ihrer Leidenschaft für das Spiel und vor allem mit ihrer großen Liebe - für Minna das Maß aller Dinge.